Mehr als 30 Kinder kamen zum Start auf die Rheinbacher Lesewiese
Kleines Känguru und tapferer Bär
Bis zum 26. August wird im Freizeitpark immer um 17 Uhr vorgelesen
Rheinbach. Das kleine Känguru will ein Geburtstagsgeschenk für seine Mutter besorgen. Das kann schon ein ziemliches Abenteuer werden. Elke Dietrich-Rein ist eine erfahrene Vorleserin, und die vorwiegend sechs- bis neunjährigen Kinder hingen an ihren Lippen und tauchten in die Geschichte ein, die Paul Maar einst mit seiner unnachahmlichen Mischung aus Wärme und Dialogwitz schrieb. Dietrich-Rein, Leiterin der Rheinbacher Gesamtschule, hat sich wie viele andere Ehrenamtliche wieder für einen Tag auf der Lesewiese zum „Dienst“ gemeldet, „weil Kindern vorzulesen eine gute Sache ist und mir außerdem einfach Vergnügen bereitet.“
Angebot am Ende der Sommerferien
Das kostenlose Angebot macht der Verein zur Leseförderung nun schon seit mehreren Jahren am Ende der Sommerferien für die Familien, die den Rheinbacher Freizeitpark besuchen. Es wird prächtig angenommen. Ute Pfleger aus Swisttal war mit dem fünfjährigen Sören sogar extra wegen der Lesewiese gekommen.
Gerd Engel hat mit den etwas jüngeren Kindern von drei bis fünf Jahren noch eine zweite Gruppe gebildet und ihnen aus Chris Wormells „Der kleine Bär und die sechs weißen Mäuse“ vorgelesen. „Das Buch ist ideal für die Situation auf der Lesewiese geeignet, weil sie in der Sprache, der Handlung und der Illustration besonders prägnant und zugleich nah bei den Kindern ist.“
Das Zuhören klappte schon gut
Der Funke sprang sofort über, wenn das Bärenkind mit Frechheit und Fantasie sechs Mäuse vor der Eule, dem Fuchs und der Schlange beschützte. Die mitlauschenden Eltern halfen, als es bei den Mitsprechstellen anfangs noch zaghaft klang. Das Zuhören klappte aber so gut, dass der 52-jährige Grundschullehrer noch ein weiteres Bilderbuch aus seiner „Best of“-Sammlung herausholte: „Wo ist Mama?“ von Franz und Julia Wittkamp aus dem Jahr 2002. „Bei diesem Buch muss man schon von Liebe sprechen, das gehört in jedes Bilderbuchregal. Leider gibt es das nur noch antiquarisch.“
Am Rande sortierten zwei weitere Aktive des Vereins, Margret Wittgrefe und Angelika Ehlerding, die Bücherkisten, die während der ganz Saison auf dem Lesewiesen-Gelände der malerischen Mini-Golf-Anlage stehen. „Für die nächsten Tage haben wir neben den bewährten Titeln auch viele Neuerscheinungen ausgewählt, die wir für unsere Aktion ‚Rheinbach liest vor‘ testen“, erläuterten die beiden. Bei diesem Vereinsprojekt wird auf die Erstellung einer Auswahlbroschüre hingearbeitet und diese dann kostenlos an alle Familien verteilt. „Das Buch von Chris Wormell hat da in seinem Erscheinungsjahr 2012 auch mal drin gestanden“, erinnerte sich Engel, „zu Recht, wie heute wieder bestätigt wurde.“
Eisgutscheine zum Abschluss
Den Abschluss des täglichen Vorlesens bildete fast schon traditionell die Verlosung von zehn Eisgutscheinen, die wieder das Team vom Café Park Plätzchen zur Verfügung stellte. Die tägliche halbstündige Vorlesezeit, bei der sich auch die Öffentliche Bücherei St. Martin, die KJG und die Rheinbacher Leseclubs beteiligen, dauert noch bis zum 26. August. Die Lesewiese ist hingegen bis zum Ende der Mini-Golf-Saison im Oktober geöffnet.
Wer beim Start der oben angesprochenen Aktion „Rheinbach liest vor“ dabei sein möchte, der kann sich schon den 30. August merken. Dann wird jenes berühmte rote Vorlesesofa, das jedes Mal mit Lesebegeisterten und Rheinbachs Bürgermeister Stefan Raetz als RLV-Schirmherrn das Pressefoto ziert, nämlich auf dem Schlittenberg im Freizeitpark zu stehen kommen. Die PR-Aktion, bei der man sich auch mit einem Leseexemplar versorgen kann, startet um 18 Uhr. Mehr Informationen zum Verein und seinen Projekten unter rheinbach-liest.de.
Pressemitteilung Rheinbach liest
