Landrat Achim Hallerbach und Beigeordneter Pierre Fischer erörtern kurzfristige Perspektive in der Verbandsgemeinde Rengsdorf-Waldbreitbach
Kinderärztliche Versorgung soll schnell verbessert werden
Rengsdorf-Waldbreitbach. Auf eine große Resonanz stieß der Infoabend zur kinderärztlichen Versorgung in der Verbandsgemeinde Rengsdorf-Waldbreitbach im Dorfgemeinschaftshaus in Straßenhaus.
Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger nahmen die Gelegenheit wahr, sich über die aktuelle Situation und mögliche Lösungsansätze zu informieren. Zu der Veranstaltung hatten Petra Jucknath und Michaela Seybold eingeladen.
Zum Teilnehmerkreis zählten aus dem politischen Raum auch Landrat Achim Hallerbach und der 1. Beigeordnete der Verbandsgemeinde Rengsdorf-Waldbreitbach, Pierre Fischer. Beide erörterten die Möglichkeit einer kurzfristigen Lösung und wagten auch den Ausblick auf die Zeit danach. Dabei unterstrichen Achim Hallerbach und Pierre Fischer ihren festen Willen, alles dafür zu tun, dass sich die Situation in der Verbandsgemeinde zeitnah für die Eltern und Kinder verbessert.
In seinem Beitrag unterstrich Landrat Achim Hallerbach die Dringlichkeit des Themas: „Die ärztliche Versorgung für Kinder ist ein zentrales Anliegen der Familien in unserer Region. Es braucht sowohl nachhaltige Lösungen als auch kurzfristige Maßnahmen, um akute Engpässe zu überbrücken. Eine mobile Arztpraxis könnte hier kurzfristig Entlastung bringen. Die rollende Arztpraxis der Kassenärztlichen Vereinigung könnte uns eine Brücke bauen, nach einer weiteren dauerhaften kinderärztlichen Versorgung zu schauen. Momentan gibt es im Landkreis keinen freien Kinderarztsitz. Daran müssen wir arbeiten, um neue Lösungen zu entwickeln. Diese haben wir fest im Blick und müssen dauerhaft daran arbeiten. Diese Überbrückungslösung würde zumindest für mindestens sechs Monate vorübergehend die Situation entspannen. Die Kassenärztliche Vereinigung hat bereits signalisiert, die rollende Arztpraxis in die Verbandsgemeinde Rengsdorf-Waldbreitbach zu entsenden“.
Mit der Kassenärztlichen Vereinigung sollen auch andere Modelle erörtert werden. Die Arbeitswelt der Ärzte habe sich verändert. Fachkräftemangel, Demografie, weniger niedergelassene dafür mehr angestellte Ärzte, Berücksichtigung von Lebens- und Familienformen bis hin zum wirtschaftlichen Druck in einer Arztpraxis, verändern die Strukturen und decken nicht mehr die tatsächlichen Bedarfe. Hier sei auch die übergeordnete Politik im Bund und Land gefordert.
Der 1. Beigeordnete Pierre Fischer ergänzte: „Das Konzept der mobilen Arztpraxis ist eine absolut flexible Lösung und kann Eltern und Kindern in unserer Verbandsgemeinde schnelle und wohnortnahe Hilfe bieten. Die rollende Arztpraxis ist bestens ausgestattet und verfügt neben einem Arzt auch über eine medizinische Fachangestellte. In dieser Überbrückungszeit müssen wir alle Möglichkeiten ausloten, um anschließend die kinderärztliche Versorgung in der Verbandsgemeinde weiterhin zu gewährleisten. Das muss unser Ziel sein“.
Während der Veranstaltung kamen auch betroffene Eltern zu Wort, die ihre Not und Verunsicherung schilderten und Anregungen einbrachten. ,,Wir bekommen eine verpflichtende Aufforderung vom Gesundheitsamt und später vom Jugendamt die entsprechende U vorzunehmen, und dann nimmt uns kein Kinderarzt auf. Mittlerweile fahren wir bis zu 50 Kilometer, um eine Kinderarztpraxis in Anspruch zu nehmen“, so eine besorgte Mutter.
Besonders deutlich wurde, dass neben kurzfristigen Maßnahmen auch langfristige Lösungen - etwa Anreize für Kinderärzte, sich in der Region niederzulassen - weiterverfolgt werden sollen.
