Allgemeine Berichte | 18.02.2026, 15:59 Uhr

Ein Blick hinter die Kulissen des ÖPNV im Kreis Ahrweiler

Kreis Ahrweiler: Warum Busse manchmal ohne Passagiere fahren

Symbolbild.  Foto: ROB
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Kreis Ahrweiler. Wer einen leeren Bus durch den Kreis Ahrweiler fahren sieht, fragt sich vielleicht: Warum fährt der eigentlich ohne Fahrgäste? Die kurze Antwort: Oftmals, weil er muss. Die längere Antwort hat unter anderem mit Schulzeiten, Arbeitsrecht und Logistik zu tun.

Im Kreis Ahrweiler bestimmt der Schülerverkehr die Anzahl und die Größe der eingesetzten Busse. Oder anders gesagt: Alles, was vier Räder hat, ist morgens und nachmittags im Einsatz, um Schülerinnen und Schüler pünktlich zur Schule zu bringen und wieder abzuholen. Insgesamt sind das täglich mehr als 8.000 Schülerinnen und Schüler, die mit rund 150 Bussen zu 41 Schulen transportiert werden. Diese Busse starten in der Regel aus den zentralen Depots heraus und fahren daher zunächst leer zu ihrer ersten Linienfahrt. Nach ihrem Halt an der letzten Schule sind die Busse erneut leer. Ein Teil fährt anschließend im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) weiter und stellt ein Grundangebot für die Bevölkerung sicher. Deshalb entstehen zwischendurch sogenannte Leerfahrten, bei denen sich diese Busse auf den Weg an einen anderen Einsatzort machen.

Aber: Es macht keinen Sinn, alle in der Schülerbeförderung eingesetzten Busse gleichzeitig auf anderen Linien fahren zu lassen. Dies hängt mit den teilweise großen Distanzen im Kreisgebiet und der engen zeitlichen Taktung zusammen. Sobald die Busse im sogenannten Jedermannverkehr unterwegs sind, werden sie zu echten Alltagshelden: Menschen nutzen sie, um Arztbesuche wahrzunehmen, zum Einkaufen oder für den Weg zur Arbeit und generieren dabei Fahrgeldeinnahmen.

Gegen Mittag fahren die Busse wieder zurück zu den Grundschulen, um zuerst die jüngeren Kinder abzuholen, später dann die „größeren“ Grundschülerinnen und Grundschüler. So entstehen für den Rückweg oftmals wieder Leerfahrten.

Ähnlich sieht es am Nachmittag aus: Busse fahren teilweise leer zu den weiterführenden Schulen, um anschließend nahezu voll wieder zurück in die Wohnorte zu rollen. Gegen 16 Uhr steht noch der Heimweg der Betreuungs- und Ganztagsschülerinnen und -schüler an.

Was folgt auf den Schülerverkehr?

Ab etwa 18 Uhr beginnt der Feierabend- und Freizeitverkehr – werktags wie am Wochenende. Ziel ist es, mit attraktiven Strecken möglichst viele zusätzliche Fahrgäste zu gewinnen und letztlich auch Einnahmen zu erwirtschaften, zum Beispiel durch das Jobticket, Deutschlandticket, Gästeticket oder mit dem klassischen Einzelfahrschein.

„Wir sind uns aber natürlich bewusst, dass es hin und wieder auch Fahrten gibt, die von niemandem genutzt werden. Diese gilt es zu ermitteln und gegen Strecken mit größerem Kundenpotenzial zu ersetzen“, betont Geschäftsbereichsleiterin Anja Toenneßen, in deren Zuständigkeit auch die Bereiche ÖPNV und Schülerbeförderung fallen.

Fazit:

Leere Busse sind kein Zeichen von falscher Planung oder dauerhaft fehlenden Fahrgästen, sondern oft das Ergebnis eines komplexen Systems, das versucht, Schule, Arbeit, Freizeit und Finanzierung zusammen zu bringen. Ziel bleibt, mit den vorhandenen Ressourcen möglichst viele Menschen zuverlässig, bezahlbar und klimafreundlich an ihr Ziel zu bringen. Und manchmal muss dafür ein Bus erst einmal leer fahren, damit er später möglichst viele Fahrgäste transportieren kann.

Symbolbild. Foto: ROB

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