Kreis-Chorverband blickt nach vorne
Kreis Ahrweiler. Der Vorstand des Kreis-Chorverbands Ahrweiler (KCV-AW) hatte für den 17. Februar zu seiner diesjährigen Mitgliederversammlung in das Hotel „Zum Stern“ in Ahrweiler eingeladen.
Der Tradition folgend begrüßte die gastgebende „Chorgemeinschaft Ahrweiler-Walporzheim“ die anwesenden Gäste mit einem Liedvortrag. Danach begrüßte der Vorsitzende des KCV-AW, Günter Nerger, den neuen Regional-Chorleiter der Region 2, Wolfgang Fink, und gab ihm Gelegenheit, sich vorzustellen. Er ist seit 20.01.24 in diesem Amt tätig und ermunterte die Chöre zu neuen Schritten und Aktivitäten zur Belebung Chorlandschaft und versprach, dies nach Kräften zu unterstützen.
Vor Eintritt in die Tagesordnung beantragte der Vorsitzende die Absetzung des TOP 10 (Neuwahl des Vorstandes). Geschäftsführer Otto Lembke erläuterte hierzu, dass der Vorstand nach Prüfung im Vereinsrecht noch bis Oktober 2025 im Amt sei und somit eine Neuwahl nicht anstehe. Wegen der besonderen Umstände in den zurückliegenden „Corona-Jahren“ und der Ahrflut waren hierzu Irritationen entstanden.
Nach der offiziellen Eröffnung der Versammlung stellte Günter Nerger die fristgemäße Einberufung und die Beschlussfähigkeit der Versammlung fest. Anschließend wurde allen verstorbenen aktiven und inaktiven Mitgliedern gedacht, insbesondere Werner Lohner, der mehr als 25 Jahre Kreis-Chorleiter des KCV war.
In seinem Bericht ließ Günter Nerger die Aktivitäten der Jahre 2022 und 23 Revue passieren und verdeutlichte damit die vielfältige Arbeit des Kreis-Chorverbandes. Die Schatzmeisterin Rita Löhndorf berichtete umfassend über die Kassenlage. Kassenprüfer Winfried Ley (MGV Ahrweiler) gab anschließend den Prüfbericht ab. Er bescheinigte der Schatzmeisterin eine korrekte und vorbildliche Kassenführung und beantragte die Entlastung des Vorstandes. Die Delegierten stimmten dem einstimmig zu. Kreis-Chorleiter Wilfried Schäfer thematisierte in seinem Jahresbericht u.a. die Problematik der Überalterung der Chöre und der damit einhergehenden zunehmenden Schwierigkeit, neue Mitglieder zu gewinnen. Hierzu nannte er immer wieder zu hörende Schlagwörter wie: „Chorliteratur ändern hin zu moderner Chormusik“, „Weg von alten Schnulzen“, „Wir müssen das singen, was junge Menschen und Menschen im mittleren Alter hören möchten“. Schäfer vertrat die Meinung, dass die meisten Chöre diesen Ideen durchaus Rechnung tragen, da sie alle Genres, alle Chorgattungen, alle Chorwesensarten wie Barock, Renaissance, Romantik, Klassik, Neuzeit, Gospels, Spirituals, nationale und internationale Volksliedbearbeitungen, nationale und internationale Folklore, Mundart wie Bläck Fööss etc., wie auch Stücke in anderen Sprachen in ihrem Repertoire haben und zieht daraus für sich den Schluss, dass die Chorliteratur im Ganzen nicht die Ursache sein kann, warum fast niemand mehr der Sozialgemeinschaft „gemischte Chöre, Frauenchöre, Männerchöre, auch nicht Jugend- oder Kinderchören“, beitreten will. Pressereferent Klaus Geck warb darum, die Pressearbeit nicht zu vernachlässigen. Hierzu gehörten insbesondere Einladungen an die Lokalredaktionen zu Veranstaltungen der Vereine und die anschließende Berichterstattung über diese Veranstaltungen. Pressearbeit sei eine wichtige Werbung für die Vereine. Sollten Vereine keinen Pressewart haben, bot er seine Hilfe an.
Die Zukunft hängt am Ehrenamt
Unter dem TOP „Aussprache und Mitteilungen appellierte Günter Nerger zum Themenbereich „Zukunft des Kreis-Chorverbandes“ an die Delegierten, sich bei den Vereinsmitgliedern dafür einzusetzen, Bewerber für die Neubesetzung des Vorstandes im Jahr 2025 zu finden, da dies für den KCV-AW inzwischen höchste Priorität einnimmt, denn fast alle Vorstandsmitglieder, die seit 2013 im Amt sind, wollen mit Ablauf dieser Wahlperiode ihre Ehrenämter definitiv zur Verfügung stellen.
Leider bestehe zurzeit aber ein offensichtlich mangelndes Interesse, in einem Verband mitzuarbeiten betonte Nerger und machte deutlich, dass alle angeschlossenen Vereine und Chöre schließlich den Kreis-Chorverband bilden und damit als Mitglieder auch die Verantwortung für die Funktionalität und seinen Fortbestand tragen. Nach den Jahren ihrer Arbeit für die Vereine und Chöre sollte es, so Nerger weiter, den derzeitigen Vorstandsmitgliedern möglich sein, den „Stab“ an neue Kollegen zu übergeben. Er erwarte nun von den Mitgliedern, dass sie dazu nun dahingehend Verantwortung zeigen. Er appellierte, bis zur nächsten Wahl alle Möglichkeiten zu nutzen, neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für den KCV zu gewinnen.Der Trend in der Gesellschaft sich nicht mehr im bisherigen Maß für die ehrenamtliche Mitarbeit in Vereinen und Verbänden zu engagieren, z.B. bedingt durch teilweise hohen Altersdurchschnitt in den Chören, andere Lebenseinstellungen, vielen Freizeitangeboten und geänderten Interessenlagen ist bekannt, dennoch, so Nerger in seinem Plädoyer, dürfe man nicht mutlos zuschauen, sondern müsse im gemeinsamen Schulterschluss mit Energie an diese Aufgaben herangehen, grundsätzlich Interessierten „Furcht“ vor dem Ehrenamt zu nehmen. Er sei davon überzeugt, dass sich dann auch ein Erfolg einstellen werde. Hierzu kann man dann gemeinsam mit „Interessierten“ auf Veränderungen der Verbandsstrukturen und neuen Ideen „herumdenken“. Nerger forderte die anwesenden Vereinsvertreter dazu auf, zeitnah entsprechend aktiv zu werden: „denn nur Sie kennen die Leute in Ihrem Umfeld, die man auf unsere gemeinsame Sache ansprechen kann“, so Nerger.
Diesem eindringlichen Plädoyer schloss sich ein reger Gedankenaustausch an. Unter anderem wurde angeregt, eine „Aufgabenbeschreibung“ für die Vorstandsämter zu erarbeiten, um mögliche Interessenten zu informieren und mit ggf. neuen Strukturen die „Angst“ vor dem Ehrenamt zu nehmen.
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