Allgemeine Berichte | 11.04.2017

Klassisches Benefiz-Konzert in der ehemaligen Pallottiner-Kapelle

Klavier meets Violine

Durch die räumliche Nähe zu den Protagonistinnen entstand eine spürbare Intensität der Klangfarben und interpretatorischen Wucht beim Publikum. Wolfram Heidelmayer

Koblenz. Die öffentliche Präsenz, die Herausforderung , vor nicht nur interessiertem, sondern auch fachkundigem und hörsensiblem Publikum die musikalische Kunstfertigkeit zu präsentieren – das ist der Markenwert jedes und insbesondere jungen Musikers.

Dies hat die 17-jährige Koblenzer Violinistin Anna-Lena Pabst, Schülerin des Musikprofessors Ernst Trina aus Würzburg/Koblenz in Perfektion unter Beweis stellen können.

Zusammen mit der durch in- und ausländische Konzertauftritte erfahrenen Swetlana Travnikova, Absolventin am berühmten Konservatorium in St. Petersburg am Klavier, konnte das junge Musiktalent glänzend ihr musikalisches Format im Ensemble einbringen.

Beide Ausnahme-Musikerinnen gestalteten ein

Konzert in der ehemaligen Pallottiner-Kapelle Koblenz-Ehrenbreitstein und verstanden es im gut besetzten und in einem Halbrund gestalteten Kapelleninnenraum ihre Zuhörer zu begeistern.

Durch die räumliche Nähe zu den Protagonistinnen entstand eine spürbare Intensität der Klangfarben und interpretatorischen Wucht beim Publikum, das nach gespanntem Zuhören der einzelnen Stücke seiner Begeisterung aus vollem Herzen durch brausenden Applaus den gebotenen Ausdruck verschaffte. Die Moderation übernahm in launiger Manier, indessen mit sach- und fachkundigen Vorgaben und Einblicken in die vorgetragenen Werke der Komponisten und der Entstehungsgeschichte

einzelner Stücke, Ernst Matthias Schmitz aus Koblenz.

Große Spielfreude und präzises Ausdrucksvermögen

Die Pianistin Swetlana Travnikova begann mit Johann Sebastian Bachs Choralvorspiel „Wachet auf, ruft uns die Stimme“ in der Bearbeitung von Wilhelm Kempf und „Jesus bleibt meine Freude“ in der Bearbeitung von Ferruccio Busoni in getragenem und perfektem wie souveränem Vortrag, sodass von vornherein klar wurde, in welcher Übereinstimmung von Klavierbeherrschung und emotionaler Intonation und Übertragung die Pianistin in der Lage ist. Mit Antonio Vivaldis Violinkonzert G-Dur 1. Satz schließlich konzertierten Klavier und die Violine von Anna-Lena Pabst in geschlossener und harmonischer wie künstlerischer Tiefe mit großer Spielfreude und präzisem Ausdrucksvermögen. Die junge Anna-Lena überzeugte in großem Stil und ebenbürtig der Klavierbegleitung. In Johann Sebastian Bachs „Chaconne d-Moll für Violine“, allerdings in einer Bearbeitung für Klavier von Ferrucio Busoni, formte die Pianistin vielfarbig und hoch-dynamisch wie differenziert-präzise nahezu Klangwunder. Ludwig van Beethovens „Romanze F-Dur für Violine“ wiederum gab Anna-Lena Pabst Gelegenheit, mit beeindruckend klarer Linienführung und künstlerischer Tiefe ein souveränes Klangerlebnis zu erzeugen.

Mit Claude Debussy`s „ Clair de Lune“ und „L`isle joyeuse“ schmeichelte Swetlana Travnikova dem musikalischen Wohlklang und nahm die Zuhörer gänzlich mit in ihre Musikwelt einer lebensbejahenden Tonsprache, ebenso mit dem „Rondo cappricioso“ des Felix Mendelssohn Bartholdy , geradezu tastentanzend und mitreißend mit variabler Differenzierung des immer wieder auflebenden gleichen Themas, mal in schnellem Lauf, mal getragen. In der abschließenden „Fantasie über die Oper Margarete“, verfasst und bearbeitet von dem Geiger Pablo Sarasate , entfalteten sich bei beiden Musikerinnen eindeutig energetische Impulse mit signifikanter Leichtigkeit des Spiels und tongewaltigen wie variablen Klangmischungen.

Mit klarem und sicherem Körpergestus trumpfte Anna-Lena Pabst mit tiefem Gespür für all die Klangfarben, die eine Violinistin ihrem Instrument zu entlocken vermag, auf. Sie hatte die Bühne für sich erobert. Die begleitende Klavierakrobatik der Swetlana Travnikova vollendete diese emotional berauschende Vorstellung. Die von der Zuhörerschaft eingeforderte Zugabe bestand in dem musikalischen Feuerwerk der „Rumänische Volkstänze“ von Bela Bartok – ein passender und grandioser Abschluss.

Wolfram Heidelmayer

Klavier meets Violine

Durch die räumliche Nähe zu den Protagonistinnen entstand eine spürbare Intensität der Klangfarben und interpretatorischen Wucht beim Publikum. Fotos: Wolfram Heidelmayer

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