- Anzeige - Romantische Fackelwanderung zu den Stallungen der Ökonomie von Maria Laach
Landwirtschaft live erleben!
Maria Laach. Seit vielen Jahren findet im Rahmen des Adventsmarktes in Maria Laach eine Fackelwanderung unter der Leitung von Diplom-Agraringenieur Michael Ullenbruch zu den Stallungen der Landwirtschaft statt. Das landwirtschaftliche Anwesen beim Benediktiner Kloster am Laacher See besteht seit dem Mittelalter. 1999 hat der Pächter Michael Ullenbruch die Gutswirtschaft gemäß den Bio-Richtlinien umgestellt.
Auch am vergangenen Sonntag fanden sich wieder zahlreiche Erwachsene mit und ohne Kinder pünktlich um 17 Uhr vor dem Hofladen des Klostergutes Maria Laach ein, wo sie zunächst mit je einer Pechfackel ausgestattet wurden. Sodann führte Michael Ullenbruch die Wandergruppe zunächst zum Laacher See und dann ging es weiter an der Fischerei vorbei in Richtung Straße bis zur Laacher Ökonomie, wo sich der Kuhstall und der Schweinestall befinden.
Vor elf Jahren wurde der ehemalige Rinderstall abgerissen und ein moderner, circa 1500 qm umfassender Kuhstall gebaut, der ein Jahr später von Abt Benedikt Müntnich eingesegnet worden war. Der moderne Kuhstall verfügt über einen „Wellnessbereich“, das heißt eine Spezialbürste, an der die Tiere sich den Rücken, die Schwanzspitze oder sogar die Nase bürsten lassen können und dies auch mit sichtlicher Freude genießen. Aufgrund einer Änderung der Biorichtlinien zum 1. Januar 2009 sind 20 Prozent des Kuhstalls nicht überdacht, sodass ein entsprechender Auslauf gewährleistet ist und die Tiere der Sonne, dem Regen und dem Licht ausgesetzt sind. Derzeit „wohnen“ in der Landwirtschaft von Maria Laach auf drei Ställe verteilt 330 Limousin-Rinder, davon 110 Mutterkühe und circa 100 Kälber.
Im Sommer sind die in vier Herden aufgeteilten Mutterkühe mit jeweils einem Zuchtbullen auf der Weide, sodass für den Nachwuchs bestens gesorgt ist. So werden die im Sommer gedeckten Mutterkühe voraussichtlich in der Osterzeit 2020 erneut zahlreiche Kälber zur Welt bringen. Das Futter für die Tiere besteht im Sommer aus Weidegras und Heu und im Winter aus Gras- und Maissilage, Heu und Futterstroh, wobei selbstverständlich alles aus eigener, Bio-zertifizierter Ernte stammt.
Während ein Fachbetrieb unweit von Kelberg die Schlachtung und Zerlegung der Tiere für die Direktvermarktung im Hofladen vornimmt, wird die Bio-Wurst in Koblenz hergestellt.
Deutlicher Unterschied zu konventioneller Haltung
Besonders beeindruckt zeigte die Fackelwandergruppe sich von dem 2002 nach biologischen Richtlinien umgebauten Schweinestall, in dem durchschnittlich 150 Mastschweine für die eigene Vermarktung gehalten werden. Hier konnten die Besucher sehr deutlich den Unterschied zur konventionellen Schweinehaltung erkennen. So wird den Schweinen in Laach nicht das Ringelschwänzchen kupiert und auch die Zähne der Tiere bleiben unangetastet und werden nicht - wie in der konventionellen Landwirtschaft - abgeschliffen.
Da die Tiere sehr viel Platz in dem Stall haben, besteht nicht die Gefahr, dass ein Tier gebissen wird, was zur Folge hätte, dass die restlichen Tiere sich auf das blutende Schwein stürzen und töten würden (Kanibalismus). Außerdem gibt es für die Tiere, die ausschließlich im Freien leben, ausreichend Stroh zum Spielen, Schlafen oder Kuscheln. Bei Einbruch der Kälte fressen die Schweine sich eine dicke Winterspeckschicht an und legen sich ein Winterfell (dicke Borsten) zu. Zu Fressen bekommen die Schweine hofeigenes Getreideschrot, Wintergerste, Triticale, Erbsen und Bohnen. Kurzum: Die Schweine in Maria Laach fühlen sich „sauwohl“!
Da die vom Hofladen des Klostergutes vermarkteten qualitativ hochwertigen Bioland-Produkte schon lange kein Geheimtipp mehr sind, empfiehlt es sich insbesondere in der Vorweihnachtszeit in jedem Fall, die gewünschten Produkte entweder telefonisch oder direkt im Hofladen rechtzeitig vorzubestellen.
Dies gilt auch für die im Hofladen offerierten Bio-Gänse, Bio-Enten und Bio-Hühnchen. Da Michael Ullenbruch gemeinsam mit seinem Vater Klaus regelmäßig in dem vom Kloster gepachteten Wald auf die Jagd geht, kann man im Hofladen auch das Fleisch für einen guten Wildschwein- oder Rehbraten erwerben.
Dass auf den Weideflächen der Laacher Landwirtschaft nicht zuletzt auch 1.250 Legehennen in fünf modernen Mobilställen leben und die „Laacher Eier“ sich einer großen Nachfrage erfreuen, dürfte sich inzwischen ebenfalls herumgesprochen haben.
Im Anschluss an die Fackelwanderung ließen die Teilnehmer ihr spektakuläres Erlebnis gemeinsam mit Michael Ullenbruch bei einem wärmenden Getränk noch einmal Revue passieren.
FRE
Vor dem Hofladen zündeten alle Teilnehmer ihre Fackel an. Foto: FRE
