Allgemeine Berichte | 22.03.2016, 17:42 Uhr

Amt für Natur- und Landschaftsschutz des Rhein-Sieg-Kreises

„Langohren mit Spezialauftrag“

Wertvolle Tipps zum Artenschutz

Rhein-Sieg-Kreis. In Deutschland, so denken viele Menschen, scheint Artenschutz nicht notwendig zu sein. Nur wenigen ist bewusst, dass exotische oder im Regenwald lebende Tiere und Pflanzen nur einen kleinen Teil der bedrohten Arten ausmachen. Von den ca. 76.000 Pflanzen- und Tierarten in Deutschland ist bereits fast die Hälfte in ihrem Bestand gefährdet.

Seit 1999 gilt auch der Feldhase in NRW als gefährdetes Wildtier. Doch wer versteckt dann die zahlreichen Ostereier? Ist das bevorstehende frohe Osterfest etwa in Gefahr? Schließlich haben die flinken Osterhasen gerade jetzt ihre Hauptarbeitszeit.

Den Mythos, dass insbesondere der ursprünglich in den Steppen Asiens verbreitete Hase die Eier versteckt, kann man auf mehrere Ursprünge zurückführen. Vor allem scheint aber eine Rolle zu spielen, dass das dämmerungs- und nachtaktive Tier im Frühjahr - von seinem Hunger getrieben - auch tagsüber zu sehen ist. Der scheue Feldhase wagt sich dann sogar in die Nähe des Menschen und kommt in die Dörfer und Gärten - da wurde ihm schnell angedichtet, die Eier zu bringen.

Der Pflanzenfresser ist bei seinen „Besuchen“ auf der Suche nach Süßgräsern, Kräutern oder jungem Getreide. Zu seiner vielfältigen Nahrung zählen noch Hackfrüchte, Raps, Knospen von Bäumen und Sträuchern und im Winter auch die Rinde von Obstbäumen oder die Triebe junger Laubbäume.

Bei Feinden des Feldhasen denkt man meist zuerst an Hunde und Füchse. Doch es gibt noch zahlreiche andere natürliche „Gegner“. Zu diesen zählen Marder, Habichte, Katzen und Bussarde. Die Gefährdung des Feldhasen (Lepus europaeus) wurde jedoch auch stark von der Jagd, dem Straßenverkehr und der intensiveren Landwirtschaft beeinflusst.

Erholung der Bestände

Nachdem die Stiftung Wildtier 2001 den Feldhasen zum Wildtier des Jahres ausrief, scheinen sich in Nordrhein-Westfalen die Bestände erholt zu haben. In Swisttal kann man bei einem Spaziergang viele Feldhasen antreffen, denn dort fühlen sich die meisten Langohren im Rhein-Sieg-Kreis zu Hause.

Artenschutztipps

Die Experten vom Amt für Natur- und Landschaftsschutz geben für „Meister Lampe“ folgende Artenschutztipps: Auch nach dem milden Winter leiden nicht nur Feldhasen, sondern ebenfalls viele Insekten unter Hunger. Wer die ersten Sträuße in der Landschaft pflückt, entzieht den Tieren eine wichtige Nahrungsquelle. Wenn Hasen in der Nähe sind, sollten Hunde unbedingt an der Leine gehalten werden - vor allen Dingen in der Nähe typischer Verstecke wie Hecken.

Weitere Fragen zum Artenschutz beantworten gerne die Fachleute am Umwelttelefon des Rhein-Sieg-Kreises unter Tel. (0 22 41) 13 22 00. Tipps und Informationen finden Interessierte auch unter www.rhein-sieg-kreis-de/artenschutztipps.

Pressemitteilung

Rhein-Sieg-Kreis

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