Cochemer Karnevals-Gesellschaft - „Sturm auf die Bastille“ geriet in eine närrische Warteschleife
Konfuzius riet, den Rathausschlüssel herauszugeben
Cochem. Im Dunstkreis der Sitzbank vom Schmandelecker, Kohhirte Hannes und em Seijnche, mobilisierte sich die rot-weiße Streitmacht der städtischen CKG-Narren, um hier erst nach 11.11 Uhr - in Cochem lässt man es stets gemütlich angehen - zum jecken Sturm auf die Bastille „Lambertz“ (Rathaus) zu blasen. Es stellte sich heraus, dass man trotz listiger Zeitverschiebung nach hinten, sich trotzdem in die Warteschleife begeben musste, da Schultheiß „Wolle“ offensichtlich mal wieder verpennt hatte. Gleichwohl war man vonseiten der Stadtsoldaten dazu bereit, auch in dessen Abwesenheit die Pforte des städtischen Amtssitzes mittels Sprengsatz zu öffnen. Leider offenbarten sich diverse Versuche dahingehend als untauglich, was unisono CKG-General Günter Hammes auf den Plan rief. Der bat jetzt mit ihrer Lieblichkeit „Lea von Kraft und Schwung“ sowie seiner Tollität „Jonas von Schall und Ball“, das neue Kinderprinzenpaar vom TV Cochem um hilfreiche Unterstützung. Die versuchten ihren Kinderbonus vor der dunklen Bastion des Stadtoberhauptes auszuspielen. „Mach endlich off - mir müsse off et Klo“, kam da derb aus royalen Mündern. Eine dringlich formulierte Bitte, die aber ebenfalls ungehört verhallte. Selbst ein flotter Tanz der bildhübschen Gardemädels blieb im Ergebnis negativ, was nicht nur den gut aufgelegten CKG-Offiziellen, sondern auch den jecken Zaungästen der bevorstehenden Proklamation nur ein verständnisloses Kopfschütteln abringen konnte. Da mussten die streitbaren CKGler offensichtlich schwerere Geschütze auffahren, um dennoch irgendwie ins Rathaus zu gelangen. Also versuchte man es mit psychologischer Kriegsführung in Form von „Gesang“, wenn man es wohl gesonnen denn so nennen mochte. Vielstimmig, sehr laut, aber auf jeden Fall herzerweichend, intonierte man in der Folge das Lied vom „Cochemer Jung“, der, hätte er es denn persönlich vernommen, fluchtartig Reißaus genommen, oder ohne jegliche Bedingungen den Rathausschlüssel sofort übergeben hätte. Dies tat kurz darauf auch gerne der sehnlichst herbei gewünschte Bürgermeister, der diesmal, nicht wie üblich im Amtszimmer, sondern bei seiner First Lady verschlafen hatte. Dem aufmunternden Applaus der Jecken konnte er sich bei seinem Erscheinen
dann nicht mehr entziehen und er bat unter Zuhilfenahme des großen Narrenlautsprechers um freundliches Gehör und Aufmerksamkeit. Beides bezog sich dann aktuell auf die Enthüllung einer güldenen Karl-Marx-Büste, die an die Partnerschaft mit der chinesischen Stadt „Yizhou“ auch in der 5. Jahreszeit erinnern sollte. Parallel dazu zitierte Lambertz einen berühmten chinesischen Gelehrten mit dem Spruch: „Willst du an den Rathausschlüssel geraten, dann frag die Cochemer Stadtsoldaten!“ Die verliehen mit ihren Flinten im Anschlag diesem Ansinnen erkennbar Nachdruck, was den Schultheiß zur Vervollständigung seines Spruches führte: „Den Schlüssel geben ist ein Muss, das rät mir jetzt Konfuzius!“
Als Präsent gab es hiernach für alle Jecken Glückskekse aus fernöstlichen Händen.
Danach war es die angenehme Aufgabe des CKG-Zeremonienmeisters und Protokollers Jörg Eckerskorn, die Bedingungen der Regierungsübernahme durch die CKG in 11 närrischen Paragrafen zu proklamieren. In diesen riet er dem Narrenvolk unter anderem die jecke Jahreszeit wunschgemäß farbenfroh, friedlich und vor allen Dingen gemeinsam mit viel Freude zu feiern.
TE
„Cochem Holau!“ Die Jecken aus der Kreisstadt sind in der neuen Session angekommen. Fotos: TE
CKG- Zeremonienmeister und Protokoller Jörg Eckerskorn verlas 11 närrische Paragrafen.
