Neues aus St. Matthias
Kunstprojekt hat begonnen
Neuwied. In St. Matthias startete ein neues Kunstprojekt: dimensION. Die Installation aus fünf großen Säulen im Kirchraum will zum Nachdenken über die Situation während des Corona-Lockdowns anregen. Während der Vernissage zeigten vier Tänzerinnen unter der Leitung von Birgit Häger eine berührende Tanzcollage.
Die nächste Veranstaltung (dimensION II) ist am Donnerstag, 23. Juli. Sie beginnt um 17 Uhr mit der Hl. Messe zwischen den Säulen, anschl. ist Zeit der Stille und Anbetung. Ab 18 Uhr erklingt die Klangcollage vom starken Mann und dem noch stärkeren Kind. Und um 21 Uhr findet der Nach+klang statt.
dimensION III findet am Montag, 27. Juli, von 17 Uhr bis 21 Uhr statt. Ab 19:30 Uhr wird es eine Videoschaltung mit dem Presidente der indigenen Gemeinschaft der Moseten aus dem Amazonasgebiet Boliviens geben. Er wird berichten wie sein Volk mit der Corona-Pandemie umgeht. Außerdem wird er von dem Weltbild seines Volkes erzählen, das versucht in Harmonie mit der Umwelt zu leben. Um 21 Uhr findet der Nach+klang statt. Begleitet wird die Veranstaltung von dem norwegischen Tubisten Ola Ness, der in den letzten Monaten eine neue Heimat in Neuwied gefunden hat.
Unterdessen haben die, seit dem Projekt ION 2018 nicht mehr in der Matthiaskirche aufgestellten Bänke, eine neue Heimat gefunden. In verschiedenen öffentlichen Veranstaltungen wurde nach dem Projekt ION beraten, wie mit dem Kirchenraum umgegangen wird. Die Rückmeldungen aus den Veranstaltungen und die Räte der Pfarrei waren sich weitgehend einig, dass es eine variable Raumgestaltung braucht, damit die Matthiaskirche weiterhin gut für Gottesdienste, aber auch andere Veranstaltungen (Konzerte, Kunstprojekte, „andere“ Gottesdienste) genutzt werden kann. So wurde seitens des Pfarrgemeinderates und des Verwaltungsrates beschlossen, dass im vorderen Bereich der Kirche weiterhin Bänke und im hinteren Bereich Stühle aufgestellt werden.
Nach Genehmigung durch das Amt für kirchliche Denkmalpflege in Trier wurde ein Leihvertrag über die nicht mehr genutzten Kirchenbänke mit der katholischen Pfarrei des Seligen Michala Kozala in Dzialoszyn geschlossen. Die Kirchengemeinde liegt 30 km vor dem Marienwallfahrtsort Tschenstochau und ist der letzte Stopp für viele Menschen auf der Wallfahrt dorthin. Mit dem Neubau einer Kirche wurde dort vor einigen Jahren begonnen und jeden Sonntag finden vier Gottesdienste in der Kirche statt.
Die junge polnische Gemeinde ist sehr froh über die Leihgabe und sieht es auch als ein besonderes Zeichen der deutsch-polnischen Verbundenheit. Der Patron der Kirche, Märtyrerbischof Michal Kozal, wurde von den Deutschen im KZ Dachau ermordet. Er setzte sich nach Auskunft von Probst Janczyk besonders dafür ein, dass polnisch- und deutschsprachige Messen in seinem Bistum möglich waren.
Dies nahm die Kirchengemeinde St. Matthias auch zum Anlass, um mit der polnischen Kirchengemeinde einen Jugendbegegnung zu vereinbaren. Neuwieder Jugendliche sind, bei freier Kost und Logie, in den kommenden Jahren herzlich in die polnische Gemeinde eingeladen. So bleiben die Neuwieder auch weiterhin mit ihren Kirchenbänken verbunden.
