Die Freunde der Ahrtalbahn sprachen mit Oliver Krauß (CDU, MdL) aus Bonn über die Bahnanbindung des Ahrtals
Kritik an weiter ansteigenden Preisen im Nahverkehr
Region. Die Ahrtalbahn erhält auch politische Unterstützung aus dem benachbarten Nordrhein-Westfalen. Bei ihrem Stammtisch konnten die Freunde der Ahrtalbahn kürzlich mit CDU-MdL Oliver Krauß (Bonn) einen aktiven Verkehrspolitiker aus dem nordrhein-westfälischen Landtag begrüßen. Krauß gehört im NRW-Landtag unter anderem dem Verkehrsausschuss an und ist in dieser Funktion auch über die Landesgrenze hinaus aktiv. Mit Interesse, so Krauß, verfolge er bereits seit Jahren die vielfältigen Aktivitäten der Ahrtalbahnfreunde. Nach der Begrüßung durch den Sprecher der Freunde der Ahrtalbahn, Wolfgang Groß, sprach Krauß zahlreiche regionale und überregionale ÖPNV-Themen an: Es gebe Überlegungen, das sogenannte „Kölner Dieselnetz“ zu elektrifizieren. Zum „Kölner Dieselnetz“ gehören die Oberbergische Bahn, die Eifelstrecke, die Voreifelbahn und die Ahrtalbahn. (VAREO bedeute Voreifel, Ahr, Rhein, Eifel, Oberberg). Für eine Elektrifizierung der Ahrtalbahn bestehe eine Notwendigkeit, ebenso wie gegebenenfalls die Prüfung alternativer Antriebsarten (unter anderem Wasserstoff), sofern die Errichtung einer Oberleitung in den Tunneln entlang der Ahr nicht möglich sein sollte.
Trassenkonflikte
Im Zusammenhang mit der Überlastung der linksrheinischen Bahnstrecke zwischen Köln und Remagen entstehen regelmäßig „Trassenkonflikte.“ Oliver Krauß kritisierte hierbei auch die Systematik der Trassenvergabe, da die Überlastung des Streckenabschnitts nicht berücksichtigt werde und es keinen Bestandsschutz für bestehende SPNV-Verbindungen gebe. Oliver Krauß lobte die Ahrtalbahnfreunde in diesem Zusammenhang ausdrücklich „für deren tolles Engagement.“ Dieses sei insbesondere hilfreich gewesen, als die Deutsche Bahn Überlegungen angestellt hatte, wegen der Überlastung der linken Rheinstrecke alle Züge der Ahrtalbahn in Remagen enden zu lassen. „Gerade die umsteigefreie Direktverbindung von der Ahr in die Bundesstadt Bonn ist jedoch attraktiv. Mithilfe der Ahrtalbahnfreunde konnte die Umsetzung der Pläne der DB verhindert werden“, so MdL Krauß weiter. Der erfahrene Landespolitiker setzt sich auch für durchgehende Züge aus dem Ahrtal über Bonn hinaus ein: „Der Entwurf für den Deutschlandtakt 2030+ sieht eine Verknüpfung der Ahrtalbahn (RB 30) mit der Rhein-Wupper-Bahn (RB 48) vor. Auch aus diesem Grund ist die Frage zu klären, welche Antriebsart auf dieser Verbindung zum Einsatz kommen soll. Denn die RB 48 (Mehlem - Bonn - Köln - Wuppertal) verkehrt mit Elektrotriebfahrzeugen, während die zum Kölner Dieselnetz gehörende Ahrtalbahn mit Diesel betrieben wird.“ Wegen der Durchbindung der Züge wären auch die Überlegungen vom Tisch, im Bonner Hauptbahnhof das ehemalige Stumpfgleis 409 auf der Südseite des Empfangsgebäudes zu reaktivieren, da die Ahrtalbahn dann keine Wendemöglichkeit in Bonn mehr benötigen würde, so Oliver Krauß zu dieser Entwicklung.
RE 5 als Doppeltraktion
Entgegen der ursprünglichen Planung wird der RE 5 (RRX 5) auch im Abschnitt zwischen Koblenz und Remagen in Doppeltraktion betrieben. Der Zweckverband Nahverkehr Rheinland (NVR) beteiligt sich an den dadurch entstehenden Mehrkosten. Aufgrund der durchgehenden Bedienung in Doppeltraktion entfällt das Stärken und Schwächen (Verkürzen) in Remagen. Die dadurch eingesparte Zeit wird teilweise dazu genutzt, um den Regionalexpress bzw. den RRX wieder in Oberwinter halten zu lassen. Oliver Krauß hob in diesem Zusammenhang das besondere Engagement der Aktiven der Initiative Bahnhof Oberwinter hervor, die sich für die Wiedereinführung eingesetzt hatten. Bedauert wurde jedoch, dass mit dem Neubau des Bahnhofes Oberwinter die beiden Außengleise (1 und 4) verbaut werden – und damit jegliche Möglichkeit zur Reaktivierung als Überholgleise genommen wird.
Weiterhin wurden bei der gut besuchten Veranstaltung im früheren Bad Bodendorfer Winzerverein von Krauß folgende Punkte angesprochen: Fragen zu Fahrpreisen und Tarifen: Kurze Darstellung der Finanzierungssystematik (Steuerfinanziert/nutzerfinanziert); kritische Betrachtung der jährlichen, standartmäßigen Preiserhöhungen sowohl im VRS (Verkehrsverbund Rhein-Sieg) als auch im VRM (Verkehrsverbund Rhein-Mosel) wieder für 2020; Übergangstarif VRS/Ahr; Nicht-Anerkennung der BahnCard im VRS - etwa bei einer Fahrt von Dernau nach Bonn (anders als innerhalb des VRM mit 25 Prozent); zu kleine VRM-Waben führten zu recht hohen Fahrpreisen im Ahrkreis (auch bei Bussen); Lob für das deutlich verbesserte Busangebot entlang der Ahr.
Und anders als der VRS, bietet der VRM immerhin eine VRM-Card an, womit im gesamten VRM-Gebiet ein Rabatt von 25 Prozent in allen Bussen und Bahnen gewährt wird.
