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Herbstsynode traf sich in Bad Godesberg

„Kirche darf und muss sich einmischen“

13.11.2019 - 14:17

Bad Godesberg. Mit deutlichen Worten ging Superintendent Mathias Mölleken in seinem jährlichen Bericht auf die politische Situation ein: „Leider besteht unvermindert Anlass, mahnend und erinnernd unsere Stimme gegen Rechtspopulismus, gegen Rassismus und Menschenverachtung zu erheben“, sagte er auf der Herbstsynode des Evangelischen Kirchenkreises Bad Godesberg-Voreifel. „Der Angriff auf die Synagoge in Halle und die dort ermordeten Menschen dürfen uns nicht einfach zur Tagesordnung übergehen lassen.“


Seenotrettung und Klimaschutz


Engagement sei auch bei weiteren Themen nötig. Mit Blick auf die Seenotrettung sei für ihn als Superintendent und Landessynodalem, aber vor allem als Theologen unmissverständlich klar: „Kirche darf und muss sich einmischen. Einmischen ist ein Gebot der Nächstenliebe.“ Er begrüßte, dass die Evangelische Kirche in Deutschland ein Bündnis mit aufbauen wird, das ein zusätzliches Rettungsschiff für Geflüchtete ins Mittelmeer entsendet. Kirchensteuern würden jedoch nicht unmittelbar in das Schiff investiert. Es werde von einer zivilen, erfahrenen Seenotrettungsorganisation betrieben werden.

Klimaschutz ist ein sehr aktuelles und zugleich uraltes kirchliches Thema im Sinne von Bewahrung der Schöpfung. Das Drängen eines weltweit wachsenden Bündnisses junger Menschen sei bislang beispiellos und lasse hoffen, „dass möglichst schnell wirksame Schutzmaßnahmen bindend umgesetzt werden“, so Mölleken. Mathias Mölleken selbst wird sich 2020 zur Wiederwahl als Superintendent stellen, eine Nachricht, die Abgeordneten aus den 13 Kirchengemeinden mit Applaus aufnahmen. Gleichzeitig kündigte er an, dass die Frage der Hauptamtlichkeit dieses Leitungsamtes im kommenden Jahr ebenfalls neu diskutiert werden soll. Im Blick ist dabei auch der zukünftige Zuschnitt der Kirchenkreise in der Region. Da Mölleken in jedem Fall 2022 in Ruhestand gehen wird, könnte der Zeitkorridor von zwei Jahren genutzt werden, um diese Themen zu beraten und zu entscheiden.

Der demografische Wandel und die zurückgehende Bindungskraft von Kirche zeigen sich immer stärker. Heute verzeichnet der Kirchenkreis knapp 700 Gemeindemitglieder weniger als im Vorjahr. Die Gesamtzahl liegt nun bei 51.300 evangelischen Christinnen und Christen. Das wird Auswirkungen auf die Pfarrstellenplanung haben. Von heute 30 Pfarrstellen inklusive der Funktionspfarrstellen wird es 2030 voraussichtlich nur noch 18 geben. In Zukunft gilt es, dieses Kontingent angemessen zu verteilen, so der Superintendent.


Aufgabenkritik


Die Perspektiven aller Arbeitsfelder im Kirchenkreis und auf regionaler Ebene hat die synodale Arbeitsgruppe Aufgabenkritik im Blick. Ziel sind Einsparungen in Höhe von 150.000 Euro. Davon konnten 118.000 Euro bereits erreicht werden, unter anderem durch einen reduzierten Stellenanteil in der Superintendentur. Offene Themen sind die Hauptamtlichkeit der Frauenbeauftragten und die zukünftige Struktur eines Frauenreferats. Außerdem regte Superintendent Mölleken ein neues Referat an, das die Integration und Bildung von Geflüchteten noch stärker koordinieren soll.

Einen Ausblick auf das für geplante Themenjahr Gottesdienst gab Skriba Claudia Müller-Bück. Gegenseitige Besuche, die Reflexion der gottesdienstlichen Praxis bis hin zu Best-Practise-Beispielen stehen dabei im Fokus. „Wir wollen stärker zeigen, wie reichhaltig wir Gottesdienste feiern“, unterstrich die Swisttaler Pfarrerin. Nach einem Aktionstag als Auftakt am 6. Juni 2020 wird die Aktion bis Pfingsten 2021 dauern. Am Ende sind drei große Gottesdienste „gerne an besonderen Orten“ in den drei Regionen des Kirchenkreises geplant.

Das Kirchenparlament mit 73 stimmberechtigten Mitgliedern verabschiedete den Doppelhaushalt für die Jahre 2020/21 mit einem Gesamtvolumen von 6,29 Millionen Euro. Unter den insgesamt sieben Handlungsfeldern bilden diakonische und soziale Arbeit mit 1,55 Millionen Euro den größten Posten. Knapp 1,5 Millionen Euro fließen in Erziehung und Bildung, gut 870.000 Euro in Gemeindearbeit und Seelsorge. Dabei werden zweckgebundene Rücklagen in Höhe von rund 24.000 Euro eingesetzt. Der synodale Haushalt benötigt erneut keine freien Rücklagenmittel zur Defizitdeckung.

Die hauptamtliche Flüchtlingsarbeit im Kirchenkreis Bad Godesberg-Voreifel wird auch in den Jahren 2020 und 2021 mit jeweils bis zu 50.000 Euro aus kreiskirchlichen Mitteln gestützt. Schwerpunkt der Arbeit sind immer stärker integrative und bildende Maßnahmen. Bereits seit 2016 investiert der Kirchenkreis jährlich diese Summe in diese wichtige Arbeit.


Büchereiarbeit sichern – Antrag an die Landessynode


Büchereiarbeit ist ein niederschwelliges Angebot, Kirche vor Ort zu erfahren. Die Kreissynode bittet daher die kommende Landessynode, eine langfristig gesicherte Alternative zur Fachstelle für das Büchereiwesen zu erarbeiten. Diese soll 2023 einem Dezernat angegliedert werden. Dabei sei die fachgerechte Unterstützung der evangelischen Büchereien durch die Landeskirche so sicherzustellen, dass sie den Anforderungen für die Beantragung öffentlicher Fördermittel genügt und die Ausbildung und Begleitung der ehrenamtlich Mitarbeitenden weiterhin gewährleistet.


Wahlen, Kollekte und Grußworte


Als neue stellvertretende Mitglieder im Finanzausschuss wählte die Synode Wolfgang Bauer, (Bad Godesberg) und Stephanie Münstermann (Flamersheim). Die Arbeit der Bonner Bahnhofsmission wird fortgeführt, gab Diakonie-Chef Ulrich Hamacher bekannt. Außerdem werden weitere Ehrenamtliche gesucht. Vor diesem Hintergrund bestimmte die Synode eine kreiskirchliche Kollekte im März 2020 für die Bonner Einrichtung.

Die Synode traf sich im Gemeindezentrum der Evangelischen Johannes-Kirchengemeinde Bad Godesberg. Die öffentliche Tagung begann mit einem Abendmahlsgottesdienst. Als Zeichen der Verbundenheit mit der Bonner Synagogengemeinde sammelte die Synode eine Kollekte in Höhe von 536 Euro für den Kauf einer neuen Thorarolle. Die Pfarrer Rainer Fincke und Jan Gruzlak hielten die Predigt. Grußworte sprachen Landeskirchenrätin Iris Döring, die so auch von der Kirchenleitung grüßte. An Sieg und Rhein - Superintendentin Almut van Niekerk rief dazu auf, sich gemeinsam an die Arbeit für Friede und Gerechtigkeit zu machen. Der scheidende Bonner Superintendent Eckart Wüster sprach „mit ein bisschen Wehmut“ für die „wunderbare Zusammenarbeit in den letzten 19 Jahren“ seine Anerkennung aus.

Pressemitteilung

Evangelischer Kirchenkreis Bad Godesberg-Voreifel

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13.11.2019 15:16 Uhr
Uwe Klasen

„Kirche darf und muss sich einmischen“ --- Hier sei nur an die Rolle der evangelischen Kirche und ihre Anbiederung an die Herrschenden während der NS-Zeit und in der ehemaligen DDR erinnert! Motto: "Wes Brot ich ess, des Lied ich sing."



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Kommentare
juergen mueller:
Frau Esken u.Erfahrung? Die SPD u.gute Umweltentwicklungen u.sozial verträglicher Klimaschutz schon "immer" eine Herzensangelegenheit? Seit wann das denn?Schon mal besser gelogen. Es ist nicht zu fassen,mit welcher Abgebrühtheit man sich hier noch als glaubhaft verkaufen u.aus dem roten Scherbenhaufen noch ein einigermaßen ansehnliches Puzzel machen will.Anstatt sich die Glaubensfrage selbst zu stellen,wird weiter lustig polarisiert u.an für die mit sozialen Unwahrheiten zu fütternde Bevölkerung gearbeitet.Sozial u.christlich sollte die SPD aus ihrem Wortschatz einfach streichen.
Uwe Klasen:
Schon zweimal startete der Sozialismus in Deutschland " ... in die neue Zeit" und endete Tragisch!
juergen mueller:
Bei all dieser Lobhudelei wird wohl vergessen,dass durch SchuWi Koblenz in eine Schuldenfalle geraten ist,von der sie sich bis dato u.bis in die Zukunft nicht erholen wird.Auch unvergessen sollte sein,dass er Widerstände aus der Bevölkerung als "Blödsinn" abgetan hat.Und ja,zu seiner Zeit als OB durchgeboxte Projekte haben Koblenz auch geschadet.Apropo Umweltamt - eine Phantombehörde,deren Berechtigung über Jahrzehnte man als überflüssig bezeichnen kann,da sie in Sachen Umwelt total versagt hat.Vermessen u.voreingenommen ist zu behaupten,in seiner Amtszeit habe eine wohltuende/offenherzige Identifikation der Koblenzer Bevölkerung mit ihrer Heimatstadt stattgefunden.Ich finde,dass hier ein Mensch seine Arbeit gemacht hat nach dem Motto:"Mein Wort ist Gesetz",nach seinen Vorstellungen,keine Widerstände duldend,schon garnicht aus der Bevölkerung.Unter "etwas besonderes u.unverzichtbar" stelle ich mir etwas anderes vor.Es fehlt nur noch,dass Hofman-Göttig ebenfalls Ehrenbürger wird.
Christian S.:
Ich lebe seit Jahren in den USA. Eigentlich wollte ich zurückkehren nach Deutschland. Aber mir wird himmelangst bei diesen Entwicklungen. Ich fühle mich nicht mehr sicher bei meinen Besuchen in Deutschland. Es wird immer meine Heimat bleiben, doch eine die ich nicht wiedererkenne.
Karl:
Ein Deutschland in den wir gut und gerne leben!!!! Es kotzt einen an. Es wird einfach alles hingenommen!
Donald Trump:
An solche Vorfälle müssen wir uns erinnern, wenn wir auf dem Weg zur Wahlurne sind.
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