Allgemeine Berichte | 15.01.2018

Präses stellte Ergebnisse vor

Landessynode endete nach fruchtreichen Diskussionen

Erste Jugendsynode auf den Weg gebracht

Jens Peter Iven, Manfred Rekowski, Miriam Lohrengel und Dr. Ilka Werner.CEW

Bad Neuenahr. Am zweiten Freitag des Jahres 2018 neigte sich in Bad Neuenahr die 70. Tagung der Landesynode der Evangelischen Kirche im Rheinland dem Ende zu. In einer Abschlusserklärung informierten Präses Manfred Rekowski, Superintendentin Dr. Ilka Werner, die Vorsitzende der Evangelischen Jugend im Rheinland Miriam Lohrengel und Pressesprecher Jens Peter Iven die Öffentlichkeit über die Inhalte, Ergebnisse und ein Wahlergebnis der Zusammenkunft. Als neue Personalie wurde Henrike Tetz zur künftigen Leiterin der Abteilung Erziehung und Bildung im Landeskirchenamt gewählt. Einig war man sich in der Aufforderung an die Mitglieder der Gemeinden, ihren Glauben offen zu leben und auch offen über ihn zu reden. Viele kontroverse Standpunkte hatte es hingegen bei der theologischen Positionsbestimmung und zu Empfehlungen im Umgang mit den Muslimen gegeben. Aber auch hier hat man jedoch eine Linie gefunden, die durch die Mitglieder der Kirche getragen wird. Man wird die guten Kontakte mit den muslimischen Gemeinden weiterhin pflegen, weil sie sich bewährt haben und innerhalb der gesellschaftlichen Entwicklung auch notwendig und sinnvoll sind. Die bereits bestehenden Beziehungen seien von gegenseitiger Wertschätzung geprägt, berichtete Barbara Rudolph, Oberkirchenrätin und Leiterin der Abteilung für Theologie und Ökumene. Im kurzen Gespräch kristallisierte sich heraus, dass es angesichts der schwierigen Lage in der Türkei vereinzelt zu Kontaktschwierigkeiten gekommen sei. Diese seien allerdings nicht auf eine Verweigerungshaltung der muslimischen Gemeinden, sondern auf kurzfristige Besetzungsänderungen in den dortigen Ämtern zurückzuführen gewesen. Nach wie vor sei man im guten Gespräch und schätze die Zusammenarbeit.

Hürden wurden abgebaut

Im Sinne einer guten Zusammenarbeit seien für die Zukunft auch Hürden abgebaut worden, die ehemals die Aufnahme von Arbeit in evangelischen Institutionen für Menschen aus anderen Religionen erschwert haben. So könnten nun in den meisten Bereichen auch Andersgläubige eingestellt werden. Man trage auf diese Weise einerseits dem Fachkräftemangel Rechnung, andererseits der allgemeinen gesellschaftlichen Entwicklung, in der die beiden großen christlichen Kirchen längst nicht mehr die Mehrheit der Bevölkerung repräsentieren.

Eine weitere maßgebliche, durch die Synode ermöglichte Neuerung stellt die Einrichtung einer Jugendsynode dar, die ab dem kommenden Jahr der Synode zeitlich vorangestellt wird. Sie wird den diesjährigen Ergebnissen zufolge erstmals vom 4. bis 6. Januar 2019 stattfinden. Für die Evangelische Jugend im Rheinland sei es erklärtes Ziel, „Partizipation von jungen Menschen in unseren kirchlichen Strukturen zu ermöglichen und unsere Kirche zukunftsfähig zu machen“, erklärte Miriam Lohrengel. Die Ergebnisse dieser Beratungen sollen anschließend in die vom 6. bis 11. Januar 2019 tagende Landessynode einfließen.

Weiterhin haben die Synodalen nochmals ihr Bestreben verdeutlicht, den arbeitsfreien Sonntag als Tag zur Besinnung auf das Wesentliche im Leben, Zeit für den gemeinsamen Genuss kulturellen Lebens und Zeit für Familie und Freunde zu erhalten. Insofern stellt sich die Evangelische Kirche im Rheinland dem wirtschaftlichen Bestreben, mehr verkaufsoffene Sonntage anzubieten, entgegen. Auch wurde gefordert, die letzten US-Amerikanischen Atomwaffen aus Deutschland abzuziehen.

Barbara Rudloph, Oberkirchenrätin und Leiterin der Abteilung für Theologie und Ökumene.

Barbara Rudloph, Oberkirchenrätin und Leiterin der Abteilung für Theologie und Ökumene. Foto: Chris Weber

Jens Peter Iven, Manfred Rekowski, Miriam Lohrengel und Dr. Ilka Werner.Fotos: CEW Foto: Chris Weber

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