Allgemeine Berichte | 16.01.2026

Neuwieder Kreistag beschließt zukunftssichere und krisenfestere Trinkwasserversorgung

Landkreis macht sich weiter krisenfest

Maßvolle Anpassung der Wassergebühren notwendig

„Mit der interkommunalen gegenseitigen Notwasserversorgung mit dem Zweckverband Wasserversorgung Kreis Altenkirchen (WKA) werden wir die Versorgungssicherheit mit Wasser in Krisenfällen deutlich erhöhen.“ Der Argumentation von Landrat Achim Hallerbach konnte der Kreistag auf seiner letzten Sitzung des Jahres mit seinem einstimmigen Votum in Gänze folgen.  Foto: Thomas Herschbach / Kreisverwaltung Neuwied

Kreis Neuwied. Wegweisende Entscheidungen traf der Neuwieder Kreistag auf seiner letzten Sitzung im Jahr 2025 auch im Hinblick auf die Grundlage allen irdischen Lebens: Wasser.

„Weil es eben so kostbar ist, musss es krisenfest gemacht werden. Konkret haben wir dazu mit der interkommunalen gegenseitigen Notwasserversorgung mit dem Zweckverband Wasserversorgung Kreis Altenkirchen (WKA) ein bedeutendes Projekt mit dem Ziel in der Pipeline, die Versorgungssicherheit in Krisenfällen deutlich zu erhöhen“, erläuterte Landrat Achim Hallerbach. Seiner Argumentation konnte der Kreistag mit seinem einstimmigen Votum in Gänze folgen.

Dem beschlossenen Kooperationsmodell liegt die Annahme zugrunde, dass der Rhein, etwa durch eine Havarie oder andere Extremereignisse, als Bezugsquelle für Trinkwasser für das Neuwieder Kreisgebiet temporär ausfallen könnte. Auch im Landkreis Altenkirchen könnte ein Trinkwassernotstand entstehen, hier könnte dann das Kreiswasserwerk Neuwied in die Bresche springen. Um solchen Krisen-Szenarien den Schrecken schon im Kern zu nehmen, ist Vorbeugung angesagt. Durch ihre Zusammenarbeit werden sich die Landkreise Neuwied und Altenkirchen künftig gegenseitig mit Trinkwasser versorgen. Für den Notfall ist eine Lieferfähigkeit von bis zu zwei Millionen Kubikmetern Trinkwasser pro Jahr geplant. „Damit können bei bestimmten Lagen auch wichtige Infrastruktureinrichtungen, wie z.B. Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen, versorgt werden. Aufgrund der topografischen Herausforderungen beider Landkreise, müssen entsprechende Vorkehrungen getroffen werden. Die müssen geplant, umgesetzt und finanziert werden,“ bringt es Landrat Achim Hallerbach auf den Punkt.

Um dies zu ermöglichen, muss entsprechend investiert werden.

Unter anderem haben beide Landkreise den Ausbau der zentralen Transportleitung, die Ertüchtigung mehrerer Pumpwerke und die Ausstattung wichtiger Anlagen mit Notstromversorgung auf ihrer Arbeitsliste.

Für die Gesamtkosten der Maßnahme in Höhe von rund 8,25 Millionen Euro hat das Land bereits eine Förderung in Aussicht gestellt. Bleibt der Restbetrag über den Gebührenhaushalt abzudecken.

Um das Komplettpaket nachhaltig zu finanzieren, hat der Werksausschuss die Wassergebühren dementsprechend neu kalkuliert und eine maßvolle Anpassung empfohlen, der der Kreistag einstimmig nachgekommen ist.

Demnach steigt für Tarifabnehmer der Preis ab 1. Januar 2026 von 2,66 Euro auf 2,78 Euro je m³, für Sonderabnehmer wird es von 1,49 Euro auf 1,54 Euro je m³ um fünf Cent teurer. Die Mehrwertsteuer ist jeweils eingerechnet.

Für einen Single-Haushalt bedeutet das zusätzliche Kosten von rund fünf Euro im Jahr, für eine vierköpfige Familie etwa 16,50 Euro. Auch der einmalige Erschließungsbeitrag wird von 1,41 Euro auf 1,47 Euro geringfügig angepasst.

Der Wirtschaftsplan 2026 sieht bei stabiler Wassermenge einen Jahresgewinn von rund 438.000 Euro vor. Geplant sind mit Blick auf den Vermögensplan Investitionen von etwa 6,6 Millionen Euro. Die werden unter anderem für Notstromanlagen, die Instandsetzung und Erweiterung des Hochbehälters Linz und weitere Maßnahmen zur Netzsicherheit eingesetzt.

„Umfangreiche Investitionen, die notwendig sind, um unsere Trinkwasserversorgung langfristig sicher, leistungsfähig und krisenfest aufzustellen, gibt es nicht umsonst. Hinzu kommen steigende Kosten für Personal, Dienstleistungen und Bauleistungen. Mit den Investitionen in Netz und Technik werden wir den guten Ausbauzustand des Kreiswasserwerks nicht nur erhalten, sondern weiterhin verbessern. Auch 2026 und weit darüber hinaus möchten wir die zuverlässige Bereitstellung unseres kostbaren Lebensmittels Trinkwasser aus dem Engerser Feld gewährleisten können“, hob Landrat Achim Hallerbach den Stellenwert einer intakten Trinkwasserversorgung hervor.

Pressemitteilung

Kreisverwaltung Neuwied

„Mit der interkommunalen gegenseitigen Notwasserversorgung mit dem Zweckverband Wasserversorgung Kreis Altenkirchen (WKA) werden wir die Versorgungssicherheit mit Wasser in Krisenfällen deutlich erhöhen.“ Der Argumentation von Landrat Achim Hallerbach konnte der Kreistag auf seiner letzten Sitzung des Jahres mit seinem einstimmigen Votum in Gänze folgen. Foto: Thomas Herschbach / Kreisverwaltung Neuwied

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Bildergalerien
Kreishandwerkerschaft
Dauerauftrag 2026
Alles rund ums Haus
Dauerauftrag 2026
SSV 2026
Dillemarkt 3. Anzeige
Weinfest in Walporzheim
2. Köllemann 3×3 Basketball Cup
Empfohlene Artikel
Symbolbild.
180

Die letzte Augustwoche bringt Bewegung in Herzensangelegenheiten, berufliche Pläne und persönliche Vorhaben. Während sich bei manchen Sternzeichen neue Türen öffnen, zeigt sich bei anderen, wo bisher zu viel Energie in falsche Richtungen geflossen ist. Nicht jede Entwicklung verläuft reibungslos: Kleine Konflikte, Erschöpfung oder unerwartete Verzögerungen können zum Prüfstein werden. Wer die eigenen...

Weiterlesen

Weitere Artikel
Einsatz nach Unwetter in Mayen. Foto: Winkler TV
2128

Bäume stürzten auf Autos, Gehwege und Stromleitung

19.08.: Mayen: Zahlreiche Einsätze nach schwerem Unwetter

Mayen. Im Stadtgebiet Mayen kam es infolge des Unwetters am 19.08. zu zahlreichen Einsätzen. Unter anderem stürzten Bäume auf Pkw, Gehwege und Stromleitungen. Einsatzkräfte waren an mehreren Stellen mit der Beseitigung der Schäden und der Absicherung von Gefahrenstellen beschäftigt. BA

Weiterlesen

Symbolbild.
1468

Von beschädigten Dächern, Fassaden und Bäumen können weiterhin Gefahren ausgehen

19.08.: Schweres Unwetter in Teilen des Westerwalds verursacht drastische Gebäudeschäden

Kreis Westerwald. Ein schweres Unwetter hat am Mittwochabend in weiten Teilen des Westerwaldkreises erhebliche Schäden verursacht. Zahlreiche Feuerwehren und weitere Hilfsorganisationen befinden sich derzeit mit rund 550 Kräften im Einsatz. Aktuell arbeiten die Einsatzkräfte die rund 160 gemeldeten Einsatzstellen ab. In mehreren Bereichen wurden Gebäude beschädigt, zudem kommt es teilweise zu Stromausfällen.

Weiterlesen