Hollerer Halle – Treffpunkt für Jecken und Narren
Konzept der kleinen feinen Unterhaltung geht auf
Holler. „Karneval feiern, den ganzen Tag, die ganze Nacht“ – dazu luden die Hollerer Möhnen in die buntgeschmückte Halle „auf dem Wasem“ ein. Zwischen Sketchen, Showtänzen und Liedbeiträgen durfte sich das närrische Volk zu Axel und Edgar Kretschmanns Musik beim Tanze austoben.
Die 3. Stehung beehrte endlich wieder ein leibhaftiger Prinz mit seinem Besuch: Nach drei Jahren Vakanz bekleidete Arian I. dieses Amt souverän und mit Bravour! Ihm kommt natürlich das närrische Gen derer von Roth zugute, die immer wieder Prinzen und Prinzessinnen zur Fastnacht hervorbringen. Sein Gefolge und die Abordnung des Musikvereins Holler zollten ihm ebensolche Hochachtung wie das Publikum.
Eine Rede eröffnete den Abend
Corina Hommrich eröffnete die närrischen Darbietungen mit Erinnerungen an die Zeit des Wählscheibentelefons. Früher reichte ein Telefon im Flur für die ganze Familie. Es wurde in einem eher schlichten Grün hingestellt, am auffälligen Orange hätte man sich in 20 Jahren vielleicht ja sattgesehen. Und heutzutage streichelt jedes Familienmitglied sein eigenes „Zartphone“.
Mit Tanz und Gesang ging es weiter
Danach ging es farbenprächtig mit den Dream Dancers (Trainerinnen Claudia Brand-Pfaff und Daniela Spitzhorn) aus Arzbach weiter. Mit einem Tanz zum „Dia de los Muertos“ ging es überaus lebhaft auf der Bühne zu. Mit Liebe zum Detail geschminkt und geschmückt zeigten die TänzerInnen, wie leidenschaftlich in Mexiko der „Tag der Toten“ gefeiert wird. Eine bunt gemischte Hollerer Gesangsgruppe trug ebensolche Lieder vor: Von Seemannsliedern über kölsche Lebenslust ging es wieder zurück in die Heimat mit „Ich bin aus‘m Westerwald“. Die Zuschauer sangen lauthals mit Dieter Höber, Herbert Stendebach, Gottfried Meyer (alle Gitarre), Balthes Meyer (Cajon), Felix Wilhelmi, Palmira Schmitz, Ute Daubach, Sibylle Roth-Herz, Reinhold Weis und Armin Hannappel (Akkordeon).
Frischen Schwung brachten die Jünglinge des Männerballetts auf die Bretter! Trainerin Sibylle Roth-Herz freute sich, nach einigen Jahren wieder, junge Männer um sich scharen zu können, die allzu bereitwillig nach ihrer Pfeife tanzten. Und das auch noch zu „Kinderliedern“ wie dem Babysitter Boogie, Paulchen Panther und Barbie Girl. In ihren Babyanzügen sahen Marc Winzen, Sebastian Völkel, Tobias Bertram, Kai Viebranz, Kevin Herz, Sebastian Dutz, Martin Alzen, Louis Roth, Leon Heibel, Balthes Meyer und Jonah Bamberger sehr niedlich aus, nicht weniger ihre Babysitterin Lea Bamberger.
Wer schreibt denn noch auf einer mechanischen Schreibmaschine? Diejenigen kennen das Problem, wenn plötzlich „das F hängt“. Der junge Medienmitarbeiter konnte damit allerdings gar nichts anfangen und riet, es doch mit Strg, Alt und Entfernen zu probieren. Der reife Kunde wand ein, Entfernen nicht schreiben zu können, weil doch „das F hängt“. Balthes Meyer und seine Mutter Ruth zeigten das Generationenproblem in puncto Computer humorvoll auf.
Wie hält man sich jung?
Was hält eine Möhne jung? Bewegung! Mit einer grandiosen und gelenkigen Aufführung zu „Wenn ich nicht auf der Bühne wär, was würde ich dann sein?“ verblüfften Angelika (Möhne und Prinzenmama) und Alia Koenen, Bärbel Wilhelmi, Sibylle Roth-Herz, Jutta Bamberger, Corina Hommrich, Heike Kusber und Ruth Kowski-Meyer das verzückte Publikum. Aus Welschneudorf fanden sich athletische Leihgaben ein: Zunächst schwebte die Tanzgruppe Dance Infinity (Trainer: Verena Meyer und Florian Fetz) mit Mariposa, der Schmetterlingsfee ein. Wunderschöne Posen und Bilder, die an den Frühling erinnerten, bot die Gruppe dar. Mit 29 TänzerInnen der zweiten „Nejdörfer“ Gruppe Dance Emotions (Trainerin Ann-Christine Stockel) erlebten die Zuschauer den Spirit der Tikis. Wahnsinn, welche Show und Hebefiguren diese Truppe drauf hat! „Aloha“ (Zuneigung/Sympathie) war den amtierenden Deutschen Meistern in der Disziplin „Schautanz gemischte Formation“ gewiss!
Bevor das junge Publikum die Bühne stürmte, blieb es Theresa Schwalbach – die charmante Jungmöhne gab ihr Debüt als Moderatorin – den Akteuren, Technikern, Helfern und vor allem dem treuen und gutgelaunten Publikum zu danken! So manch einer wird noch im Traum ein „Holler Hollau“ ausgerufen und „3 mol 4, Nagel in die Tür“ mitgebrummt haben…
In diesem Jahr fand sich wieder genügend junges Blut fürs Männerballett zusammen: 11 Kerle zwängten sich für Trainerin Sibylle Roth-Herz nochmal in die abgelegten Strampler.
