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Angriff auf israelischen Hochschulprofessor in Bonn

Kippa vom Kopf geschlagen

Polizei verwechselt Opfer mit Angreifer

Kippa vom Kopf geschlagen

Symbolbild. Foto: JpshMB/Pixabay

12.07.2018 - 09:53

Bonn. In den Nachmittagsstunden des 11. Juli kam es im Bereich des Bonner Hofgartens zu einer antisemitischen Straftat: Gegen 14:20 Uhr war ein 50-jähriger, in den USA lebender, israelischer Hochschulprofessor in Begleitung einer Bekannten im Bereich des Bonner Hofgartens zu Fuß unterwegs, als ihn eine ihm unbekannte Person auf die von ihm getragene Kippa ansprach und im weiteren Gesprächsverlauf auch beleidigte. Der Unbekannte schlug ihm die Kippa dann mehrfach vom Kopf, schubste und schlug ihn gegen die Schulter und sagte hierbei unter anderem „Kein Jude in Deutschland“. Während seine Begleiterin die Polizei alarmierte, setzte sich der Professor gegen die Angriffe zur Wehr. Als der Unbekannte dann die Signaltöne der sich nähernden Polizeiwagen hörte, ließ er von dem Geschädigten ab und lief in Richtung „Alter Zoll“ davon. Hierbei riss er sich sein T-Shirt vom Leib und rannte mit entblößtem Oberkörper weiter. Der Geschädigte lief dem Mann hinterher. Als sich die polizeilichen Einsatzkräfte den beiden Personen dann von zwei Seiten näherten, hielten sie den Professor, der auch auf mehrere Aufforderungen der Beamten, stehen zu bleiben, nicht nachkam, irrtümlich für den Aggressor. Er wurde von den Polizisten überwältigt, zu Boden gebracht und fixiert.

Nach Angaben der Beamten wehrte er sich gegen die Maßnahmen - die Polizisten schlugen ihm hierbei auch ins Gesicht. Während sich das situative Missverständnis durch die Begleiterin des 50-Jährigen aufklärte, wurde der eigentliche Angreifer, ein 20-jähriger Deutscher mit palästinensischen Wurzeln, gestellt und vorläufig festgenommen. Dem 20-Jährigen ist der Polizei auf dem Gebiet der Gewaltkriminalität und aufgrund von Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz bekannt. Nachdem sich aus einem durchgeführten Drogenschnelltest bei ihm Anhaltspunkte für eine mögliche Drogeneinwirkung ergeben hatten, wurde die Entnahme einer Blutprobe angeordnet. Der Beschuldigte wurde schließlich aufgrund von ärztlich attestierten psychischen Auffälligkeiten in eine Fachklinik eingeliefert. Zuvor hatte er auch gegenüber den Polizisten seine antisemitischen Äußerungen wiederholt, sich aber zur Sache nicht weiter eingelassen.

In enger Abstimmung mit der Bonner Staatsanwaltschaft hat das zuständige Kommissariat des Staatsschutzes die Ermittlungen zu dem antisemitischen Angriff übernommen. Die Ermittlungen gegen die eingesetzten Beamten wegen Körperverletzung im Amt übernehmen aus Neutralitätsgründen Ermittler des Polizeipräsidiums Köln. Polizeipräsidentin Ursula Brohl-Sowa hat noch in den Abendstunden versucht, den 50-jährigen Professor neben einer schriftlichen Nachricht auch persönlich zu erreichen. Heute Morgen traf die Behördenleiterin sich mit dem Geschädigten und bat ihn in einem persönlichen Gespräch um Entschuldigung für das Verhalten ihrer Beamten. Mit Blick auf das Einschreiten gegen den 50-Jährigen erklärt die Bonner Polizeipräsidentin: „Ein schreckliches und bedauerliches Missverständnis im Einsatzgeschehen, für das ich bei dem betroffenen Professor ausdrücklich um Entschuldigung gebeten habe. Wir werden genau prüfen, wie es zu dieser Situation kam und alles Mögliche dafür tun, um solche Missverständnisse zukünftig vermeiden zu können.“

Pressemitteilung Polizei Bonn

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Kommentare
12.07.2018 12:30 Uhr
Uwe Klasen schrieb:

Dazu passend ein Beitrag von Rafael Korenzecher, dem Herausgeber der Jüdischen Rundschau.
"Merkel wird es schaffen: Kein Land für Juden"
(Quelle: https://tinyurl.com/ybt5qolv)



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Kommentare
Uwe Klasen :
Zitat Jörg Zschimmer: "...aber daran kann man ja dann den Flüchtlingen die Schuld geben..." --- Noch unterirdischer kann ein Mensch kaum Argumentieren. Die Vertreter, Befürworter und Anhänger der sogenannten Energiewende und des, angeblich durch den Menschen verursachten, Klimawandels agieren fast wie Sektierer, Gegenargumente werden Bestenfalls angehört aber Abgelehnt!
Jörg Zschimmer:
Im Gegensatz zur zum Beispiel Braunkohlesubvention, werden die genannten Vereine nicht subventioniert. Das CO2 zur Photosynthese wichtig ist, ist nur bis zu bestimmten Konzentrationen richtig, danach geh der Ertrag rabide zurück - aber daran kann man ja dann den Flüchtlingen die Schuld geben...
Uwe Klasen :
Die Subventionsabgreifer und unsozialen Energieverteurer diskutieren wohl darüber wie sie die Verbraucher noch mehr schröpfen können! P.S. Kohlenstoffdioxid ist elementar Wichtig für die Photosynthese!
Uwe Klasen :
Ein Termin an einem Wochenende wäre vielleicht von Vorteil gewesen, so sind Berufstätige Radfahrer im Nachteil und gerade deren Erfahrungen und Kenntnisse könnten zusätzliche Informationen erbringen.
juergen mueller:
Das weiss man längst,dass die Stadt auf Radfahrer nicht eingestellt ist u.sich als TOP-Stadt mit der höchsten Arbeitsdichte in Rhld-Pfalz,damit verbunden eine Verkehrsdichte,Tendenz steigend,die mit der vielgepriesenen Attraktivität u.einer positiven Wahrnehmung nicht mehr viel gemein hat ... u.das Ende der Gier nach noch mehr Arbeitsplätzen ist nicht abzusehen, im Gegenteil.Dafür muss ein Stadtteil wie RÜBENACH bluten unter der Last einer unzumutbaren Verkehrsdichte mit all ihren negativen Folgen,auch gesundheitliche u.einem Entzug von Freizeit-/Erholungswert durch Flächennachfrage zur weiteren Ansiedlung von Gewerbe u.Industrie.Die neue Pfaffendorfer Brücke wird "natürlich mit einem breiten Radweg ausgestattet?" Ja,weiss man ebenfalls - mit unzureichenden 30 cm!Dieser angelaufene Paradigmenwechsel (besonders wichtig gehaltene Entwicklungen,Umbrüche) hat sich damit spätestens erledigt.Die Politik hat halt die Macht Vertrautheit zu zerstören.
Olaf Erdmann:
Der sich rsant vollziehende Wandel in unserer Gesellschaft ist weder eine Laune noch Verlust von Pietät, sondern Teil des Gesamtgesellschaftslichen Veränderungsprozesses. Friedhöfe z.B. markieren für mich die unüberbrückbare Linie zwischen "Sein und Nichtsein", zwischen "Leben und Tod", zwischen "Zeit und Ewigkeit". Alle Menschen kennen diese Grenze, die das Leben vom Tod, die die Lebenden von den Toten trennt und deutlich unterscheidet. Ein offener Dialog in unserer Gesellschaft zu diesem Thema ist daher ein hohes GUT.
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