Kammerkonzert mit dem Schnitzler-Quartett im Odendorfer Zehnthaus
Klassische Musik auf höchstem Niveau
Swisttal-Odendorf. Der „Verein Zehnthaus Swisttal-Odendorf/Essig“ lud am Donnerstag, dem 19. Oktober 2023 zum jährlichen traditionellen Kammermusikabend in das namensgebende historische Gebäude im Ortskern ein. In dem Haus hörte man an diesem Abend „… vier vernünftige Leute sich unterhalten, glaubt ihren Diskursen etwas abzugewinnen und die Eigentümlichkeiten der Instrumente kennen zu lernen.“ Goethes berühmtem Ausspruch zum Streichquartett wurden die vier Musiker des Schnitzler-Quartetts nur allzu gerecht: Werner von Schnitzler (Violine), Eduard Bayer (Violine), Mischa Pfeiffer (Viola) und Aiki Mori-von Schnitzler (Cello) fanden mit individuellen Stimmen im musikalischen Gespräch zu einem ausgewogenen Gesamtklang.
Zu Beginn erklang der Adagio-Satz aus dem Streichquartett op.11 des Neoromantikers Samuel Barber. Dieser langsame elegische Satz, ein Klagegesang voller Melancholie und Intensität, wurde in der Orchesterfassung als „Adagio for Strings“ weltberühmt.
Daran schloss sich das „Amerikanische Quartett“ F-Dur op. 96 von Antonín Dvorák an. In die frische Klangwelt und romantische Stimmung führt das von der Bratsche angestimmte erste Thema ein. Diese melodisch und rhythmisch prägnante Gestalt bildet den Grundgedanken des gesamten sehr geschlossen wirkenden Werks, das Dvorák in nur drei Tagen unter dem Eindruck inspirierender Landschaftserlebnisse in den Vereinigten Staaten skizzierte. Die Musiker arbeiteten die besondere Melodik, Rhythmik und die prägnanten Kontraste sehr gut heraus und verloren dabei nie den Schwung dieses mitreißenden Werks, das Freude und Demut vereint. Nach der Pause erwartete das Publikum das elegante Quartett D-Dur op.44 Nr.1 von Felix Mendelssohn. Der Primarius Werner von Schnitzler eröffnet das Stück mit dem ersten Thema, schwungvolle Passagen wechseln sich mit lyrischen Sequenzen ab. Der ersten Geige sind hier im ersten Satz aber auch im folgenden liedhaften Menuett-Satz und dem in weiten Teilen Scherzo-haften Andante virtuose Soli und eine Kadenz zugedacht, die an ein Violinkonzert denken lassen, wobei der Diskurs mit den anderen drei Stimmen nicht abreißt. Das Werk endet mit einem dichten, schwungvollen Presto. Der rasante Schluss mündet in den begeisterten Applaus des musikalisch auf höchstem Niveau beschenkten Publikums.
