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Veranstaltungsbranche protestiert für mehr Unterstützung in leuchtenden Farben

Koblenz sieht rot

29.06.2020 - 16:58

Koblenz. Wer in der Nacht von Montag auf Dienstag am Deutschen Eck und am Schloss spazieren ging, oder einen Blick auf das Fort Konstantin geworfen hat hat sich sicher gewundert was denn dort wohl für ein Mega-Event stattfindet. Die vier großen Koblenzer Veranstaltungstechnikfirmen Actionlight, Zeusaudio, Concept-Event und EckVent hatten in einer Gemeinschaftsaktion die drei Monumente in purpurrotes Licht getaucht. Damit waren sie Teil einer mittlerweile europaweiten Aktion der Eventbranche um auf die prekäre Situation aller Firmen nach dem Corona-Lockdown aufmerksam zu machen. Die Organisatoren der sogenannten „Night of Lights 2020“ beschreiben es mit den einfachen Worten „Die Branche sieht rot“. Während Airlines und Urlaubsanbietern mit allen Mitteln unter die Arme gegriffen wird, stehen allein in Deutschland bald tausende Firmen vor der unausweichlichen Insolvenz und damit hunderttausende Ton- und Lichttechniker, Roadies, Eventmanager, Caterer, Logistiker, Künstler und Entertainer.

„Wir sind die ersten die vom Karusell geworfen wurden und sind garantiert auch die letzten die wieder drauf dürfen, sofern es uns alle dann überhaupt noch gibt“, so Concept Event Geschäftsführer Christoph Kub. Die geltenden Verbote von Großveranstaltungen sind quasi ein komplettes Berufsverbot für alle die in und für die Eventbranche arbeiten. Immer neue Verordnungen machen Veranstaltungen wirtschaftlich unrentabel und das Risiko für den Eventplaner unkalkulierbar.

„Sicher haben wir volles Verständnis für die Maßnahmen, allerdings sind die bisherigen staatlichen Hilfen für unsere Branche eine einzige Farce. Wir verzeichnen Ausfälle von nahezu hundert Prozent und alle Kosten laufen weiter wie bisher. Da sind 9000 Euro nur ein Tropfen auf den heißen Stein“, meint Lars Brennecke von der Urmitzer Firma Actionlight. Auch sein Kollege und Hallennachbar Sascha Hess lässt seinem Unmut freien Lauf: „Als junger Selbsständiger werde ich jetzt genötigt mich auf ewig zu verschulden wenn wir weitermachen wollen. Wir erwarten Hilfe von denjenigen die uns per Erlass in die Insolvenz treiben. Auch wenn wir alle die Maßnahmen verstehen, gerettet werden nur die großen Konzerne“.

Die Zahlen sprechen indes für sich. Die Veranstaltungswirtschaft insgesamt ist einer der größten Sektoren der deutschen Wirtschaft und zählt rund 1 Million direkte Beschäftigte. Es wird ein jährlicher Umsatz von rund 130,0 Mrd. Euro erwirtschaftet. Rechnet man die Kultur- und Kreativwirtschaft mit ihren veranstaltungsbezogenen Teil- und Zuliefermärkten hinzu, so beschäftigen mehr als dreihunderttausend Unternehmen in über 150 Disziplinen mehr als 3 Millionen Menschen und erzielen einen Jahresumsatz von über 200 Mrd. Euro.

Christian Klotz ist ein Koblenzer Original und Geschäftsführer der Zeusaudio GmbH. Seit über 30 Jahren ist er im Business tätig und hat seine Firma mittlerweile zu einem angesehenen und deutschlandweit bekannten Dienstleister aufgebaut. Auch ihn trifft die Krise mehr als hart. Massive Umsatzeinbußen, Kurzarbeit und keine Besserung in Sicht, so hat sich der umtriebige Unternehmer das Jahr 2020 nicht vorgestellt.

Allen Geschäftsführern ist aber eins gemein: Immer die gute Laune behalten und optimistisch bleiben das es hoffentlich bald wieder los gehen kann im Event-Circus. „Das Kollegen auch Konkurrenten sind ist klar, aber in diesen Zeiten müssen wir zusammenstehen und gemeinsam ein Zeichen setzen und das haben wir sicher eindrucksvoll hinbekommen“ fasst Lars Brennecke die Gemeinschaftsaktion zusammen. Chris Kub sieht da auch gleich einen positiven Nebeneffekt „Normalerweise sehen wir uns teilweise ein ganzes Jahr lang nicht weil immer alle irgendwo unterwegs sind, heute können wir mal den Koblenzern zeigen was wir können und dabei noch gemeinsam ein entspanntes Bier trinken.“

Pressemitteilung

Concept-Event

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