Wahl in der Kaiser Ruprecht Bruderschaft zu Rhens
Klaus Siegfried Weber erneut Kanzler
Rhens. Am 21. August des Jahres 1400 wurde in Rhens Pfalzgraf Ruprecht III. von vier der sieben Kurfürsten (darunter er selbst) zum römisch-deutschen König gewählt. Zehn Jahre lang herrschte er danach über das römisch-deutsche Königreich. In bewusster Anknüpfung an dieses historische Ereignis, wählt die 1977 gegründete Kaiser Ruprecht Bruderschaft zu Rhens alljährlich am selben Tag für ein Jahr ihren Kanzler. Ort des Geschehens ist stets der Königsstuhl auf der Rheinhöhe Schawall über der ehemals kurkölnischen Stadt Rhens. Auch 2016 folgte die Bruderschaft ihrer inzwischen fast vierzigjährigen Tradition. Dafür wurde am Tag zuvor – dem 20. August, an dem im Jahr 1400 Ruprechts Vorgänger, König Wenzel, wegen angeblicher Faulheit und Trunkenheit von den Kurfürsten abgesetzt worden war – im Lahnsteiner Salhof zunächst die übliche Bruderrunde abgehalten. Hier standen die Besprechung organisatorischer Angelegenheiten, aber auch von geplanten Projekten und Veranstaltungen im Mittelpunkt. Um die deutsche Geschichte und insbesondere die Bedeutung des Königsstuhls als bedeutendes Denkmal für die deutsche Verfassungsgeschichte in das Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rücken, sind zahlreiche Aktionen geplant. So möchte die Bruderschaft neben Bildungsreisen und Vorträgen zukünftig einen Sonderpreis für einen Schulwettbewerb ausloben. Alle Veranstaltungen stehen unter dem Motto des Friedensappells „Pax optima rerum“, gemäß dem sich die Bruderschaft für die Völkerverständigung einsetzt. Als neuer Kanzler wurde einstimmig Klaus-Siegfried Weber aus Winningen gewählt, der nun für ein Kalenderjahr der Gemeinschaft vorsteht. Auf der Aussichtsplattform des Königsstuhls bedankte sich Weber, der diese Aufgabe nicht zum ersten Mal wahrnimmt, für das Vertrauen und versprach, sein Amt gewissenhaft und mit Gottes Segen auszufüllen. Unter dem Applaus der Mitbrüder ernannte er im Anschluss Dieter Müller (Rhens) ein weiteres Mal zum Säckel-meister und den Lahnsteiner Historiker Alexander Thon M.A. (Lahnstein) zum neuen Schreiber. Nach dem feierlichen, wie stets von einer stilvoll gewandeten Abordnung der Lahnsteiner Rittergilde umrahmten Abgang der versammelten Brüder von der Aussichtsplattform des Königsstuhls begrüßten die zahlreich erschienenen Gäste den neuen Vorstand.
