Allgemeine Berichte | 07.09.2017

Dr. Eckart von Hirschhausen im Laacher Forum verabreichte Humor in großen Dosen

Lachen, auch wenn der Arzt schon da ist

Am Ende konnte Dr. med. Eckart von Hirschhausen sein Publikum „geheilt“ entlassen.  E.T. Müller

Maria Laach. Lachen, auch wenn der Arzt schon da ist, durfte man gleich zweimal im Laacher Forum. Dr. med. Eckart von Hirschhausen verabreichte seinen „Patienten“ den Humor nicht in homöopathischen Globuli, sondern in übergroßen Dosen, eine Sprechstunde mit vielen Informationen, die einfach Spaß machte.

Eigentlich, so schien es zu Beginn des ersten Abends, wusste Hirschhausen noch nicht, was ihn erwartete. Doch das spontane Laacher Publikum ging vom ersten Satz an mit und der Auftritt wurde zu einem fulminanten Heimspiel, garniert mit spontanen Witzen und Gesangseinlagen. Der Entertainer benannte im Vortrag „Wunder wirken Wunder“ viele Dinge, die selbst erfahrene Mediziner verwundern. Eine vorgetäuschte Operation etwa kann heilsamer sein als der tatsächliche Eingriff. Auch ein Placeboeffekt in der Schmerztherapie grenzt auf den ersten Blick an ein Wunder. „Heute weiß man, dass sich die Patienten weder die Schmerzen einbilden noch die Linderung nach Einnahme eines Placebos.“ Vielmehr, so Hirschhausen, wirken körpereigene Endorphine als Schmerzmittel. Ein einfühlsamer Arzt kann mehr zur Heilung eines Patienten beitragen als das beste Medikament.

Auch das unterschiedliche Altern ist ein Wunder, wie der Mediziner in Maria Laach an Mönchen verdeutlichte, die im Schnitt länger leben als Männer in der freien Wildbahn. „Wer Jesus nachfolgt, braucht keinen Porsche. Sie leben länger, da sie keinem Wettbewerb haben, wo man Leute beeindrucken muss, die man nicht mag.“

Humor als Medizin

Ganz wichtig ist für den Mediziner der Humor als eine Medizin, die jung hält. Vergnügt knöpfte er sich das Altern vor: „Ein älterer Mann ist gut im Bett, wenn er nicht schnarcht und die Decke klaut. Eine Frau, wenn sie einschläft und ihre kalten Füße nicht zwischen seine Beine legt.“ Wenn dann die Zipperlein kommen, sollten wir uns ebenfalls nicht grämen, „wächst doch die Leber mit den Aufgaben.“ Und selbst dem Tod sieht Dr. Eckart von Hirschhausen mit einem Augenzwinkern entgegen: „Der letzte Wagen ist ein Kombi. Bei Hochzeiten wird immer ein Brautstrauß geworfen. Warum macht man das nicht auch bei Beerdigungen?“

Selbst da wir sterblich sind, ist und bleibt der Mensch doch ein wundersames Wunderwerk, das zu 75 Prozent aus Wasser besteht. „Eigentlich ein Wunder, dass wir darin nicht ertrinken.“ Und seinen Kollegen schreibt Dr. von Hirschhausen in Poesiealbum: „Der alte Arzt spricht Latein, der junge Englisch und der gute Arzt Deutsch.“ Vor allem aber sollten die Ärzte den Humor nicht vergessen, wobei er ihnen den auch für seine Zunft geltenden Satz Martin Luthers ans Herz legte: „Der Mensch, der andere zum Lachen bringt, das ist wahre Theologie.“ Auch riet er seinen Kollegen, das Sterben nicht als „Beleidigung ihres Tuns“ zu begreifen, gehöre es doch einfach zum Leben dazu. „Ohne den Tod wäre das Leben sterbenslangweilig.“

Dr. med. Eckart von Hirschhausen erzählte von berührenden Begegnungen als Klinikclown mit todkranken Menschen. Nach einer Studie, so der Mediziner, sind die von einem Klinikclown zur OP begleiteten Kinder entspannter: „Durch die Clownintervention stieg das Vertrauenshormon Oxytocin im Speichel der Kinder um 30 Prozent. Ich möchte noch erleben, dass es Komik auf Krankenschein gibt.“ Gott sei Dank aber gibt es schon jetzt Dr. Eckart von Hirschhausen, der sein beschwingtes Publikum geheilt entließ. Ein gelungener Abend, der einfach Spaß machte.

Veranstaltungshinweis

Am Mittwoch, 27. September, um 20 Uhr startet das Laacher Forum mit dem buddhistische Mönch Haemin Sunim und dem Vortrag „Die schönsten Dinge siehst du nur, wenn du langsam gehst“ in den Herbst.

Kartenvorverkauf bei Ticket Regional, Tel. (06 51) 9 79 07 77; www.laacherforum.de. Kontakt zur Buch- und Kunsthandlung: Tel. (0 26 52) 5 93 65.

Am Ende konnte Dr. med. Eckart von Hirschhausen sein Publikum „geheilt“ entlassen. Foto: E.T. Müller

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