Allgemeine Berichte | 08.02.2024

Hinter den Kulissen im Exotarium

Kinderstube für Kriechtiere im Zoo Neuwied

Der Betrachter muss oft ein bisschen suchen, bis er die Tiere im Exotarium entdeckt.  Foto: Zoo Neuwied/Thorben Maur

Neuwied. Wer im Februar aus dem nass-kalten Wetter ins Exotarium des Zoo Neuwied kommt, betritt eine andere Welt: Angenehm warme 22 Grad, helles Licht und leises Wasserplätschern begrüßen den Besucher. In den üppig bepflanzten Terrarien verstecken sich große Warane und Leguane, Riesenschlangen liegen zusammengerollt in künstlichen Höhlen und Krokodilkaimane dösen im Sand oder am Grund ihres mit Wasserpflanzen bedeckten Beckens. „Hier im Exotarium achten wir sehr darauf, in den Schauterrarien den natürlichen Lebensraum der Tiere möglichst naturgetreu nachzubilden“, sagt Obertierpfleger David Otte. „Dadurch können sich auch die Bewohner gut in der Bepflanzung oder sonstiger Terrarieneinrichtung verstecken. Der Betrachter muss oft ein bisschen suchen, bis er die Tiere entdeckt – das macht einen Besuch im Exotarium so spannend, und dadurch halten sich die Leute hier auch länger auf, besonders im Winter, wenn es draußen ungemütlich ist.“

Es gibt jedoch einen Bereich im Exotarium, wo die Gehege kleiner und einfacher strukturiert sind. „Hinter dieser Tür liegt der sogenannte ‚Hinter den Kulissen‘-Bereich“, erklärt Otte und öffnet die Tür mit seinem dicken Schlüsselbund. „Er ist Futterküche und Lagerraum für Futtermittel und Materialien und außerdem gibt es hier zahlreiche kleine Terrarien.“ Der Tierpfleger deutet auf viele Glaskästen, die sich auf Regalen entlang der Wände des Raumes stapeln, den er 2011 beim Bau des Exotariums mit geplant hat. „In diesen Terrarien halten wir Tiere, an die wir regelmäßig ran müssen, weil sie beispielsweise medizinisch behandelt werden müssen, und auch Neuzugänge, die noch in Quarantäne sind, bevor sie zu den anderen Tieren in die Schau gesetzt werden.“

Außerdem befindet sich hier auch die Kinderstube des Neuwieder Reptilienbestandes: „Bei den meisten Reptilien ist es so, dass sie keine Brutpflege betreiben. Die vergraben ihre Eier einfach im Boden und haben dann nichts mehr damit zu tun, lassen sie von der Umgebungstemperatur ausbrüten. Wenn die Jungtiere schlüpfen, sind sie für die erwachsenen Tiere einfach nur etwas Kleines, was in ihrem Territorium rumwuselt – im besten Fall würden sie als Eindringlinge betrachtet, im schlimmsten Fall als Beutetiere.“ Daher entnehmen die Mitarbeitenden aus der Tierpflege die Eier und bebrüten sie im Inkubator, einem Brutschrank in dem sich Temperatur und Luftfeuchtigkeit genau regulieren lassen. „Hier in dem Raum, in dem sich die Kollegen und Kolleginnen oft aufhalten haben wir genau im Auge, wann der Schlupf beginnt. Nach dem Schlüpfen werden die Jungtiere in kleine Aufzuchtterrarien gebracht, in denen wir ihre Entwicklung gut mitverfolgen können, bis sie groß genug sind, um in andere Zoos abgegeben zu werden oder zu ihren Artgenossen in die Schauterrarien zu ziehen.“

Die „Stars“ in der Kinderstube sind aktuell die drei Guatemala-Schwarzleguane, die erste Neuwieder Nachzucht der hochbedrohten Art, die in keiner anderen deutschen Einrichtung gepflegt wird. Kleine Zauneidechsen warten darauf, im Frühling in das Freigehege neben der Stachelschweinanlage zu ziehen, und einige zweieurostückgroße Rotknievogelspinnen-Nachzuchten ergänzen den Kriechtier-Kindergarten um eine wirbellose Art. „Der neueste Zugang ist ein winziger, nur etwa 2 cm großer Anolis, der uns kürzlich als Fundtier gebracht wurde. Zum Glück wurde er rechtzeitig von einem aufmerksamen Tierfreund entdeckt, denn der hätte sonst bei den aktuellen Temperaturen draußen nicht lange überlebt“, berichtet David Otte. „Nun macht er hier bei uns Zwischenstation und soll ordentlich wachsen. Wenn er größer ist und wir seine genaue Art bestimmen konnten werden wir entscheiden, ob er hierbleiben oder in eine andere zoologische Einrichtung umziehen soll.“Pressemitteilung

Zoo Neuwied

Der Betrachter muss oft ein bisschen suchen, bis er die Tiere im Exotarium entdeckt. Foto: Zoo Neuwied/Thorben Maur

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