Allgemeine Berichte | 12.12.2023, 08:54 Uhr

Begeisterter Applaus für Matinee-Konzert mit Beethoven und Schubert

Klassische und romantische Klaviermusik mit Vesselin Stanev

In einer Konzertmatinee des Grafschafter Kunstvereins spielte der bulgarische Pianist Veselin Stanev Klaviermusik von Ludwig van Beethoven und Franz Schubert. Foto: privat
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Grafschaft-Holzweiler. In einer Konzertmatinee des Grafschafter Kunstvereins spielte der bulgarische Pianist Veselin Stanev Klaviermusik von Ludwig van Beethoven und Franz Schubert.

Die Villa Bellestate war erneut der Schauplatz einer besonderen Spätvormittagsveranstaltung. Diesmal war sie nicht nur musikalisch, sondern auch aufgrund der Genesung von Hausherr Dr. Peter Maerker nach seinem Krankenhausaufenthalt von besonderer Bedeutung. Seine Frau Prof. Dr. Gisela Maerker-Alzer begrüßte das treue Publikum mit den Worten „Sonne im Herzen und viel Musik“, sicherlich mit mehreren Bedeutungen für sich selbst.

Veselin Stanev ist beim Grafschafter Kunstverein ein langjähriger Bekannter, seit seinem ersten Auftritt dort im Jahr 1994. Diesmal brachte er die Musik von Beethoven mit und führte nach der Pause Franz Schuberts große und letzte Klaviersonate B-Dur D 960 auf.

Die letzten drei Klaviersonaten von Franz Schubert, vollendet im August 1828, gelten als Werke, in denen sich seine Rolle als Nachfolger der Klassiker am deutlichsten zeigt, gleichzeitig aber auch sein ureigener, tief persönlicher Ton am klarsten zum Ausdruck kommt. Die B-Dur Sonate D 960 ist die letzte Klaviersonate des früh verstorbenen Musikgenies im Alter von nur 31 Jahren. Stanev entführte das Publikum in klangliche und rhetorische Weiten von reinem musikalischem Wohlgefühl. Konzentriert und äußerlich unbewegt interpretierte er den ersten Satz mit der Überschrift „Molto moderato“ und nahm sich genügend Zeit für die Details, insbesondere in den Passagen, die wie eine Suche nach dem nächsten Schritt klingen. Meditativ und innig gestaltete Stanev das folgende „Andante sostenuto“. Das Scherzo „Allegro vivace“ interpretierte er „con delicatezza“, wie es der Komponist wohl beabsichtigt hatte, als er diese Vortragsbezeichnung in sein Manuskript schrieb. Der Finalsatz „Allegretto ma non troppo“ begann wie eine freie Fantasie, entwickelte sich jedoch zu einem ausgedehnten Rondo, das Stanev mit einem Sinn für die Gesamtform sowie einer Liebe zum Detail darbot. Das begeisterte Publikum verabschiedete seinen Lieblingspianisten erst nach zwei Zugaben (Schumann und Brahms).

Diesen Erfolg hatte Stanev mit einer überzeugenden ersten Konzerthälfte und Beethoven vorbereitet. Zunächst mit den „Sieben Bagatellen“ Opus 33, dann mit den 32 Variationen über ein eigenes Thema WoO 80 und schließlich mit dem bekannten Capriccio „Die Wut über den verlorenen Groschen“ Opus 129. Neben der Freude an Tempo und pianistischer Virtuosität zeichnet sich Stanevs Spiel inzwischen durch einen dichten, singenden Klang mit einer breiten Palette von ergreifender Expressivität aus. Großartige Klaviermusik zum zweiten Advent - was kann man mehr erwarten!?BA

In einer Konzertmatinee des Grafschafter Kunstvereins spielte der bulgarische Pianist Veselin Stanev Klaviermusik von Ludwig van Beethoven und Franz Schubert. Foto: privat

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