Allgemeine Berichte | 05.01.2018

Kindertagespflege -

Kindertagespflege- personen organisieren sich

Die Wertschätzung darf nicht nur auf dem Papier stehen

Kindertagespflegepersonen aus verschiedenen rheinland-pfälzischen Gemeinden trafen sich in Mendig zu einem Erfahrungsaustausch.privat

Mendig. Nach einem Treffen von Kindertagespflegepersonen aus ganz Rheinland-Pfalz in Speyer gründete sich eine Interessengemeinschaft. Kürzlich trafen sich in Mendig Kindertagespflegepersonen – besser bekannt als Tagesmütter oder Tagesväter – zu einem weiteren informierenden Treffen. Um auch vor Ort eine bessere Vernetzung zu gewährleisten.

Das Recht auf einen Betreuungsplatz für Kinder steht häufig nur auf dem Papier, doch bei Weitem nicht immer finden Eltern für ihre Kinder einen Platz. Kindertagespflegepersonen bieten eine Alternative in der Kinderbetreuung.

Für Kinder im Alter von null bis drei Jahren ist die Kindertagespflege der Betreuung in Kindertageseinrichtungen gesetzlich gleichgestellt, das heißt Eltern können die Betreuungsform frei wählen. Für Kinder im Kindergarten- und Grundschulalter stellt die Kindertagespflege ein Angebot in Randzeiten dar. Immer mehr Eltern brauchen längere oder andere Betreuungszeiten als Kindergarten und Schule bieten können.

Kindertagespflegepersonen betreuen den Nachwuchs in kleinen Gruppen und können den Kindern mehr Aufmerksamkeit schenken und sich entsprechend um die frühkindliche Bildung kümmern.

Kindertagespflege ist ein wichtiger Bestandteil in der Kinderbetreuung vor Ort und vor allem für Kinder unter drei Jahren.

„Wir wollen, dass unsere Tätigkeit als Beruf anerkannt wird“, hieß es beim Treffen. Immerhin durchlaufen alle Kindertagespflegepersonen eine umfangreiche Qualifizierung und bilden sich stetig weiter – einige von ihnen sind sogar ausgebildete Erzieherinnen.

Die Frage der Bezahlung ist nicht einheitlich geregelt. Das sorgt zusätzlich für Unsicherheiten.

„Die anwesenden Tagesmütter und Tagesväter des Treffens wünschten sich auch, dass in Rheinland-Pfalz die sogenannten Großpflegestellen zugelassen werden. Großpflegestellen bedeuten, dass sich zwei Tagespflegepersonen zusammenschließen, aber die Kinder trotzdem einer bestimmten Tagespflegeperson zugeordnet sind. In anderen Bundesländern ist diese Form erlaubt, in Rheinland-Pfalz nicht.“

Die anwesenden Kindertagespflegepersonen tauschten sich aus und erkannten, dass sie in ihren Städten, Gemeinden und Kreisen mit ähnlichen Problemen zu kämpfen haben. Das soll sich ändern, daher künftig die im Verbund organisierte Arbeit im eigenen Interesse, im Interesse der Eltern und Kinder und letztlich auch im Interesse der Städte und Gemeinden, die eine Kinderbetreuung anbieten müssen. „Wir haben Wertschätzung verdient“, so der Tenor des Treffens. Die Gleichstellung zu einer Kindertagesstätte dürfe nicht nur auf dem Papier stehen – sie müsse auch gelebt werden. „Wir sind keine Lückenfüller!“

Diese Zahlen verdeutlichen die Notwendigkeit der Anerkennung und von einheitlichen Regelungen: Rund 160.000 Kinder werden derzeit in Deutschland von 44.500 Kindertagespflegepersonen betreut. Die Tagesmütter und Tagesväter sehen es als ihre Aufgabe, die Kindertagespflege für die Öffentlichkeit noch bekannter zu machen.

Für Infos zur Kindertagespflege stehen gerne zu Verfügung, Jutta Neideck (0 26 52) 45 80, Isabella Besic (0 26 52) 58 78 47 (Tagesmütter aus Mendig) sowie Jörg Krüger (0 26 51) 49 11 33 (Tagesvater aus Mayen).

Kindertagespflegepersonen aus verschiedenen rheinland-pfälzischen Gemeinden trafen sich in Mendig zu einem Erfahrungsaustausch.Foto: privat

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