Evangelischer Kirchenkreis Koblenz
Kreissynode Koblenz hat getagt
100 stimmberechtigte Mitglieder aus 24 Kirchengemeinden im Norden von Rheinland-Pfalz trafen zusammen
Koblenz. Die Synode des Evangelischen Kirchenkreises Koblenz hat am Wochenende im Haus Horchheimer Höhe in Koblenz getagt. Mit einem breiten Themenspektrum befassten sich mehr als 100 stimmberechtigte Mitglieder aus den 24 Kirchengemeinden im Norden von Rheinland-Pfalz.
Superintendent Rolf Stahl erinnerte in seinem Bericht zur Synode an wichtige Wegmarken des vergangenen Jahres, wozu auch zahlreiche Begegnungen mit Menschen jüdischen und muslimischen Glaubens zählten: „Interreligiöses Lernen und Interreligiöse Kompetenz sind für mich ein wichtiges Glaubwürdigkeitszeugnis. Mein Glaube bewegt dazu, den Frieden zu suchen und ihm nachzujagen. In dieser Suchbewegung weiß ich mich auch mit denen verbunden, die meinen Glauben nicht teilen, sich zu einem anderen bekennen oder gar keinen haben.“
Besonders erschüttert zeigte sich Stahl angesichts antisemitischer Anschläge in Deutschland und der Feststellung, dass auch ein relevanter Teil der protestantischen Bevölkerung die eigene antisemitische Tradition nicht in einem Prozess der selbstkritischen Auseinandersetzung überwunden habe.
Er fragte: „Warum fällt es so schwer, aus der Geschichte zu lernen um der Gegenwart und Zukunft willen? Wir haben allen Grund, mit gutem Beispiel voranzugehen und keine Mühe dafür zu scheuen. Alles andere wäre verhängnisvoll. Antisemitismus ist Sünde. Das lässt sich nicht relativieren oder verharmlosen.“
Resolution gegen Antisemitismus und judenfeindliche Angriffe
Der Evangelische Kirchenkreis Koblenz hat am Samstag beschlossen, sich eine Resolution der Evangelischen Kirchengemeinde Oberwinter gegen Antisemitismus und judenfeindliche Angriffe zu eigen zu machen und diese in allen Gottesdiensten des Kirchenkreises am Buß- und Bettag abzukündigen sowie sie der Öffentlichkeit kundzutun. (Die Resolution im Wortlaut: www.kirchenkreis-koblenz.de)
Pfarrstellen- und Gemeindeentwicklung bis 2030
Als „Alleinstellungsmerkmal“ für die Kirchenkreise innerhalb der Evangelischen Kirche im Rheinland bezeichnete Superintendent Rolf Stahl den 2019 begonnenen regionalen Planungsprozess zur Gemeinde- und Pfarrstellenentwicklung bis zum Jahr 2030. Vier Presbytertage in den Regionen Ahr, Nette, Koblenz und Südwest äußerten einvernehmlich den Wunsch, lebendige und funktionsfähige Gemeinden zu erhalten und weiterzuentwickeln. Mit einem entsprechenden Beschluss der Kreissynode ist der Weg für die Fortsetzung der Zukunftsplanung jetzt frei. Bis 2024 sollen verbindliche Konzepte einer Zusammenarbeit in den jeweiligen Regionen entwickelt werden. Ausgangspunkt für den Planungsprozess war die Zahl von 42,25 Pfarrstellen im Jahr 2018, die bis zum Jahr 2030 auf 22,44 Pfarrstellen zurückgehen soll.
Zehn Jahre Umweltnetzwerk Kirche Rhein Mosel e.V.
Das Umweltnetzwerk Kirche Rhein Mosel e.V. begeht in diesem Jahr sein zehnjähriges Bestehen. Als Vorstandsvorsitzender des gemeinnützigen und ökumenischen Vereins sprach Andreas Kirchgässner am Samstag unter anderem über das anerkannte „Highlight“ des Netzwerkes: „Energiesparen in Kirchengemeinden“. Er plädierte für „sinnvolles und nachhaltiges Verhalten“ und zeigte sich überzeugt: „Wer früher anfängt, hat länger was davon.“ In kirchlichen Gebäuden könne man zum Beispiel durch die richtige Einstellung von Heizungsanlagen erheblich Kosten einsparen und Schimmelbildung in Räumen und an Orgeln verhindern.
Weitere Infos und Anfragen zur Beratung von Kirchengemeinden: www.umweltnetzwerkkircherheinmosel.de
Rückendeckung durch landeskirchliche Büchereifachstelle gefordert
Die Kreissynode Koblenz hat beschlossen, die fachliche Begleitung der ehrenamtlichen Kräfte von Öffentlichen Evangelischen Büchereien an fünf Standorten im Kirchenkreis Koblenz über das Jahr 2022 hinaus sicherzustellen. Die Synodalen haben sich dem Antrag der Kirchengemeinde Remagen-Sinzig angeschlossen. Die rheinische Landessynode soll das Thema „strukturelle Konzeption einer Büchereifachstelle“ erneut auf die Tagesordnung setzen, damit die aktuell ca. 60 ehrenamtlichen Kräfte in der Region arbeitsfähig bleiben. Helene Schäuble aus Remagen, Beauftragte für die kreiskirchliche Büchereiarbeit, bezeichnete die gemeindlichen Einrichtungen als wichtige niedrigschwellige „Türöffner“. Sie seien „Orte der Begegnung und des Austausches“, die Rückendeckung seitens der landeskirchlichen Büchereifachstelle brauchen für Schulungen, Fortbildungen oder Fördertopf-Beratung.
Kurz notiert
Pfarrer Christoph Funke verlässt Ende 2019 nach 32 Jahren die Evangelische Kirchengemeinde Koblenz-Mitte und geht in den Ruhestand.
Insgesamt 80.129 Protestantinnen und Protestanten gehören dem Evangelische Kirchenkreis Koblenz an.
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