Allgemeine Berichte | 29.11.2017

Förderverein Kunst und Kultur in Wachtberg

Kulturpreis wurde fünf verdiente Kulturschaffende vergeben

Dr. Hans und Maria Böhm, Hans und Angela Thelen und posthum Professor Dr. Harald Uhl erhielten die Auszeichnung

Den Wachtberger Kulturpreis 2017 übergaben Gabriela von Loë (links) und Alfred Schneider (rechts) von KuKiWa an Angela und Hans Thelen, Maria und Dr. Hans Böhm und Brigitte Uhl für ihren verstorbenen Ehemann Professor Dr. Harald Uhl. JOST

Berkum. „Wir haben wahrlich beeindruckende Menschen in unserer Gemeinde“, zeigte sich Gabriela von Loë beim Festakt zur Verleihung des „Wachtberger Kulturpreises 2017“ beeindruckt. Gleich fünf verdiente Kulturschaffende erhielten die Auszeichnung, die der Förderverein Kunst und Kultur in Wachtberg (KuKiWa) seit 2009 alle zwei Jahre verleiht. Den Preistträgern sei gemeinsam, mit ihrem ehrenamtlichen Engagement mit dazu beizutragen, dass Kunst und Kultur ihre identitätsstiftende Wirkung im Drachenfelser Ländchen ausspielen könnten.

Dr. Hans Böhm und seine Frau Maria erhielten die Auszeichnung für ihr unermüdliches Engagement zur Wiederherstellung und Pflege der kleinen Fachwerkkapelle „Maria Himmelskönigin“ in Klein-Villip. Die Wiederherstellung des bäuerlich-barocken Bauwerkes diene nicht zuletzt der geistlichen und kulturellen Verankerung der Bevölkerung, so Laudator Dr. Norbert Kühn. Denn hier werde nicht nur sprichwörtlich „die Kirche im Dorf gelassen“, sondern eine bereits abgerissene Kirche wieder an ihren ursprünglichen Standort zurückgebracht.

Kleine Kapelle im großen soziokulturellen Zusammenhang

Die Wiedererrichtung in ehrenamtlicher Initiative habe die kleine Kapelle in einen großen soziokulturellen Zusammenhang gesetzt. Die alte Kapelle habe vielleicht keinen historischen Wert besessen, der einst einen Erhalt gerechtfertigt hätte. Aber mit ihrem Abriss habe auch eine spirituelle und geistliche Instanz im Ort plötzlich gefehlt und sei nun wieder an ihre angestammte Stelle gesetzt worden. „Die fehlende Kapelle war wie ein ausgeschlagener Zahn im Gebiss“, so hatte Böhm seine Gefühle einst selbst beschrieben, die dazu geführt hätten, sich dieser eigentlich aussichtslosen Aufgabe anzunehmen, die am Ende dennoch nach nur zehn Jahren erfolgreich beendet worden sei. Allerdings hätten zu diesem Erfolg sehr viele Leute beigetragen, bemerkte Böhm in seinen Dankesworten. Doch einer müsse nun mal den Karren ziehen und die anderen mitreißen, ergänzte Kühn. So sei etwas Neues, Verbindendes und Identitätsstiftendes entstanden.

Hans und Angela Thelen wurden geehrt für die kreative Errichtung und die engagierte Pflege des „Kleinen Museums“ in Niederbachem, das sie im Laufe der Jahre zu einer kleinen kulturellen Sehenswürdigkeit erweitert und mit zahlreichen Exponaten zu Ereignissen, Brauchtum und Vergangenheit ihrer Heimat ausgestattet hätten.

Laudator Hans-Jürgen Döring wies darauf hin, dass der langjährige Vorsitzende des Heimatvereins Niederbachem und seine ebenfalls im Vorstand stark engagierte Frau sich in vielfältiger Weise in das Gemeinwesen ihres Heimatortes einbrächten. Doch unter den zahlreichen Aktivitäten steche das „Kleine Heimatmuseum“ noch einmal heraus.

Liebenswerte heimatkundliche Sammlung

Die liebenswerte heimatkundliche Sammlung sei so etwas wie das Gedächtnis des Dorfes und verdiene eigentlich einen geeigneteren Standort als das Obergeschoss der Alten Schule, wo das Einraum-Museum für Menschen, die nicht mehr gut zu Fuß seien, nur schwer zu erreichen sei. Hier könne man viel über die Geschichte und das Leben in den Dörfern des Drachenfelser Ländchens lernen, das für viele Menschen aus ganz Deutschland und sogar aus aller Welt mittlerweile zu einem „Wohlfühlwohnort“ geworden sei. Nicht nur Neubürger, sondern auch die Alteingesessenen könnten hier viel über ihre Heimat erfahren, was ansonsten dem Vergessen anheimgefallen wäre.

Ausgezeichnet wurde auch noch Professor Dr. Harald Uhl posthum, in Würdigung seiner hohen fachlichen wie menschlichen Qualitäten und seines nie ermüdenden Einsatzes zur Kultur des bewussten Miteinanders in Wachtberg. Außerdem werde damit seine leitende Mitwirkung im Ökumenischen Arbeitskreis und der geschichtlichen Aufarbeitung des jüdischen Lebens in Wachtberg Anerkennung gezollt, so Laudatorin Dr. Barbara Hausmanns.

Abwechslungsreiches Musikprogramm

Mit einem abwechslungsreichen Musikprogramm umrahmte KuKiWa die Verleihung des Wachtberger Kulturpreises in der Aula des Schulzentrums Berkum. Eröffnet wurde der Abend mit Johann Sebastian Bachs Konzert in d-moll für zwei Violinen und Basso continuo sowie mit dem 1. Satz Vivace, gespielt von den Streichern des Wachtberger Jugend- und Kammerorchesters unter der Leitung von Hans Werner Meurer. Sie spielen zum Ausklang der Preisverleihung auch den ersten Satz aus Joseph Bodin Boismortiers Sonate für Violoncelli a-moll.

Bemerkenswert war auch der Auftritt des Borea Barockorchesters unter Leitung von Dr. Robert Wittbrodt, das zunächst „La Cumparsita“ von Gerardo Matos Rodríguez vortrug, gefolgt von dem Stück „Vuelvo als sur“, das Astor Piazzolla 1988 herausbrachte, ferner dessen Kompositionen „Chiquilin de Bachín“ und „Libertango“. Rheinische Töne schlug zudem der

Gemischte Chor „Eintracht“ Adendorf unter der Leitung von Alfons Gehlen an und gab auch eine Reminiszenz an den Musical-Erfolg „Die Kannebäcker“.

JOST

Cellisten des Wachberger Jugendorchesters und des Wachberger Kammerorchesters glänzten bei der Verleihung des Wachtberger Kulturpreises 2017.

Cellisten des Wachberger Jugendorchesters und des Wachberger Kammerorchesters glänzten bei der Verleihung des Wachtberger Kulturpreises 2017. Foto: Volker Jost

Der Gesangverein „Eintracht“ Adendorf brachte Kölsche Töne in die Festveranstaltung zur Verleihung des Wachtberger Kulturpreises 2017.

Der Gesangverein „Eintracht“ Adendorf brachte Kölsche Töne in die Festveranstaltung zur Verleihung des Wachtberger Kulturpreises 2017. Foto: Volker Jost

Den Wachtberger Kulturpreis 2017 übergaben Gabriela von Loë (links) und Alfred Schneider (rechts) von KuKiWa an Angela und Hans Thelen, Maria und Dr. Hans Böhm und Brigitte Uhl für ihren verstorbenen Ehemann Professor Dr. Harald Uhl. Fotos: JOST Foto: Volker Jost

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Bertram: Das ist mittlerweile der 4. Bus der von dieser Marke vollkommen ausbrennt. Des Weiteren berichte die Rhein Zeitung darüber, dass der VREM 37. Busse der ersten Generation vorsichtshalber außer betrieb...
  • Fabian F: Nichts Neues gefühlt ein Bus pro Woche
  • Sandra Sattler: Der Zustand der L330 zwischen. Nassau und Zimmerschied ist eine absolute Katastrophe- und das nicht erst seit gestern! Wir sind wohnhaft in Hömberg und werden seit vielen Jahren mit diversen Ausreden vom LBM vertröstet.
  • Janek: Wer die Strecke kennt, kann sich den Grund bereits denken … Der Straßenzustand ist dort so schlecht, dass er besonders für Motorradfahrer ein ernstzunehmendes Sicherheitsrisiko darstellt. Dem verunglückten...
  • Siegfried Kowallek: Verwunderlich ist weiterhin, dass die SPD der Neuwieder CDU vorhält, gegen den Unvereinbarkeitsbeschluss der Christdemokraten in Bund und Land im Hinblick auf die Partei Die Linke zu verstoßen. In insgesamt...
  • Siegfried Kowallek: Die Nennung von BSW und der Partei Die Linke im selben Kontext ist sachlich nicht gerechtfertigt und damit unredlich. Prominentester linker Befürworter deutscher Waffenlieferungen an die Ukraine ist Bodo...
Dauerauftrag
Dauerauftrag Imageanzeige
Werbeplan 2026
Wohnträume
Vorabrechnung, Nr. AF2025.000354.0, April 2026
Wohnträume - Wohnen & Garten im Blick
Wir helfen im Trauerfall
Sachbearbeiter/in (w/m/d)
130 Jahre freiwillige Feuerwehr Bad Neuenahr und Tag der offenen Tür, 19.04.26
Empfohlene Artikel
Der Zustand der L83 wird regelmässig bemängelt. Foto: GS
54

Kempenich/Weibern/Morswiesen. Immer wieder erreichen die Redaktion Hinweise von Leserinnen und Lesern zum Zustand der Mayener Straße (L83) zwischen Kempenich, Weibern und Hausten. Die Kritik: deutliche Fahrbahnschäden und der Wunsch nach einem sicheren Radweg entlang der Strecke. Im Rahmen der Reihe „HeimatCheck“ hat BLICK aktuell beim Landesbetrieb Mobilität (LBM) nachgefragt.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Foto: Polizei
28

Die Vermisste könnte orientierungslos wirken oder Hilfe benötigen.

13.04.: Vermisst: Polizei sucht demente 61-Jährige

Region. Seit Sonntagabend, 12.04.2026, wird eine 61-jährige Frau aus Worms vermisst. Die Vermisste ist dement und lebt derzeit in einer Pflegeeinrichtung in Worms. Sie wurde zuletzt am 12.04.2026 gegen 20:30 Uhr durch Pflegepersonal gesehen. Seit diesem Zeitpunkt ist ihr Aufenthaltsort unbekannt. Sie ist zeitlich sowie örtlich desorientiert. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass sie sich in einer hilflosen Lage befindet.

Weiterlesen

Symbolbild.  Foto: ROB
6

Neuwied. Am Freitagnachmittag gegen 17:45 Uhr erhielt die Polizei Neuwied die Meldung über einen auffälligen Hochzeitskorso auf der B42, an dem sieben bis acht Fahrzeuge beteiligt gewesen sein sollen. Diese hätten durch ihr Fahrverhalten den Straßenverkehr erheblich gefährdet. Nach bisherigen Erkenntnissen fuhren die Fahrzeuge wiederholt in Schlangenlinien und nutzten dabei beide Fahrstreifen, teils auch bei Gegenverkehr.

Weiterlesen

Die umgehend eingeleiteten Löscharbeiten zeigten schnelle Wirkung.  Foto: Feuerwehr VG Puderbach
10

Von einem angrenzenden Gewächshaus bliebt nur das Stahlgerippe übrig:

Kreis Neuwied: Heftiger Heckenbrand fordert Feuerwehr

Urbach. Am Donnerstag, dem 9. April schrillten gegen 16.40 Uhr die Melder bei den Kameraden der Feuerwehren Dernbach und Puderbach. Gemeldet wurde ein Heckenbrand in Urbach-Kirchdorf. Die zuerst eintreffenden Kräfte konnten einen Vollbrand einer Thujahecke bestätigen. Ein nahes geparktes Wohnmobil konnte noch rechtzeitig entfernt werden.

Weiterlesen

Dauerauftrag 2026
Image Anzeige
Dienstleistungen
Wir helfen im Trauerfall
Jörg Schweiss
Wir helfen im Trauerfall
Bestellung Nr. 4300003040 - W100 - 606 // Wohnträume MYK
Sonderseite 02 -Wohnträume NR
Wohnträume
Wohnträume - Wohnen & Garten im Blick
  WÄRMEPUMPE ÖL/GASHEIZUNG
Wohnträume
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0220#
Rückseite