Brauchtum in Viedel
Klepperkinder unterwegs
Viedel. In den Jahren 2020 und 2021 konnte die Tradition des Klepperns an den Ostertagen in Viedel aufgrund der Corona-Pandemie leider nicht stattfinden. Umso erfreulicher war es, dass diese Aktion in Viedel in diesem Jahr wieder aufleben konnte. Es fanden sich Personen, die dieses traditionelle Brauchtum organisierten und unterstützten.
Wie jedes Jahr verstummten die Kirchenglocken von Gründonnerstag bis zur Osternacht im Gedenken an das Leid und die Kreuzigung Jesu. Im Volksmund sagt man, dass die Glocken Urlaub haben und nach Rom fliegen, um dort Reisbrei zu essen. Da das Läuten der Kirchenglocken in früheren Zeiten den Einwohnerinnen und Einwohnern der Gemeinde die jeweilige Tageszeit mitteilte, fehlte dies in diesen Tagen. Das lautstarke Kleppern der Kinder mit zum Teil eigens dazu hergestellten Gerätschaften dient als Ersatz für das Läuten der Kirchenglocken zu den jeweiligen Tageszeiten. Dieser Brauch hat daher in vielen Gemeinden eine lange Tradition.
An Gründonnerstag, Karfreitag und Karsamstag versammelten sich erfreulicherweise auch in Viedel viele kleine und große Kinder am Viedeler Bur. Durch lautes Kleppern mit den zur Verfügung gestellten Gerätschaften ersetzten sie bei ihren Rundgängen die Mittags- und Abendglocke. Ein gelungenes Wiederaufleben einer alten Tradition, wie die Begeisterung von Kindern und Erwachsenen zeigte.
