Nacht der Vulkane – Maria Laach-Tag
Kreative Programmpunkte begeisterten die Besucher
Zahlreiche Gäste statteten dem Kloster und den Klosterbetrieben trotz hochsommerlicher Temperaturen einen Besuch ab
Maria Laach. Im Rahmen der diesjährigen „Nacht der Vulkane“ stand der „Maria Laach-Tag“ ganz im Zeichen des Klosters. So wurde den trotz der hochsommerlichen Temperaturen zahlreich erschienenen Besucher u.a. die Möglichkeit geboten, auf einem geführten Rundweg den Klausurbereich des Klosters näher kennenzulernen. Während der neue Prior-Administrator P. Petrus Nowack OSB gemeinsam mit den Bürgermeistern und Beigeordneten der „Ferienregion Laacher See“ (VG Brohltal, VG Mendig und VG Pellenz) und einigen Sponsoren sowie den „Machern“ der jeweiligen Tourist-Stabstellen den „Maria Laach-Tag“ vor der „Tourist-Info“ offiziell eröffnete, war das beliebte Fest bereits in vollem Gange. Die „Ehrengäste“ begaben sich jedoch zunächst in die Abtei, wo sie bereits von Pater Philipp erwartet wurden, der ihnen zunächst die als Doppelorgel konzipierte Stahlhut-Orgel aus dem Jahre 1910 vorstellte, die über 66 Register verfügt. Außerdem präsentierte er die Klais-Orgel (Schwalbennestorgel) im unteren Teil der Abteikirche. Da die Distanz von der großen Orgel auf der Hauptempore zum Hauptraum der Kirche zu groß ist, wird als musikalische Begleitung die Schwalbennestorgel genutzt, da der Klang sich in der Kirche optimal ausbreiten kann. Bei der Renovierung der großen Orgel wurden seinerzeit viele Dinge übersehen und deshalb auch nicht renoviert. Die nunmehr erneut anstehende Renovierung der großen Orgel erfolgt in drei Abschnitten: Schritt eins: Es werden zwei neue Spieltische angeschafft (für die Haupt- und die Schwalbennestorgel). Die Schwalbennestorgel wird an die Hauptorgel angekoppelt. Schritt zwei: Um den Klang zu optimieren, wird die große Orgel ausgereinigt. Schritt drei: Die Erweiterung des historischen Pfeifenmaterials. „Den Umfang der Kosten für die Renovierung können wir derzeit noch nicht genau beziffern. Wir haben zunächst einmal die Angebote der Orgelbauer eingeholt und können hierzu im Sommer etwas sagen. Dann werden wir uns mit der Denkmalpflege, mit der wir jetzt schon in Kontakt stehen, intensiv beraten, um beim Bund entsprechende Förderanträge stellen zu können“, so Pater Philip im Gespräch mit BLICK aktuell. Dass die Orgel in Maria Laach trotz aller Mängel noch einen wunderbaren Klang hat, bewies Gereon Krahforst, der nach einer Folge festlicher und beschwingter Renaissancetänze an der Schwalbennestorgel und an der großen Orgel Werke von Joseph Franck, Franz-Josef Breitenbach und Flor Peeters eindrucksvoll interpretierte. Um 16 Uhr eröffnete der bekannte Organist sein Orgelkonzert mit einer Suite aus Renaissancetänzen und spielte anschließend an der Hauptorgel Liedvariationen von Scheidt sowie einige sommerliche Naturszenen von Stebbins und Lemare, bevor seine alljährliche und mittlerweile zum Kult gewordene viersätzige, dramatische Improvisation über einen Vulkanausbruch erfolgte. Als wahrer Publikumsmagnet erwies sich die Ausstellung „Glaube und Politik – Konrad Adenauer und die Abtei Maria Laach“. Der erste Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland war der Abtei Maria Laach zeitlebens eng verbunden und verbrachte in den Jahren 1933/34 mit Unterbrechungen eine Zeit des Exils in der Abtei. Dieser Zeit sowie seiner Verbundenheit mit Maria Laach, aber auch seinem Wirken als Oberbürgermeister der Stadt Köln, Präsident des Preußischen Staatsrates, Präsident des Parlamentarischen Rates und schließlich als Bundeskanzler ist diese Ausstellung gewidmet.
Zahlreiche Angebote für kleine und große Gäste
Außerdem strömten um 15 Uhr zahlreiche Familien mit Kindern in die Aula des Klosters, wo die Koblenzer Puppenspieler mit ihrem Kindertheaterstück „Nulli & Priesemut“ begeisterten. Dabei handelte es sich um eine ebenso lehrreiche wie heitere Geschichte, in deren Verlauf Priesemut feststellte, dass sein Hasenfreund Nulli sich vor Spinnen fürchtet. Anschließend konnten die Kids sich auf der Hüpfburg im Biergarten des Seehotels so richtig austoben. Außerdem gab es zur Stärkung „biblische Speisen“. In der Buch- und Kunsthalle durften die Jungen und Mädchen ihren ganz persönlichen Glücksstein aussuchen und bemalen. Außerdem konnten sie – ebenso wie die Erwachsenen – unter dem Motto „Glas und Lava“ gegen ein geringes Entgelt ihr eigenes Armband kreieren. Während viele Besucher sich von den Sonderaktionen sowie den außergewöhnlichen und individuell von der Schreinerei Seiler gefertigten Möbeln magisch angezogen fühlten, faszinierte Bruder Jakobus vor der Buch- und Kunsthandlung mit seinen kunstvollen Drechselarbeiten. In der Klostergärtnerei ging es diesmal besonders spannend zu: Neben vielen Tipps für bienenfreundliches Gärtnern wurden fleischfressende Pflanzen präsentiert. Ob es sich um die Venus-Fliegenfalle, den Sonnentau, die Schlauchpflanze oder das Fettkraut handelte – alle Pflanzen hatten eines gemein: Die Insekten gingen ihnen buchstäblich auf den Leim. Die ohnehin schon extremen Temperaturen stiegen bei den Schmiedevorführungen in und vor der Kunstschmiede von Edgar Radar noch einmal um einige Grade an. Angenehm war dagegen ein Besuch im angrenzenden Ausstellungsgarten, den der Kunstschmied vor langer Zeit bereits angelegt und inzwischen um ein vielfaches erweitert sowie mit beeindruckenden Exponaten sowohl aus der eigenen Kunstschmiede als auch mit hinzu gekauften Werken ausgestattet hat. Zur großen Freude der Kinder war auch das Team der Tourist-Information mit seinem Maskottchen Laachus auf dem Klostergelände unterwegs. Außerdem sorgte in diesem Jahr erstmals eine Fotobox mit Bildern zum Mitnehmen für Furore, da die Besucher unbedingt eine bleibende Erinnerung an die Vulkanregion Laacher See mit nach Hause nehmen wollten. Bevor sie den Tag mit einer feierlichen Vesper um 17.30 in der Abteikirche ausklingen ließen, stärkten sich viele Gäste am Imbiss des Hofladens mit feurigem Chili con carne vom Laacher Rind, während die Kids ganz wild auf die Dinosaurier-Pommes rot-weiß waren. FRE
Fleischfressende Pflanzen erregten in der Klostergärtnerei die Aufmerksamkeit der Besucher.
Zur großen Freude der Kinder war auch das Team der Tourist-Information mit seinem Maskottchen Laachus auf dem Klostergelände unterwegs.
Gespannt lauschten die Ehrengäste Pater Philip, der über die Laacher Orgel Interessantes zu berichten wusste. Foto: FRE
