Telefonseelsorge bildet Mitarbeiter aus
„Klären, begleiten, Halt geben“
Rhein-Sieg-Kreis. Alle Hände voll zu tun hat die Telefonseelsorge. Die Anrufe reißen nicht ab, das Telefon klingelt ohne Unterbrechung, die Atempausen zwischen den Gesprächen sind ein Muss. „In Bonn könnten wir problemlos eine zweite Leitung schalten, es würde nicht langweilig, im Gegenteil“, meint Michael Probst-Neumann, seit 2008 Leiter der TS Bonn/Rhein-Sieg. „Unsere Kapazität reicht für 12 bis 13.000 Gespräche pro Jahr, aber der Bedarf ist zwei bis dreimal so hoch.“ Die Mehrheit der Anrufenden sei zwischen 30 und 60 Jahre, die tagsüber, nach der Arbeit oder mitten in der Nacht ein aufmerksames Gespräch brauchten, nur für sich und über ihre eigene Situation. „Genau das bieten wir unentgeltlich, anonym und ohne Tageseinschränkung an, einfach so - in Deutschland seit 60 Jahren.“ An dieser Grundidee habe sich nichts geändert; derzeit motiviere sie bundesweit über 7000 Menschen in ihrer Freizeit, seelsorgerlich tätig zu sein.
Neuer Ausbildungskurs
Im Herbst möchte Probst-Neumann einen neuen Ausbildungskurs starten und sucht bis Ende Mai eine Gruppe von Männer und Frauen im Alter von 27 bis 65 Jahren, die neben Privatleben und Beruf längerfristig mitarbeiten möchten. Vorausgesetzt, sie können sich verbindlich organisieren, sind gerne in Kontakt und christlich eingestellt. Sie werden anderthalb Jahre professionell und spirituell geschult, um in Gesprächen auch mit Schwierigem hilfreich umzugehen, Nachtdienste zu schultern, sich zu reflektieren, Fortbildung und Supervision mitzumachen und im Kreis der Kollegen neugierig zu sein auf sich und die Welt. Die Ausbildung findet ab September allwöchentlich abends in Bonn statt.
Nähere Information unter info@ts-bonn-rhein-sieg.de oder Tel. (02 28) 65 33 44.
