Allgemeine Berichte | 24.06.2021

Gemeinsame Studie der HS Koblenz, der TH Bingen und der HS Geisenheim

Kommunale Klimaanpassung im Welterbe Oberes Mittelrheintal

Der Klimawandel stellt auch für das Welterbe Oberes Mittelrheintal eine enorme Herausforderung dar.Foto: Hochschule Koblenz/Kirchner

Koblenz. Der Klimawandel stellt auch für das Welterbe Oberes Mittelrheintal eine enorme Herausforderung dar. Sowohl die in 2029 geplante Gartenschau als auch die Kommunen, ihre Bewohnerinnen und Bewohner müssen sich auf mögliche Extremereignisse wie Hitze, Dürre, Stürme, Starkregen und Sturzfluten, Niedrig- und Hochwasser einstellen. Vor diesem Hintergrund haben drei Hochschulen aus dem Welterbe Oberes Mittelrheintal – die Hochschule Koblenz, die Technische Hochschule Bingen und die Hochschule Geisenheim – eine Studie zur Klimaanpassung im Welterbe Oberes Mittelrheintal erstellt und veröffentlicht.

„Die Art und Weise, wie sich die Kommunen in der Region auf den Klimawandel vorbereiten, ihn in ihren Planungen vorausschauend berücksichtigen und ihre Kommunen schützend stärken, wird ein wesentlicher Erfolgsfaktor sein. Dabei geht es aber nicht nur um die Gartenschau, sondern vor allem um die Vorsorge für gesunde Lebens- und Existenzbedingungen für die Menschen, die hier auch nach der BUGA dauerhaft leben und arbeiten wollen“, betont Prof. Ulrike Kirchner aus dem Fachbereich bauen-kunst-werkstoffe der Hochschule Koblenz. Gemeinsam mit Prof. Dr. Dörte Ziegler, Leiterin des Studiengangs Umwelt-, Wasser- und Infrastrukturmanagement, betreut sie das Projekt von Seiten der Hochschule Koblenz.

„Die Studie richtet sich in ihren Aussagen und Empfehlungen sowohl an die Kommunalverwaltungen als auch an politische Vertreterinnen und Vertreter sowie an die Bürgerinnen und Bürger“, erklärt Prof. Dr. Eckhard Jedicke vom Institut für Landschaftsplanung und Naturschutz der Hochschule Geisenheim. „Im Fokus der Studie steht nicht der Klimaschutz, sondern die Klimaanpassung durch die Kommunen. Ziele der Studie sind dabei, sowohl den aktuellen Stand zu Klimawandelfolgen im Welterbe-Gebiet Oberes Mittelrheintal zu beleuchten als auch für einzelne Handlungsfelder konkrete Vorschläge zu entwickeln.“

Vier erkenntnisleitende Fragestellungen führen durch die Studie: Wie sind Kommunen im Mittelrheintal vom Klimawandel betroffen? Was können Kommunen tun, um sich an den Klimawandel anzupassen? Welche Herausforderungen bestehen und welche positiven Beispiele gibt es? Welche Möglichkeiten der Steuerung und Umsetzung gibt es? Dazu gibt die Studie zunächst einen Überblick zum Stand des globalen Klimawandels und stellt Zusammenhänge zum Stand in Deutschland, in Rheinland-Pfalz sowie vertiefend im Bereich des Oberen Mittelrheintals dar. „Es ist sehr wichtig sowohl die laufenden, als auch die möglichen zukünftigen klimatischen Veränderungen direkt vor Ort zu analysieren, um die tatsächliche Betroffenheit der konkreten Standorte festzustellen“, sagt Prof. Dr. Oleg Panferov von der TH Bingen. Die Schwerpunkte der Studie sind die Entwicklung der Lufttemperatur, der Niederschläge und der relevanten Extreme, wie Hitzetage und Starkregenereignisse sowie die Folgen der Klimaveränderungen und Anpassungserfordernisse für das Obere Mittelrheintal. In Folge werden insbesondere die Bedeutung von Grünstrukturen, Gewässern, Boden und Kaltluftentstehungsgebieten und -abflussbahnen sowie ihr jeweiliger Anteil am Einfluss auf das (Klein-)Klima näher betrachtet.

Die Betroffenheit der Kommunen durch den Klimawandel und konkrete Problemfelder im Oberen Mittelrheintal werden anhand ausgewählter Teilräume für exemplarische Kommunen identifiziert. „Dabei haben wir konkrete Hitze- und Risikopotenziale durch die exemplarischen mikroklimatischen Messungen und Betrachtung von Grünbestand, Zustand der Gewässer, Kaltluftentstehungsgebieten und -bahnen sowie dem Versiegelungsgrad des Bodens festgestellt. In der Folge finden sich exemplarische, übertragbare kommunale Handlungsvorschläge zur Klimaanpassung, bei denen die Schwerpunkte ebenfalls auf den Handlungsfeldern Grünstrukturen, Gewässer, Boden und Sicherung der Kaltluftentstehung und -ableitung liegen“, so Prof. Dr. Elke Hietel vom Fachbereich Life Sciences and Engineering der Technischen Hochschule Bingen.

Abschließend zeigt die Studie Möglichkeiten auf, die Klimaanpassungsmaßnahmen durch passende Steuerungsinstrumente – beispielsweise in der Bauleitplanung – und entsprechende Fördermöglichkeiten zu unterstützen.

An der Studie waren auch die Studierenden der Hochschulen intensiv beteiligt. So wurden die wissenschaftlichen und praktischen Ergebnisse der Studie direkt im Lehrprozess integriert. Die Studie steht unter www.hs-koblenz.de/klimaanpassung wie auch auf den Webseiten der beiden anderen Hochschulen zum Download zur Verfügung.

Pressemitteilung der

Hochschule Koblenz

Der Klimawandel stellt auch für das Welterbe Oberes Mittelrheintal eine enorme Herausforderung dar.Foto: Hochschule Koblenz/Kirchner

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Bildergalerien
Imageanzeige
Image Anzeige
Wir helfen im Trauerfall
Titel - Alles für die Schule
Dauerauftrag 2026
Imageanzeige HUK, Auftragsnummer 4700022058, 2. Anzeige "2+1" Aktion
Tank leer? / -
Reinigungskraft
Empfohlene Artikel
Behelfsbrücke in Insul.  Foto: ROB
110

Kreis Ahrweiler. An den Behelfsbrücken in Liers im Verlauf der K 28 und in Insul im Verlauf der K 25 stehen notwendige Unterhaltungsarbeiten an. Um die Arbeiten sicher durchführen zu können und die Verkehrssicherheit der Brücken weiterhin zu gewährleisten, müssen die beiden Behelfsbrücken vorübergehend voll gesperrt werden. Das teilt der Landesbetrieb Mobilität Cochem-Koblenz mit.

Weiterlesen

Symbolbild.  Foto: ROB
60

Koblenz. Am Abend des 30. Juli 2026 wurde der Polizei eine körperliche Auseinandersetzung zwischen mehreren Personen im Bereich des Schlossrondells in Koblenz gemeldet. Nach ersten Zeugenaussagen sollen im Verlauf des Streits auch Glasflaschen eingesetzt worden sein.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Der Blankartshof in Ahrweiler. Foto: ROB
1525

Die Verwaltung arbeitet an der Reperatur der Brunnen

30.07.: Ahrweiler: Trinkwasserbrunnen wegen Vandalismus außer Betrieb

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Die Stadtverwaltung von Bad Neuenahr-Ahrweiler teilt mit, dass zwei der vier städtischen Trinkbrunnen leider vorübergehend außer Betrieb genommen werden mussten. Hintergrund sind Bautätigkeiten im Umfeld des Trinkbrunnens am „Platz an der Linde“ in Bad Neuenahr sowie Vandalismus-Schäden beim Trinkbrunnen am „Blankartshof“ in Ahrweiler.

Weiterlesen

Symbolbild.
1105

Astrologische Vorschau für die KW 32: Gesundheit, Liebe und Erfolg im Fokus bei den Sternzeichen

Sterne im Blick: Horoskop für die Woche 03. August bis 09. August 2026

Die erste volle Augustwoche bringt Bewegung in viele Lebensbereiche. Während einige Sternzeichen von frischer Energie und neuen Begegnungen profitieren, sind andere gut beraten, genauer hinzusehen und nicht jede Entscheidung aus dem Bauch heraus zu treffen. In der Liebe sorgen ehrliche Gespräche für Klarheit, im Beruf eröffnen sich neue Möglichkeiten – allerdings nicht ohne Einsatz. Auch die Gesundheit...

Weiterlesen

Symbolbild.
530

Täter reißen Frau vom Rad und ziehen sie ins Gebüsch

30.07.: Unbekannte Männer attackieren Radfahrerin in Bonn

Bonn. In Bonn-Graurheindorf ereignete sich am Donnerstagmorgen, dem 30. Juli 2026, ein Vorfall, dessen Ablauf noch unklar ist. Eine Radfahrerin wurde Opfer eines Angriffs durch zwei unbekannte Männer. Die örtliche Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen und bittet die Bevölkerung um Unterstützung durch Hinweise.

Weiterlesen