Kemmenauer Gemeinde feiert bei spätsommerlichen Temperaturen
Kirmes mit „Rädchenumzug“
Leben im Hier und Jetzt
Kemmenau. Kinderlachen, Fahrradklingeln und erzählende Erwachsene ziehen durch die Waldstraße von Kemmenau zum Dorfgemeinschaftshaus. Mit Farbbändern und Luftballons hatten die Kinder bereits am Freitag ihre Laufräder, Fahrräder und Roller für den „Rädchenumzug“ geschmückt. So beginnt in Kemmenau die etwas andere Kirmes. Eine alte Tradition wird aufrechterhalten von einer Interessengemeinschaft, die derzeit aus zwanzig freiwilligen Helfern besteht. Zu einer Andacht unterm Kirmesbaum lud Pfarrerin Nadine Hofmann-Driesch die Gemeinde ein. Die Kerb, Kirmes oder Kirchweih oder wie sie auch immer heißen mag, hat ihren Ursprung in der Kirche. Kirmes, Kerb, Kirchweih und Gottesdienst gehörten zusammen. So die Begrüßungsworte. Heute ist das anderenorts oftmals ganz anders geworden. Ganz wichtig war auch schon immer an Kirmes die Gemeinschaft, weshalb sich auch sehr früh Jahrmärkte, Festzelt und anderes zur Kirmes gesellten. Singen und Musik gehört auch zu jedem Fest dazu.
Im Hier und Jetzt leben
Was machen wir hier eigentlich? Genauer: Wofür ist wohl so eine Kirmes gut, Frage an die Gemeinde. Denkbar ist vieles: Damit es nach dem Bartholomäusmarkt noch mal was zu feiern gibt, damit es den ehrenamtlichen Helfern und dem Bürgermeister nichtlangweilig wird, um das Taschengeld auszugeben, damit man Pommes essen, mit dem Rädchen durchs Dorf ziehen, Enten angeln, Bier trinken kann und dass alles an einem Tag! So die Worte von Pfarrerin Hofmann-Driesch. Die Kirche und sei es als Gebäude hält im Dorf die Erinnerung daran wach, dass es im Leben außer Terminen, Stress, Hektik und Organisieren noch etwas anderes geben muss.
Deswegen ist so ein Kirmes-Fest auch reich an Tradition. Woanders gibt es Kirmesjugend, Kirmeslieder, Kerbeliesel oder de Schlackes; einen Kirmesbaum und einen Umzug haben wir auch. Und auch wenn die Mini-Kirmes gerade auf der Suche nach ihrer Gestalt ist. Sie möge uns das heute ermöglichen: Leben hier und jetzt. Eine Auszeit vom normalen Alltag. So die Schlussworte.
Im Anschluss an den Gottesdienst hieß auch der Bürgermeister Norbert Jachtenfuchs die Gemeinde herzlich willkommen und forderte alle auf, den Kirmesbaum zu schmücken. Viele bunte Bänder brachten die Kinder an der Birke an, bevor der Kirmesbaum von starken Männern aufgestellt wurde. Ein Kinderkarussell oder Autoscooter braucht es in Kemmenau nicht. Dosenwerfen, Entenangeln, Luftballonwettbewerb, Kinderschminken, Reiten und zuschauen wie Ballontiere entstehen, dass alles war ein großes Angebot für die Kleinen Besucher einer Dorf-Kirmes, die nicht aussterben darf. Auf dem Rücken der Pferde liegt ja bekanntlich das Glück dieser Erde und so ließ es sich der Bürgermeister Jachtenfuchs auch nicht nehmen, seinen Ort mal aus einer anderen Perspektive zu sehen. Dank der mitwirkenden Vereine (Reitverein Kemmenau, Freiwillige Feuerwehr Kemmenau, Artistik-Schule Fachbach) und freiwilligen Helfern, konnte dieses kurzweilige Heimatfest gestemmt werden.
