Landrat Hallerbach: „Es brummt in der Abfallwirtschaft“
Spatenstich im Distelfeld für ein neues Verwaltungs- und Logistikgebäude
Kreis Neuwied. „Es brummt in der Abfallwirtschaft“. Mit diesen Worten gab Landrat Achim Hallerbach den Startschuss für den Bau eines neuen Verwaltungs- und Logistikgebäudes. Der Erste Kreisbeigeordnete Michael Mahlert, die Beigeordnete Birgit Haas, die verantwortlichen Mitarbeiter aus der Kreisverwaltung und Ingo Dittrich vom zuständigen Planungsbüro nahmen vergangene Woche im Neuwieder Industriegebiet Distelfeld den offiziellen Spatenstich vor. Vorhandene Standorte sollen hier erweitert bzw. zusammengeführt werden. Der Grund für den besagten Boom in der Abfallwirtschaft liegt in der Kommunalisierung. „Das ist vom Staat so gewünscht“, unterstrich der Landrat mit Hinweis auf bereit gestellte Fördergelder. Es erfolgt die Kehrtwende von einst, als die Abfallentsorgung von den Kommunen an private Unternehmen vergeben wurde. Die Preise stiegen stetig, und der Wettbewerb unter den privaten Entsorgern wurde kleiner. Vor drei Jahren begann der Kreis Neuwied mit der Entleerung der braunen Tonne in eigener Regie. Dazu schloss sich die Kommune der Rheinischen Entsorgungskooperation (REK) an. In diesem Jahr ist die Entsorgung der blauen Tonne dazu gekommen. Die Pläne gehen noch weiter: Aus den heimischen Grünabfällen plant der Kreis Neuwied, Holzhackschnitzel herzustellen. „Die könnten verwendet werden, um einige der sechsundzwanzig kreisangehörigen Schulen zu heizen. Derzeit schauen wir, welche Heizungsanlagen abgängig sind“, erklärte Achim Hallerbach. Damit handele man zugleich im Sinne der Wirtschaftlichkeit und der Umwelt. Derzeit sei man noch in der Evaluierungsphase. Gut möglich, dass der Kreis für das neue Geschäftsfeld neue Organisationsformen finden muss. Kreistagsmitglieder und Vertreter aus dem Ausschuss für Umwelt und Abfallwirtschaft waren ebenfalls in die Carl-Borgward-Straße 12 gekommen, um den Meilenstein zu feiern. Auf einer 20.000 Quadratmeter großen Fläche entsteht ein dreigeschossiges Sozial- und Verwaltungsgebäude mit 700 Quadratmetern Grundfläche. Die Massivbauweise beinhaltet eine Wärmerückgewinnung. Wie bei anderen Projekten der Abfallwirtschaft trägt der Kreis dem Umweltgedanken damit Rechnung. Im März diesen Jahres begannen bereits die Tiefbauarbeiten. Diese Woche soll es mit dem Hochbau weitergehen. „Rund einhundertzehn Mitarbeiter werden hier einen modernen Arbeitsplatz vorfinden“, versprach Achim Hallerbach. Er erwähnte ebenfalls, dass die Abfallwirtschaft Arbeitsplätze für Menschen vom zweiten Arbeitsmarkt biete. Bei der Entsorgung sind etliche Mitarbeiter beschäftigt, die keine Berufsausbildung haben oder langzeitarbeitslos waren. Das neue Gelände wird ebenfalls Platz für fünfundvierzig Fahrzeuge bieten. Der vom Landrat verkündete Boom bei der Abfallentsorgung zeigt sich auch hier. 900.000 Euro sollen demnächst in die Erweiterung des Fuhrparks gesteckt werden. Neben den Stellplätzen sind auf dem neuen Logistikgelände eine Tankstelle und eine Werkstatthalle vorgesehen. Das Areal bietet zudem Platz für ein Container- und Behälterlager. Wächst ein Haushalt, kommt von hier die zusätzlich angeforderte Mülltonne. Insgesamt nimmt die Abfallwirtschaft für das Verwaltungs- und Sozialgebäude (3,5 Mio. Euro) inklusive der dazugehörigen Außenanlagen und Verkehrsflächen 4 Mio. Euro in die Hand. „Eine Investition, die in die Zukunft gerichtet sein wird und am Ende ja von allen Gebührenzahlerinnen und Gebührenzahlern mitgetragen wird“, so Landrat Achim Hallerbach. Er dankte den Mitbürgern und der Wirtschaft, die vorbildlich an den Abfallwirtschaftssystemen mitwirken und somit die Investitionen ermöglichen. Die Inbetriebnahme des neuen Verwaltungs- und Logistikgebäudes ist für Mitte nächsten Jahres geplant.
Am 12. März begannen die Tiefbauarbeiten, diese Woche soll mit dem Hochbau begonnen werden.
Die Fahrzeuge der Abfallwirtschaft bekommen einen neuen Standort mit eigener Tankstelle und Werkstatthalle.
