„Kinderhilfe Tschernobyl“ hatte 32 Kinder zu Gast
Kinder aus Weißrussland tankten Sonne und Kraft in Heimbach-Weis
Auch 32 Jahre nach der Reaktorkatastrophe sind die Folgen noch spürbar
Heimbach-Weis. Mit einem großen Fest verabschiedeten sich 32 Kinder und ihre vier Betreuerinnen vergangenen Freitag im Gemeindehaus in Heimbach-Weis von ihren Gasteltern.
„Das ist der Dank der Kinder an euch Eltern, denn ohne euer Engagement geht es nicht“, kündigten Hans-Peter und Christel Weißenfels (Freu(n)de für Belarus e.V.) das Programm des Abends an. Die Kinder und Jugendlichen hatten in den vergangenen drei Wochen Lieder und Tänze einstudiert. Die weißrussische Folklore und der Gesang waren als Gruß aus der Heimat zu verstehen.
Dank der Kinderhilfe Tschernobyl Heimbach-Weis hatten die Kinder in Deutschland Kraft tanken können. Und damit die Abwehrkräfte und das Immunsystem gestärkt, denn auch 32 Jahre nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl wirkt sich die Verstrahlung noch negativ auf die Gesundheit der Menschen aus. Danke sagten die Weißenfels auch Betreuerin Tamara, die seit 22 Jahren dabei ist. Mittlerweile unterstützt von ihren Töchtern Katja und Anja und verstärkt von Tanja.
Ulrike Meurer übernahm den Kreativpart und nähte mit den Kindern unzählige Stunden. Auf diese Weise entstanden gleichzeitig die Mitbringsel für daheim. Besonders gern wurden Mützen und Kleider und von einem Mädchen Jogginganzüge für die kleinen Brüder genäht.
Sport und Action, Kreativität und Handarbeit standen ebenfalls auf dem Plan. Das Außengelände des Gemeindehauses bietet viel Platz zum Toben und Spielen. „In unseren Anfangsjahren waren die Frauen meist tagsüber daheim oder höchstens halbtags arbeiten. Das hat sich gewandelt. Darauf haben uns eingestellt“, erklärt Christel Weißenfels. Dank dem Betreuerteam sind die Kinder mittlerweile nämlich an zwei Tagen die Woche bis achtzehn Uhr beschäftigt.
Die Freunde für Belarus freuen sich, dass in diesem Jahr neun neue Kinder im Alter von zwei bis dreizehn Jahren aufgenommen werden konnten. Genauso erfreulich ist, dass auch drei neue Gastfamilien gefunden wurden. „Für das nächste Jahr haben sich drei weitere Familien angekündigt“, freut sich Hans-Peter Weißenfels und hofft, dass nichts dazwischenkommt.
Ohne Sponsoren geht es nicht
Noch schwieriger als Gasteltern zu finden, ist das Auftreiben von Sponsoren. „Ohne die finanzielle Unterstützung geht leider gar nichts“, unterstreicht Christel Weißenfels. Das fängt schon beim Transfer nach Deutschland an. Umso erfreulicher ist es, dass wieder zahlreiche Freizeitziele ihre Türe kostenlos öffneten. Zu den besonderen Höhepunkten im Ausflugsprogramm zählte die Deichwelle. Ein Hallenbad zu besuchen, ist in Weißrussland purer Luxus und für die meisten Familien unerschwinglich. Der Spaß war umso größer, weil es in der Heimat in den vier Wochen vor der Abfahrt durchgehend kalt und regnerisch war.
Ein Highlight ganz anderer Art war der Besuch bei Optik Gisch. Das Augenoptiker-Team kontrollierte die Sehkraft der Kinder und da wo nötig, wurde die Sehstärke der Brille angepasst oder erstmals eine Brille angepasst. Auch ein Zahnarzt und eine Physiotherapeutin schenkten ihre Zeit, um die Kinder zu behandeln. FF
