Partnerschaftsverein Rheinbach Steinschönau startet Gestaltungswettbewerb
Kunsthistorisch wertvolle Grabmale sollen restauriert werden
Für die Beschilderung der restaurierten Grabmale sollen Schüler der beiden Glasfachschulen Glasplaketten entwerfen
Rheinbach. In der Rheinbacher Partnerstadt Kamenický Senov, dem früheren Steinschönau, gibt es einen alten Friedhof, der an die Kirche angrenzt. Der Friedhof wurde allerdings schon seit 883 nicht mehr genutzt und 1910 auch offiziell aufgelassen, wobei die zum Teil kunsthistorisch wertvollen Grabmale an die Kirchen- und Petersmauer gestellt worden waren. Von diesen historisch wertvollen Grabmalen waren 1935 noch 84 vorhanden, mittlerweile sind allerdings nur noch 51 übrig. Seit 2005 bemüht sich nun der Verein „Sonow“, der das kulturelle Erbe der Stadt Kamenický Senov bewahren möchte, um die professionelle Restaurierung dieser Grabmale. Seit 2015 unterstützt der Rheinbacher Partnerschaftsverein „Freunde und Partner von Kamenický Senov/Steinschönau und Umgebung e.V.“ dieses Projekt auch finanziell. Beim Tag der offenen Tür der Glasfachschule Rheinbach wurde ein Gestaltungswettbewerb gestartet für die geplante Beschilderung der restaurierten Grabmale.
An dem Wettbewerb sollen Schüler der beiden Glasfachschulen in Kamenický Senov und Rheinbach teilnehmen, entweder einzeln oder als Team. Die Teilnahmebedingungen können im Internet unter www.pocketguide.eu/wettbewerb eingesehen werden. Neben lokalen und regionalen tschechischen Sponsoren leistet der Deutsch-Tschechische Zukunftsfonds jedes Jahr einen namhaften Zuschuss zu der Restaurierung der Grabmale, die teils von dem böhmischen Bildhauer Josef Max (1804 bis 1855) geschaffen wurden, von dem auch auf der Prager Karlsbrücke mehrere Skulpturen zu sehen sind. Verantwortlich für die Restaurierung ist Eva Mickova, Restauratorin am Nationalmuseum in Prag.
Beschilderung soll der Würde des Ortes angemessen sein
Mittlerweile hat sich auch die Staatskanzlei des Landes Nordrhein-Westfalen über den Wettbewerb „Europa bei uns zu Hause“ in das Projekt eingeschaltet. Darüber soll auch der Gestaltungswettbewerb zum Teil finanziert werden. „Inzwischen ist es an der Zeit, eine der Würde des Ortes angemessene Beschilderung der restaurierten Grabmale zu installieren“, erklärte Walter Erlenbach, der Vorsitzende des Rheinbacher Partnerschaftsvereins Steinschönau. Eine Jury werde Ende Januar die drei Gewinner der ersten Stufe ermitteln, die dann zur zweiten Stufe eingeladen werden. Zur Jury gehören unter anderem Rheinbachs Bürgermeister Stefan Raetz und der Wachtberger Altbürgermeister Hans-Jürgen Döring, der das Projekt initiiert hatte.
Auf den Glasschildern sollen neben dem Namen und dem Geburts- sowie Sterbejahr des Verstorbenen, zu dem das Grabmal gehört, auch ein QR-Code eingraviert werden. Mit einem Smartphone können darüber weitere Informationen in mehreren Sprachen aufgerufen werden. Man hofft, noch im Mai nächsten Jahres die ersten Schilder aus diesem Vorzeigeprojekt der europäischen Partnerschaft zwischen Tschechien, Frankreich, England, Belgien und Deutschland aufstellen zu können. Pro Jahr sollen im Schnitt vier Grabmale restauriert und mit den entsprechenden Beschilderungen versehen werden.
JOST
