Allgemeine Berichte | 07.12.2023

Kreisjugendamt baut Hilfen für Kinder psychisch kranker Eltern weiter aus

Kinder- und Jugendschutz im Fokus

Jugendhilfeausschuss beschließt Personalkostenförderung für Lotsenstellen

V.l.n.r.: Der Erste Kreisbeigeordnete und Vorsitzende des Jugendhilfeausschusses Pascal Badziong gemeinsam mit Stefanie Lange, Felicitas Flöthner und Iris Emmerich, Leiterinnen der Katholischen Familienbildungsstätten in Andernach, Koblenz und Mayen sowie Guido Bayer, Leiter des Kreisjugendamtes MYK. Foto: Kreisverwaltung/W.Schäfer

Kreis MYK. Im Landkreis Mayen-Koblenz stellt die Arbeit mit Kindern psychisch kranker Eltern, wie im Landeskinderschutzgesetz vorgesehen, ein Schwerpunktthema des Kinder- und Jugendschutzes dar. Angesichts des gestiegenen Bedarfs hat der Jugendhilfeausschuss kürzlich beschlossen, die Häuser der Familie in Mendig, Pellenz und Bendorf jeweils mit einer Personalkostenförderung von 25.000 Euro pro Jahr zu unterstützen. Diese Förderung, zunächst auf drei Jahre befristet, ermöglicht die Einrichtung eines Lotsendienstes für betroffene Familien, in Zusammenarbeit mit dem Kreisjugendamt. Ziel des Dienstes ist es, Hemmnisse abzubauen und die Inanspruchnahme geeigneter Hilfen zu erleichtern.

Pascal Badziong, der Erste Kreisbeigeordnete, unterstreicht die Wichtigkeit dieser Maßnahmen. Er betont, dass psychische Erkrankungen ein gesellschaftliches Phänomen sind, das auch Eltern betrifft und die Kinder oft still und unbemerkt leiden lässt. Die Häuser der Familie in Bendorf, Pellenz und Mendig sollen frühzeitig über Unterstützungsleistungen informieren und in individuelle, bedarfsgerechte Hilfeleistungen vermitteln. Ein niedrigschwelliges Lotsenangebot soll dabei helfen, suchterkrankte und psychisch kranke Eltern sowie deren Kinder besser zu unterstützen.

Die Katholischen Familienbildungsstätten Andernach, Mayen und Koblenz entwickelten im Auftrag des Kreisjugendamtes einen konzeptionellen Hilfeansatz für die Häuser der Familie, der von Iris Emmerich, Leiterin der Katholischen Familienbildungsstätte Mayen, vorgestellt wurde. Emmerich wies darauf hin, dass psychisch und/oder suchterkrankte Eltern oft spät Unterstützungsleistungen in Anspruch nehmen. Die Lotsenstellen sollen in diesen Fällen helfen, indem sie die Bedarfe analysieren und die Betroffenen in passende Angebote weiterleiten.

Die Krisen der vergangenen Jahre, wie die Corona-Pandemie, der Ukrainekrieg und der Krieg in Gaza und Israel sowie Energie- und Finanzsorgen, haben die psychische Belastung von Familien erhöht. Das Kreisjugendamt Mayen-Koblenz verzeichnet eine wachsende Zahl von Fällen, die mit psychisch und/oder suchtbelasteten Elternteilen zusammenhängen. Kinder, die in solchen Verhältnissen aufwachsen, haben ein erhöhtes Risiko, später selbst zu erkranken.

Die Häuser der Familie bieten als niedrigschwellige Anlaufstellen und Begegnungsorte Unterstützung in Form von Beratung, Bildung und Lotsendiensten rund um das Thema Familie. Sie sind Teil der kommunalen familienfreundlichen Infrastruktur und bieten einen barrierefreien Zugang zu vielfältigen Angeboten. Die Häuser der Familie im Kreis MYK, in Trägerschaft der gemeinnützigen Familienbildungsstätten Andernach e.V., Koblenz e.V. und Mayen e.V., arbeiten überregional vernetzt und nutzen Synergien, um bedarfsgerechte Angebote für Familien zu entwickeln. Sie sind im Programm „Familienbildung im Netzwerk RLP“ tätig und koordinieren ihre Maßnahmen jährlich mit dem Kreisjugendamt.BA

V.l.n.r.: Der Erste Kreisbeigeordnete und Vorsitzende des Jugendhilfeausschusses Pascal Badziong gemeinsam mit Stefanie Lange, Felicitas Flöthner und Iris Emmerich, Leiterinnen der Katholischen Familienbildungsstätten in Andernach, Koblenz und Mayen sowie Guido Bayer, Leiter des Kreisjugendamtes MYK. Foto: Kreisverwaltung/W.Schäfer

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