Allgemeine Berichte | 02.02.2023

Wechselvolle Geschichte des kurfürstlichen Schlosses

Kriegsschule in Schloss Engers vor 160 Jahren eröffnet

6“ Inspection der Kriegsschule Engers.  Foto: Archiv: Kretzer

Neuwied-Engers. Mit dem 3. Januar 1863 begann für den Ort Engers eine neue Epoche. Nachdem König Wilhelm I. im Frühjahr 1862, nach einer persönlichen Besichtigung der baulichen Voraussetzungen, die Entscheidung traf, dort die vierte Kriegsschule von Preußen einzurichten, erlebte der Ort einen gewaltigen Aufschwung. Die Errichtung einer vierten Kriegsschule findet zum ersten Mal 1860 eine Erwähnung, weil der Vermehrung der Offiziersstellen im Heer Rechnung getragen werden sollte. Nach Potsdam, Erfurt und Neiße sollte die neue Schule in der Rheinprovinz eingerichtet werden.Es standen vier Orte zur Auswahl:

- das Dicasterialgebäude in Ehrenbreitstein

- das Abteigebäude in Malmedy

- die Maximinkirche in Trier und

- das Königliche Schloss Engers.

Nachdem Fürst Friedrich Wilhelm von Nassau-Weilburg, der Schloss Engers bisher als Sommerresidenz genutzt hatte, 1815 Engers gegen Dillenburg tauschte, hatte das Schloss weitgehend leer gestanden. Gelegentlich wurde es vom Sohn des Königs, Kronprinz Friedrich Wilhelm genutzt.

Auch der Preußische Staatskanzler Fürst Alexander von Hardenberg war 1818 über mehrere Wochen dort einquartiert. Ihn hatte der König in die Rheinlande geschickt, um den Rheinländern wieder preußische Ordnung und Gehorsam beizubringen. Denn nach der französischen Besatzung und den französischen Revolutionstugenden: Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit hatten sich die leichtlebigen Rheinländer an neue Freiheiten gewöhnt, die sie nur ungern aufgeben wollten.

So überreichte der große Sohn der Stadt Koblenz, Josef Görres, während dieser Zeit von Hardenberg eine Petition, die 3.000 Unterschriften trug. Nur der Bürgermeister von Hatzenport hatte nicht unterschrieben. Der König sandte ihm eine Belobigung und Hardenberg erhielt einen Rüffel, dass er diese Petition überhaupt entgegengenommen hatte. Und man nannte fortan in den Rheinlanden einen Menschen mit politischem Stumpfsinn einen Hatzenporter.

Im Jahre 1862 betrug die Einwohnerzahl 1.150 und stieg bis zum Jahre 1888 auf 2.150 an. Hieran hatte die Kriegsschule mit ihren komplementären Einrichtungen einen großen Anteil. Nicht mitgerechnet waren hier das Offizierskorps der Ausbildung und die knapp 100 Fähnriche.

Wenn auch der „Rote Baron“, der Freiherr von Richthofen, nicht Schüler der Engerser Kriegsschule war, so war es doch jemand aus seiner Familie, denn im Jahre 1905 ist ein Fhr. v. Richthofen vom 2. Ulanen-Regiment in der Festschrift zum 50-jährigen Bestehen der Kriegsschule genannt. Jedoch andere berühmte Namen tauchen in den Chroniken über die Kriegsschule auf: z. B. Groener, Viebahn, Ludendorff, Mannstein.

1914 beendete die Kriegsschule ihre Tätigkeit. Über 5.000 Offiziersschüler wurden in Engers ausgebildet. Von 1914 bis 1918 war Schloss Engers dann Reservelazarett. Danach stand es leer und wurde 1928, mit Speehaus, Meisterhaus und dem anliegenden Gelände von der Kölner Josefs-Gesellschaft für Krüppelfürsorge für 200.000 RM erworben, die dort eine Orthopädische Klinik einrichtete und eine Ausbildungsstätte für körperbehinderte männliche Jugendliche.

6“ Inspection der Kriegsschule Engers. Foto: Archiv: Kretzer

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