Allgemeine Berichte | 17.06.2022, 15:23 Uhr

Ausstellung zur Demenz in Trimbs

Kunst kann viel bewirken

Malen mit Fingerfarben. Foto: privat
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Trimbs. Schätzungsweise 1,6 Millionen Menschen mit Demenz leben in Deutschland und durchschnittlich 900 kommen täglich dazu. Am liebsten möchten wir nichts hören von dieser Krankheit, die jeden treffen kann, die Gehirnzellen absterben lässt und zur Persönlichkeitsveränderung führt. Anna Noll aus Mertloch will die Gesellschaft zu diesem Thema sensibilisieren und uns ein Stück Angst nehmen. Ihre Ausstellung in Trimbs soll „mehr Akzeptanz, Nachvollziehbarkeit und Wertschätzung gegenüber Menschen mit Demenz und deren Pflegenden schaffen“.

Ausstellung in Trimbs

Vom 8. bis 10. Juli zeigt die junge Künstlerin im Alten Saalbau „Zur Nette“ Trimbs neben wissenswerten Informationen zum Thema Demenz, Kunstwerke, die Betroffene alleine und/oder zusammen mit Kindern geschaffen haben. Die ausdrucksstarken Exponate eröffnen neue Blickwinkel auf Menschen mit Demenz. Entstanden sind sie in von Anna Noll im Andernacher Altenzentrum Sankt-Stephan-Stiftung angebotenen Workshops. Mit Fingerfarben, Stiften und verschiedenen Materialien durfte frei und intuitiv gearbeitet werden. Dabei erlebte die Designerin, dass auch Menschen, die an ihrer Umwelt scheinbar gar nicht mehr interessiert waren, Interesse zeigten, mitmachten und besonders gerne die Fingerfarben benutzten. Noch deutlicher wurde dies, als Kinder der benachbarten Kita Sankt-Hildegard mit dabei waren. „Die Atmosphäre veränderte sich, die Menschen blühten regelrecht auf, waren viel zugänglicher und machten sogar Witze“, erinnert sich die 26-Jährige und berichtet, dass auch die Kinder begeistert waren und um Wiederholung baten. Ihr Fazit: „Mit Kunst kann man ganz viel bewirken. Über die Kunst findet man auch Zugang zu Menschen mit demenziellen Veränderungen.“

Zukunftsrelevante Themen

Wie sie zum Thema Demenz kam? Nach dem Bachelorstudium in Textil- und Materialdesign beschäftigte sich die junge Mertlocherin im Masterstudiengang Exhibition Design (Ausstellungsdesign) mit zukunftsrelevanten Themen. Durch ihren Kontakt zum Altenzentrum entstand die Idee, in ihrer Master-Thesis das Thema Demenz generationsübergreifend und künstlerisch aufzugreifen und abschließend eine Ausstellung zu realisieren, die gerne als Wanderausstellung weiterreisen könnte. Auch Demenztage in Schulen und Kindergärten würde sie begrüßen: „Ich möchte durch positive Anregungen die Angst vor dem Thema nehmen. Denn selbst wenn sich Menschen nicht mehr mit Worten verständigen können, so haben sie immer noch die Möglichkeit sich nonverbal auszudrücken. Über die Kunst findet man oft noch Zugang zu ihnen.“

Die Ausstellung „DURCH EINANDER - Wie Kunst und Demenz sich verbinden“ in Trimbs ist vom 8. bis 10. Juli von 11 bis 18 Uhr geöffnet.

Malen mit Fingerfarben. Foto: privat

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