Allgemeine Berichte | 10.09.2019

Förderverein der Burgruine Reichenstein betrat mit einem Open Air-Konzert Neuland

Konzert im Schatten der Burg war eine Premiere

Die Band „T-Time with Lukas“ spielte bekannte Lieder aus den Charts und sorgtedafür, dass sich die Gäste beim Tanzen aufwärmen konnten. Fotos: KER

Puderbach. Öfter mal was Neues! Das erlebt man immer wieder mal in Puderbach. Dort thront die Ruine der Burg Reichenstein über dem Holzbachtal, ganz in der Nähe von Puderbach und den Ortsteilen Reichenstein und Richert. Das ist der Platz, wo in der Vergangenheit regelmäßig das beliebte Burgfest stattfand, eine Veranstaltung für Freunde des mittelalterlichen Lebens und historischer Sitten und Gebräuche. Der Förderverein der Burgruine Reichenstein lockt damit Besucher weit über die Ortsgrenzen hinaus ins Puderbacher Land. Jetzt hatten sich die Mitglieder des Vereins etwas Neues überlegt: Der von Wald umgebene Platz unterhalb der Burgruine ist ein idealer Ort für musikalische Veranstaltungen. So fand am Samstagabend das erste Open-Air-Konzert dort statt. Die Besucher waren begeistert. Eine einzigartige Atmosphäre bietet das Gelände rund um die einstige Burg. Besonders, wenn deren immer noch stattliche Überreste in der Dunkelheit kunstvoll beleuchtet werden. Das konnte man am Samstagabend beobachten, einen sanften Übergang verschiedener Farben auf das alte und teilweise sanierte Gemäuer.

Alles war vom Förderverein gut vorbereitet worden. Für die verschiedensten Getränke hatte man gesorgt, für reichlich rustikales und schmackhaftes Essen und auch für genügend Steh- und Sitzplätze unter vom Himmel fallendes Wasser abschirmenden Dächern. Nur eins konnten die Veranstalter nicht beeinflussen, das waren die Temperaturen. Nach langer Hitzezeit war es dem Regulierer am weltlichen Thermometer eingefallen, die Gradzahl auf die herbstliche Zahl 10 einzustellen. Da brauchte es schon warme Pullover und Jacken, um unter freiem Himmel der Musik der Band „T-Time with Lukas“ zu lauschen. Tanzen half natürlich auch gegen das langsam aufkommende fröstelnde Gefühl.

Oder man wärmte sich am Lagerfeuer auf, das Benny Skupin und seine Freunde vom Wake up-Festival am Brennen hielten. Die Wake up-Crew hatte die Bewirtung der Gäste übernommen. Sein Kollege Michael Führer sagte im Gespräch mit „BLICK aktuell“: „Das Open Air hier ist eine Premiere. Voriges Jahr haben wir hier noch den Mittelalter-Markt veranstaltet. Da hatte ich die Idee, die Burg einmal anzustrahlen. Das haben wir dann auch gemacht, im Juni. Als wir dann oben auf der Burg saßen, der Benny Skupin und ich, dachten wir uns: Wir müssen mal etwas anderes machen als immer nur Mittelalterfeste. Wir schauten nach unten und dachten: Das ist der ideale Platz, um dort eine Bühne hinzustellen und ein Konzert im Schatten der Burg zu veranstalten. Davon haben wir dann unseren Vorstand des Fördervereins mit dem Vorsitzenden Wolfgang Kunz überzeugt. So entstand der Plan, das Mittelalter-Fest mit einem Open Air-Konzert immer abwechselnd stattfinden zu lassen.“

Die Band „T-Time with Lukas“ hatte der in der Szene bestens sich auskennende Benny Skupin besorgt, der aufgrund seiner jahrelangen Organisation des Wake up-Festivals über ein großes musikalisches Netzwerk verfügt. Mit Covermusik der Neuzeit sprach die Band ein breites Publikum an, wie es das erklärte Ziel der Veranstalter war.

Das Projekt stößt in der Kultur- und Partywelt Puderbachs auf großes Interesse. Schon zur Premiere, bei nicht gerade idealen Wetter- und Klimabedingungen, strömten zwischen hundert und zweihundert Besucher zu dem Felsen im Holzbachtal. Von allen umliegenden Ortschaften Puderbach, Daufenbach und Steimel waren Shuttledienste zum Veranstaltungsort eingerichtet worden. Bis 21 Uhr fuhren die Wagen zur Burgruine hin, ab 21 Uhr dann zurück zu den Abholorten.

Fördervereinsvorsitzender Wolfgang Kunz sagte am Rande der Veranstaltung zu „BLICK aktuell“: „Aufgrund der Witterungsbedingungen haben wir nicht genau den Erfolg, den wir uns erhofft hatten. Wir werden diese Veranstaltungsreihe aber auf jeden Fall fortsetzen. Sehr dankbar sind wir, dass wir Unterstützung des Landes und eines europäischen Bürgerprojekts bekommen haben, für das wir uns beworben hatten. Außerdem hat die Sparkasse Altenkirchen-Westerwald uns bei der Anschaffung der Bühne unterstützt. Es ist ein super Ambiente hier und man kann noch mehr draus machen. Es ist jedenfalls mal ein Anfang. Wie genau man das später ausgestalltet, da gibt es verschiedene Möglichkeiten.“

Der Förderverein Burg Reichenstein wurde 2001 gegründet. Hauptanliegen des Vereins ist es, die Bausubstanz der Burgruine zu erhalten und auszubessern und das Kulturgut auch den kommenden Generationen zu bewahren. Außerdem will man die Burg als kulturelles und historisches Erbe und Wahrzeichen des Puderbacher Landes bewahren. Insbesondere soll sie, nicht zuletzt aufgrund ihrer geschichtlichen Bedeutung, der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Sie soll auch den Schulen als Lernort dienen und Platz für vielfältige kulturelle Veranstaltungen bieten. Das hat sie am vergangenen Sonntag in beachtenswerter Weise wieder einmal getan. Auf Wiederholungen darf man sich schon freuen.

Konzert im Schatten der Burg: Das Konzept kam trotzherbstlicher Temperaturen an und soll ausgebaut werden.

Konzert im Schatten der Burg: Das Konzept kam trotz herbstlicher Temperaturen an und soll ausgebaut werden.

Benny Skupin (links) und sein Team von der Wake up-Crew sorgten fürdie Bewirtung der Besucher mit herzhaften Speisen und belebenden Getränken.

Benny Skupin (links) und sein Team von der Wake up-Crew sorgten für die Bewirtung der Besucher mit herzhaften Speisen und belebenden Getränken.

Ein einzigartiges Ambiente: Am Fuß der beleuchtetenBurgruine Reichenstein feierten die Gäste desFördervereins ein tolles Open Air-Konzert.

Ein einzigartiges Ambiente: Am Fuß der beleuchteten Burgruine Reichenstein feierten die Gäste des Fördervereins ein tolles Open Air-Konzert.

Die Band „T-Time with Lukas“ spielte bekannte Lieder aus den Charts und sorgte dafür, dass sich die Gäste beim Tanzen aufwärmen konnten. Fotos: KER

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