Friedenskonzert mit CANTAMUS
„Komm näher Friede...“
Bad Neuenahr. In einer Zeit, wo die Zahl der Kriegsflüchtlinge, die Schutz in unserem Land suchen, immer größer wird, in einer Zeit, wo der Frieden an vielen Orten in der Welt, in Europa, ja auch selbst durch die Flüchtlingsdiskussion der Zusammenhalt in unserem Lande so sehr bedroht wird und sich zunehmend eine latente Gefahr durch islamistische Terroristen breit macht, bot die Grafschafter NGL-Band CANTAMUS im Rahmen der Uferlichter-Konzerte ein herausragendes Friedenskonzert in die Martin-Luther-Kirche in Bad Neuenahr. Dem Sextett gehörten an: Alice Großgarten (Leadgesang), Gerd Jung (Gitarre, Trompete, Gesang), Horst-Peter Kujath (Keyboard, Gesang), Frank Luxem (Flöte, Saxophon, Gesang), Johannes Schüller (Bass und Keyboard), und Frank Uhland (Schlagzeug, Percussion).
Parallel zum Gesang projizierte die Gruppe großformatige Power-Point Bilder von Krieg und Frieden an die Kirchenwand. Es waren Fotos, die zusammen mit den Wiederholungen der Liedzeilen und dem nur Kerzenlicht beleuchteten und somit, im abgedunkelten Kirchenraum, eine gekonnt inszenierte meditative Atmosphäre schufen.
Der von einem 12-jährigen verübte Mord in Freiburg, die Tat der Bombenleger in Ludwigshafen, der Kampf um Aleppo wurden als Beispiele für die derzeitige Situation im Advent 2016 genannt. Dabei befinden wir Menschen uns eigentlich, 25 Jahre nach Ende des Kalten Krieges und dennoch, ist der Friede in der Welt, massiv bedroht . In den Texten spielte auch Gott eine Rolle. Beispielsweise wenn in dem Lied „Was uns belastet“ den Menschen angeboten wird, ihre Last vertrauensvoll zu Gott zu bringen. Der sehr berührende, eindringliche Text „Spuren im Sand“ richtete den Blick ebenfalls in die Richtung, wenn Gott laut Bibel sagt: „Dort, wo du nur eine Spur gesehen hast, da habe ich dich getragen.“ Im ersten Teil des Konzertes gab es „Highland Cathedral“ eine Musik der Bläck Fööss, es folgte „Überleben“ mit dem Text von Thomas Laubach und der Musik von Michael Lätsch.
Dann gab es zu hören „Komm näher Friede“; „Was uns belastet“; „Memory“, „Einer trage des anderen Last“ und „Wo Menschen sich vergessen“. CANTAMUS musizierte vor über 200 Zuhörern nun zum wiederholten Male bei den Uferlichter-Konzerten.
Die virtuose Grafschafter Band versprach und hielt instrumental und vokal eine vorweihnachtlich-illuminierte Atmosphäre. Langer Applaus dankte für den sehr emotionalen und aufrüttelnden Konzertabend. Auch das Musical „Cats“ hatte in diesem ungewöhnlichen geistlichen Konzert seinen Platz. Am Ende ging es ganz konkret um den Frieden, den jeder in seiner eigenen Umgebung realisieren kann: „Frieden fängt bei uns selber an“, heißt es in einem Text.
In der Thematik geht es über Krieg und Waffen hinaus nicht nur um den äußeren, sondern auch um den inneren Frieden jedes Menschen. Es geht um meine persönlichen Erfahrungen mit Frieden oder Unfrieden, um mein inneres und äußeres Überleben in Form von Überzeugungen und aktivem Handeln. Neue geistliche Lieder (NGL) sind gerade in der Ahrregion noch ein Genre, das nach wie vor recht unbekannt ist, aber mehr und mehr in Musikgruppen von Kirchengemeinden oder in Projektchören Gehör findet. Die neuen Gesangbücher in den Gemeinden berücksichtigen schon diese Liedsammlungen, die in den letzten Jahrzehnten entstanden sind und Alltagsthemen unserer Zeit mit populären Instrumenten und Rhythmen kombiniert. Insgesamt kommt eine Klangmixtur von NGL, Pop, Rock, Klassik und Traditionals verbunden mit teils auch sehr anspruchsvollen Harmonien und gelegentlich überraschenden Texten zustande, die nachdenklich macht und zur Meditation einlädt. Vorbilder der Gruppe CANTAMUS sind Ensembles, wie Ruhama, Habakuk, Enzücklika, oder Komponisten, wie Thomas Gabriel und Gregor Linßen. Lieder wie „Was uns belastet“ und „Über Leben“ beschreiben unsere „inneren Kriegszustände“ und Haltungen, die zu Unfrieden führen. Die NGL-Lieder „Ein Anfang“, „Friede komm näher“, „Weite Räume meinen Füßen“ oder „Wo Menschen sich vergessen“ weisen uns den Weg in eine friedvollere Welt. CANTAMUS kombiniert nun schon seit mehr als 15 Jahren einen meist 4-stimmigen Gesang mit traditionellen Instrumenten einer Band.
