Allgemeine Berichte | 03.04.2017

Meckenheimer Künstlertreff stellte im Schützenhaus aus

Kunsthandwerk: Unikate und alte Techniken

Zauberhafte Kleinodien lockten die Besucher

Die Zusammenstellung der Stände war ausgewogen wie auch einzigartig.

Meckenheim. Am ersten Samstag im April zeigte der Meckenheimer Künstlertreff im 20. Jahr im Schützenhaus die Werke von ortsansässigen Künstlern und Künstlerinnen sowie von Mitstreitern aus der Umgebung. „Seit dem Brand 1996 und der Sanierung des Schützenhauses sind wir zwei Mal im Jahr mit unserer Ausstellung hier“, berichtete Doris Ohm, die die Veranstaltung mitorganisiert. Vorher habe die Ausstellung im Pfarrsaal stattgefunden. Insgesamt zeigten die Künstler zum 46. Mal gemeinsam ihre Werke.

Kunst lebt vom Neuen, Anderen

Doris Ohm selbst bietet geschmackvoll gestaltete Rahmen und Collagen an und erklärt das Konzept der Ausstellung. „Wir wollen nicht immer nur das Gleiche bieten. Auch Künstler aus der Umgebung sollen hier eine Möglichkeit bekommen, ihre Werke auszustellen.“ Deshalb lade man in jedem Jahr zusätzlich zu langjährig mitarbeitenden Meckenheimer Künstlern auch solche aus der Umgebung ein. So stellten in diesem Jahr zwei mit Keramik arbeitende Künstlerinnen aus, die in ihren Themen und Stilen sehr verschieden sind. Auch solche Konstellationen zeigten, dass Kunst nicht immer nur einer althergebrachten Handwerksform folgen muss. Erst neue Ideen und Impulse schaffen das, was die Diversität des Angebots ausmacht.

Zu sehen und natürlich auch zu erwerben gab es Goldschmiedearbeiten, Radierungen, Bilder, kunstvoll originell gestaltete Kinder- und Babykleidung ebenso wie Drechslerarbeiten, Glaskunst und Textiles. Karin Donath demonstrierte mit ihren Patchworkwerken eindrucksvoll punktgenau und sorgfältig angefertigte Handarbeiten, die den Unterschied zu im Akkord genähter Fließbandware auch ohne vorhandenes Vergleichsmaterial sofort deutlich machte. Nicht nur in der Verarbeitung, auch in der Wahl und der Qualität der Rohstoffe zeigt sich, dass hier auf Perfektion und Ästhetik hingearbeitet wurde.

Fast vergessene Techniken wurden demonstriert

Die Liebe zum Detail erkannte man ebenso deutlich am Stand von Evelyn Roepstorff, die zum besseren Verständnis ein fast vergessenes Kunsthandwerk vor Ort demonstrierte. Unter ihren Händen entstanden Klöppelspitzen, die in dieser Form und in ihrem Ideenreichtum einmalig sind. Die Grundbegriffe dieser alten Handarbeitstechnik könne man in Kursen erlernen, berichtete Evelyn Roepstorff. Zu den Grundtechniken kämen jedoch spezielle Techniken, die jeder individuell anwendet. Außerdem bereicherten regelmäßig neue Ideen und Materialien das Repertoire und erweiterten damit die Möglichkeiten künstlerischen Schaffens.

Filigrane Kunst aus natürlichen Materialien

Ebenso begeistert und erfolgreich schaffensfreudig zeigte sich Dagmar Niemeyer, die außer Kunstkarten auch „Kunst am Ei“ an ihrem Stand ausstellt. Hier durfte der Besucher handwerkliche Arbeiten bewundern, die sehr filigran gefertigt wurden. Mit feinsten Techniken, wie sie auch in Fernost angewendet werden, hat sie simple Eier verschiedener Spezies in beeindruckende Kunstwerke verwandelt. Selbstverständlich erhalte sie die dafür verwendeten Emu-, Enten-, Straußen- oder Schwaneneier ausschließlich von zertifizierten Händlern, denn viele dieser Arten stünden unter Naturschutz, betonte Frau Niemeyer. Wer dieser Kunstform also nacheifern möchte, sollte seine ersten Versuche daher am besten an problemlos zu beschaffenden Eiern vom Bauern nebenan oder alternativ an Eiern aus dem Supermarkt machen.

Auch Bürgermeister Bernd Spilles hatte es sich nicht nehmen lassen, der Ausstellung einen Besuch abzustatten. Schön finde er, „dass immer wieder neue Künstler dazukommen, aus Meckenheim und aus der Umgebung. Das macht es spannend und interessant“, sagte er in seiner Ansprache. So wohl fühlten sich offensichtlich auch die Besucher, die sich nicht nur beeindrucken lassen konnten, sondern zum Beispiel beim Glasblasen auch mitmachen konnten.

Wer bei dieser Ausstellung auf den Geschmack gekommen ist und gerne mehr sehen möchte, dem ist jetzt bereits die Herbstausstellung am 18. und 19. November ans Herz gelegt. Auch zu diesem Termin wird es wieder Werke von bekannten sowie neuen Künstlern aus Meckenheim und der Region zu sehen geben.

Kunsthandwerk: Unikate und alte Techniken

Kunsthandwerk: Unikate und alte Techniken

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Die Zusammenstellung der Stände war ausgewogen wie auch einzigartig.

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