Gruppe „Sevenup“ zeigt ihre Werke im Alten Kloster in Heimerzheim
Künstlerinnen „sehen“ ihren Ort
Am 13. und 14. Juni können die Werke der Ausstellung besichtigt werden
Swisttal-Heimerzheim. Im Jahr 2009 veranstaltete die Künstlergruppe „Sevenup“ im Zusammenwirken mit dem Swisttaler Kunstverein ihre erste Ausstellung im Alten Kloster in Heimerzheim. Für ihre Ausstellung 2015 hatten sich die sieben Künstlerinnen in einem Workshop die Vielschichtigkeit ihres Ausstellungsortes „erarbeitet“. „Wir fanden, es müsste doch sehr interessant sein zu sehen, wie sieben Künstlerinnen den Ort, den wir unterschiedlich gut kennen, wahrnehmen und dann unsere Eindrücke künstlerisch umsetzen“, erläuterte Valentina Siggelow.
Die in Köln lebende Künstlerin gibt seit vielen Jahren in Heimerzheim Malkurse. Also zogen Frauen, alle haben ein Studium an der Alanus-Hochschule absolviert, durch die Heimerzheimer Straßen, besuchten auch die Burg, entdeckten den Jüdischen Friedhof, waren Zuschauer beim großen Schützenumzug.
Am Freitag eröffnete Lisa Kilian, die Vorsitzende des Swisttaler Kunstvereins, gemeinsam mit Vizebürgermeister Robert Datzer die Ausstellung. Wenn auch nicht immer auf den ersten Blick, aber bei genauerem Hinschauen konnten die Besucher doch viele Objekte erkennen.
Valentina Siggelow etwa ist begeistert von den Landschaften entlang der Swist. „Wenn ich aus Köln nach Heimerzheim komme, fahre ich immer auf der Landstraße, da gibt es so viel zu sehen, und es sind oft die unterschiedlichsten Stimmungen zu beobachten.“
Landschaft bietet viele abwechs- lungsreiche Highlights
So sind ihre Landschaftsbilder auch eine Komposition der Farben, mal im Sonnenlicht, aber auch mit dunklen Regenwolken. Vom Jüdischen Friedhof war besonders Magrit Riske beeindruckt. Ihre Spurensuche nach jüdischem Leben führte sie in die Ballengasse und die Kirchstraße. Elisabeth Heiermann hatte ihren Fotoapparat mitgenommen und fleißig Bilder „geschossen“. „Die habe ich dann digital umgearbeitet, heißt ich habe die Bildinhalte stark reduziert, vereinfacht. Was auszuhalten war, blieb, anderes verschwand, ich wollte nur das Wesentliche übrig lassen.“
Heimerzheim vor Ort - Häuser, Straßen und Menschen
Eher aus Zufall ist Christine Simonis bei ihrer Motivsuche auf ihre Familiengeschichte gestoßen. Im Nachlass der Mutter hatte sie ein Babylätzchen mit ihren Initialen gefunden, und erstellte nun eine Liste der Simons, beginnend mit Johann Jakob Simon und seiner Frau A. Maria Simon und deren Kindern und weiteren Nachkommen von 1846 bis 1932. Da in jeder Generation auch einige Kinder starben, vervielfältigte sie das Lätzchen in einem Monotypie-Verfahren, hell für die überlebenden Kinder, dunkel für die verstorbenen Kinder. Ein großes Kopfkissen hat sie mit dem Spruch, den sie ebenfalls im Nachlass der Mutter gefunden hatte, bestickt: „Eines für die Wiege, eines für den Sarg.“ Der Ausstellungsraum, in dem Christine Simons ihre Installation aufgebaut hat, war früher einmal eine Entbindungsstation gewesen.
Die Heimerzheimer Gärten inspirierten Margarete Graef. „Bereits die Malerikonen Emil Nolde, Claude Monet und auch Max Liebermann beschäftigten sich mit Gärten und malten Blumen.“ Beim Schützenumzug beobachtete Catharina Reiss die Heimerzheimer. Dabei verzeichnete sie die Menschen fast karikaturenhaft, so etwa eine Frau, die ein rosafarbenes Schaukelpferd hinter sich herzieht.
Wer das erste Ausstellungswochenende verpasst hat, kann noch am Samstag, 13. Juni, von 15 bis 19 Uhr sowie am Sonntag, 14. Juni, von 11 bis 18 Uhr, die Ausstellung besuchen. Die Finissage, mit der Möglichkeit, mit den Künstlerinnen über ihre Werke zu sprechen, ist am Sonntag, 14. Juni, ab 15 Uhr.
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