Allgemeine Berichte | 13.11.2018

Fotoausstellung von Herbert Thelen im „Weißen Ross - Betreutes Wohnen“ Bad Breisig

„Länder, Landschaften und Naturaufnahmen“

Schon als 8-Jähriger trieb er seine Eltern mit seiner ersten Kamera zur Weißglut

Fotograf Herbert Thelen mit seinem Lieblingsbild innerhalb der Ausstellung.Fotos: Klaus Millarg

Bad Breisig. Eigentlichen führen die Flure in der Anlage im Weißen Ross in die einzelnen Wohnungen. Vom 9. November bis 15. Dezember 2018 aber führen sie u. a. nach Venedig, Irland oder beispielsweise nach Island, um nur einige der europäischen Stationen zu nennen. Verantwortlich für diese angenehme Abwechslung ist der Sinziger Fotograf Herbert Thelen. Unter dem Motto „Länder, Landschaften und Naturaufnahmen“ stellt er derzeit über dreißig seiner Werke in der Anlage „Weißes Ross“ aus.

Die Idee zu dieser fotografischen Europareise im Haus für betreutes Wohnen hatte Hans Stüsser in seiner Funktion als Mitglied der Eigentümergemeinschaft Weißes Ross und konnte den Sinziger Fotokünstler Herbert Thelen schnell für dieses Projekt gewinnen. Und so begrüßte Hans Stüsser die Anwesenden bei der „Vernissage“ am letzten Freitag mit einem gewissen Stolz über die gelungene Umsetzung der Ausstellungsidee und gab das Wort an Dr. Günther Schell weiter. Dieser ist dem Sinziger Künstler schon lange verbunden und wies stolz darauf hin, dass er daheim „einen echten Thelen“ an der Wand hängen hat. Doch die Aufgabe von Dr. Schell war nicht nur, die Ausstellung offiziell zu eröffnen, sondern auch, einen kleinen Einführungskurs in die Kunstwelt des Fotografen Thelen zu geben: „Ein gutes Foto“, so die Definition Dr. Schells, „ist eines, auf das der Betrachter länger als eine Sekunde schaut. Und die Thelen-Fotografien verdienten ein langes Hinschauen“. Die drei Elemente des Mottos „Länder, Landschaften und Menschen“ verbindet nach Ansicht Dr. Schells eines: die Schönheit. Dr. Günther Schell weiß als ehemaliger Vorsitzender des Vereins zur Förderung der Denkmalpflege und des Heimatmuseums Sinzig, wovon er redet.

Unterbrochen wurden die Reden übrigens auf angenehme Art durch eine junge Harfenspielerin, u. a. mit Klängen von Mozart, sehr schön vorgetragen.

Doch zurück zum Künstler selbst. Herbert Thelen kam durch seine Erstkommunion zur Fotografie, weil ihm seine Eltern 1958 zu diesem Anlass einen Fotoapparat schenkten. Die Wahl dieses Geschenks haben sie bitter bereut. Der Grund: „Mit dieser Kamera habe ich meine Eltern zur Weißglut getrieben“, weiß Thelen heute. Alles, aber auch alles drehte sich fortan nur noch um dieses Gerät. Aber die Dinge in Richtung Kunst nahmen ihren Lauf und nach seinem Eintritt in den Ruhestand widmete sich der Fotokünstler schließlich ganz der Fotografie. Seine vielen Reisen trat und tritt Thelen stets bewaffnet an - mit einem Fotoapparat natürlich. Nachdem er lange der konventionellen Fotographie die Treue gehalten hatte, kam auch er irgendwann zur digitalen mit all ihren technischen Möglichkeiten. Allerdings auch ohne die Tücken und Fallstricke der traditionellen Methode wie Filmeinlegen, einem nicht transportierendem Film, der beim Öffnen der Kamera vom Licht zerstört wird, Entwicklung mit Chemikalien im Labor usw.

Nach seiner Kamera fragen sollte man Herbert Thelen übrigens nicht. Er kontert sonst mit einer netten kleinen Geschichte, in der eine Schriftstellerin eine Fotoausstellung besucht und den Künstler fragt, mit welchem Fotoapparat er arbeitet. Dieser antwortet mit einer Gegenfrage an die Schriftstellerin, welchen Kugelschreiber sie bei ihren Romanen benutzt. Aha, wichtig ist nur, was dabei herauskommt - nicht „das Werkzeug“.

Nach seinem Lieblingsbild in der Ausstellung dürfen wir den freundlichen Fotokünstler aber fragen. Er geht zu einem der über 30 Bilder und erklärt das wirklich beeindruckende Fotomotiv: „Dieses Bild stammt aus dem Hafen von Reykjavik und stellt ein stilisiertes Wikingerschiff dar, das nachts angestrahlt wird. Hier haben wir den Schiffsrumpf, die Ruder und die Wikinger.“ Aber auch andere Fotografien faszinieren den Betrachter, egal ob in der Heimat, in Irland oder in Venedig entstanden.

Was sagen die Bewohner des Weißen Rosses? „Man sagt mir, dass die Räume ganz anders wirken, es wird als eine angenehme Abwechslung empfunden“, resümiert Hans Stüsser. Dann also noch schöne Europa-Reisen bis zum 15, Dezember 2018. KMI

Sorgten für einen schönen „Vernissage“-Abend in der Wohnanlage Weißes Ross: Dr. Günther Schell, Fotokünstler Herbert Thelen und Hans Stüsser (v. l.) vor zwei der ansprechenden Venedig-Bilder der Ausstellung.

Sorgten für einen schönen „Vernissage“-Abend in der Wohnanlage Weißes Ross: Dr. Günther Schell, Fotokünstler Herbert Thelen und Hans Stüsser (v. l.) vor zwei der ansprechenden Venedig-Bilder der Ausstellung.

Anwohnerinnen genießen die fotografische Europareise, die die Fotoausstellung noch bis zum 15. Dezember 2018 bietet.

Anwohnerinnen genießen die fotografische Europareise, die die Fotoausstellung noch bis zum 15. Dezember 2018 bietet.

Fotograf Herbert Thelen mit seinem Lieblingsbild innerhalb der Ausstellung. Fotos: Klaus Millarg

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