THW Sinzig gewährte Einblicke hinter die Kulissen

„Lach & Sachgeschichten“ mit viel Technik

09.10.2018 - 09:48

Sinzig. In ganz Deutschland öffneten sich am 3. Oktober die Türen, die sonst für Kinder verschlossen sind. „Türöffner-Tag“ nennt sich dieses Konzept und wurde anlässlich des 40. Geburtstag der „Sendung mit der Maus“ im Jahre 2011 ins Leben gerufen. Dieser Aktion der WDR-Maus schloss sich auch der Ortsverband Sinzig des Technischen Hilfswerks, kurz THW, an. Einen ganzen Tag lang konnten Kinder und natürlich auch Erwachsene einen spannenden Blick hinter die Kulissen des THW-Standortes im Mosaikweg werfen.



Spannende Mitmachaktionen


Dort wartete ein toller Mitmachparcours mit zahlreichen verschiedenen Stationen auf potentielle Nachwuchs-Katastrophenschützer. Verschiedene Geräte wie Kübelspritze und hydraulischer Spreizer konnte hier unter Aufsicht der THW-Fachleute ausprobiert werden. Besonders beliebt waren auch die Einsatzfahrzeuge. Und selbstverständlich konnte sich die Kids auch einmal selbst hinter das Steuer der beeindruckenden „PS-Monster“ setzen oder das Boot der „Fachgruppe Wassergefahren“ aus der Nähe betrachten.

Der „Türoffner-Tag“ ist für das Sinziger THW ein besonderer Tag im Jahreskalender, wie der Zugführer und Leiter des technischen Zuges, Daniel Gronwald verrät. Denn der sei nicht nur eine ideale Möglichkeit zur Präsentation der THW-Arbeit, sondern auch ideal zur Nachwuchsrekrutierung. „Unser Ortsverband hat eine sehr aktive Jugendgruppe mit 25 Kindern und Jugendlichen“, so Gronwald. „Mitmachen kann man übrigens schon ab dem Alter von sechs Jahren“, fügt der Zugleiter hinzu. Sechsjährige können selbstverständlich nicht in dem Maße mithelfen, wie es ältere Jugendliche können. Ziel sei es jedoch, dass die Kids spielerisch an den aktiven Dienst herangeführt und später vollwertige Mitglieder werden.

Der Sinziger Ortsverband ist sowieso eine gut aufgestellte Truppe. Rund 50 aktive Helfer packen mit an, wenn Not ist. Darunter übrigens auch recht viele Frauen. „Wir haben eine Frauenquote von knapp 20 Prozent“, sagt Daniel Gronwald. Und somit ein prozentualen Anteil von Damen, von dem so mancher Feuerwehrzug nur träumen kann. Ein Grund sei laut Gronwald der Abwechslungsreichtum verschiedener ehrenamtlicher Tätigkeiten im Ortsverband. Wem die Arbeit an Einsatzorten nicht behagt, kann auch in der Verwaltung mit anpacken. Und auch hier gibt es einiges zu tun. „Das THW ist die operative Katastrophenschutzorganisation des Bundes und gehört zu Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat“, so Gronwald. Über das Ministerium finanziert auch sich der THW, dessen ehrenamtliche Mitarbeiter 98,5 Prozent der Gesamtbeschäftigtenzahl ausmachen. Mit den Geldern des Bundes komme „man gut über die Runden“, so Gronwald. Außerdem seien die Zuwendungen in den letzten Jahren durch die allgemeine Terrorgefahr zusätzlich aufgestockt worden. Im Hintergrund unterstützt ein Förderverein die Katastrophenschützer: Die THW-Helfervereinigung Sinzig.


Blaulicht ist die Ausnahme


Das THW rückt über das Jahr verteilt deutlich weniger aus als beispielsweise die Kameraden der Feuerwehr. „Pro Jahr gibt es circa drei bis vier Einsätze mit Blaulicht“, erklärt Gronwald die Lage. Dennoch komme man mit dem THW viel herum. Denn auch der Ortsverband Sinzig wird angefordert, wenn es irgendwo in Deutschland gravierende Katastrophen gibt.

So wurden die Sinziger bei den Elbhochwassern der Jahre 2002 und 2013 oder zur Unterstützung der Flüchtlingshilfe in 2015 gerufen. Aber auch Einsätze vor der Haustüre, wie bei den Starkregenereignissen im Landkreis, kommen vor. Damit die Katastrophenschützer nicht „einrosten“ werden jährlich Großübungen gemeinsam mit der Feuerwehr durchgeführt mit der man auch im Ernstfall Hand in Hand arbeitet.


Eindrucksvolle Technik


Das ist auch nötig, da das THW über Equipment verfügt, das der Feuerwehr fehlt. Wie zum Beispiel die sogenannte Grabenbrücke. Die kann nicht nur unwegsames Gelände befahrbar machen sondern – auf Pontons montiert – als Fähre benutzt werden. Natürlich konnten sich die Besucher bei dem „Türöffner-Tag“ auch ebensolche Brücke von Nahem anschauen oder erleben wie eine Behelfsbrücke entsteht. Viele weitere Schauübungen standen auf dem Programm: So wurde von den THW-Mitgliedern gezeigt, wie eine verletze Person aus einem Tunnel gerettet wird.

Allein der Eingangsbereich zum THW-Gelände war imposant. Der bestand nämlich aus eine Desinfektionsschleuse für Nutztiere die an der Maul- und Klauenseuche erkrankt sind. Das war natürlich nur reine Theorie und die Besucher genossen den Tag. Die Katastrophenschützer sorgten für eine gemütliche Festatmosphäre beim „Türöffner-Tag“ und hielten für die viele Besucher nicht nur interessanten Geschichten zum THW sondern auch leckere Würstchen und selbst gemachten Kuchen bereit.

ROB

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Kommentare
Antje Schulz:
Man muß beim Leserkommentar von G. Seidel anmerken, daß Gerlinde Seidel bezahlte Mitarbeiterin von Jan Bollinger ist. Und zu Herrn Salka folgendes: Dieser ist nicht zum ersten Mal durch Fehlleistungen aufgefallen. Unter anderem ist Salka durch seine extrem rechten Umtriebe bekannt. Unter anderem der...
Gabriele Friedrich:
Weiß denn Herr Dr.Bollinger nicht das die Taxischeine von der Krankenkasse bezahlt werden? Ich bekomme nicht mal einen Taxischein zum Krankenhaus in Mayen und das bei 80 GdB. Und man kann sich die Scheine sowieso wieder nur "per Taxi" beim Arzt abholen ( (falls der das genehmigt) An den Aufwand, den...
G. Seidel:
Herr Kocher, wo liegt Ihr Problem? Ihnen als Leser dürfte es doch nicht entgangen sein, dass Politik und Medizinexperten wiederholt darauf hinweisen, dass der Schutz von Risikogruppen bisher vernachlässigt wurde und gezielte Schutzmaßnahmen endlich ergriffen werden sollten. Da liegt Dr. Bollinger mit...

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Elisabeth Geerds:
Danke, dass Sie sich immer mal wieder auch solchen Themen widmen. Finde ich spannend und wichtig. Respekt an Herrn Wahlen und Herrn Hirschfeld für Ihr Engagement in diesem Teil der Erde...
Gabriele Friedrich:
Besser geht es ja nicht. Dr. Schlags auch ein Garant für gutes Gelingen und die Hausärzte sind auch zu loben, bei der Masse an Patienten, die sie haben und die wenige Zeit. Alles Gute ins Klösterchen !...
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