Allgemeine Berichte | 04.06.2019

Selbst für die engagiertesten Einwohner war es fast schon unmöglich, alle „Programmpunkte“ zu genießen

„Lantershofen feiert das Leben“

Jede Menge Musik, offene Höfe und großer Festempfang über vier Tage hinweg

Nach der Heiligen Messe im Garten der „Burg“ (von links): Hauptmann Tim Ley, Ex-Schützen-König Robin Grießel, Schützenkönig Matthias Schopp, Ex-Schützen-König Benedikt Fabritius, Bischof Ludwig Schick (Bamberg), Regens Dr. Volker Malburg und Subregens Philip Peters.Fotos: DU

Lantershofen. Damit hätte wohl selbst Kaiser Heinrich II. nicht gerechnet, als er anno 1019 das Landgut Lanterishoffe samt „Äckern, Wiesen, Weiden, Gewässern, Gewässerläufen, Weinbergen, Wäldern und dem Gesinde beiderlei Geschlechts“ an die Benediktinerabtei St. Michael in Bamberg und den dortigen Abt Rato verschenkte. Fast auf den Tag genau 1000 Jahre später wurde in Lantershofen eben jener Tag gefeiert, als der Ort erstmals aus dem Dunkel der Geschichte auftauchte – und wie. Vier Tage lang war bei strahlendem Sonnenschein mehr oder weniger das ganze Dorf auf den Beinen. Selbst für die engagiertesten Einwohner war es fast schon unmöglich, alle „Programmpunkte“ zu genießen. Doch von Anfang an…

Der Bischof kam aus Bamberg

Ihren Auftakt nahmen die Feierlichkeiten schon am Himmelfahrtstag mit dem „Wecken“ durch das Tambourcorps der Junggesellen-Schützen-Gesellschaft „St. Lambertus“ und anschließender Heiliger Messe mit dem Bamberger Erzbischof Ludwig Schick in der St. Lambertuskirche. Weiter ging es im Innenhof der „Burg“, wo die Lantershofener Brötchesmädchen schon mit Sekt und Stärkung warteten. Regens Dr. Volker Malburg unterstrich in einem Vortrag die historisch enge Verbindung von Lantershofen zur Kirche, während die Gruppe „Cantamus“ für den passenden musikalischen Rahmen sorgte. Musikalisch wurde es auch freitags, als mit „MAM“ die wohl beste BAP-Coverband den Winzerverein rockte und das ausverkaufte Haus in die alten Tage der Kölschrocker mit dem genialen Duo Wolfgang Niedecken/Klaus „Major“ Heuser entführte. Der Samstag stand ganz im Zeichen der „offenen Höfe“, hatten doch mit Familie Wronka, Christian Althammer, Heinz Schütz, Familie Fuchs, Familie Scholl, Familie Peter-Josef Schütz und Reinhard Schütz sieben Familien ihre historisch-idyllischen Innenhöfe für die Besucher geöffnet – mit jede Menge Programm und Kulinarik.

Paella und Maubisch

Da gab es Gesang der Chöre bei Kaffee und Kuchen (Wronka), die Geschichte des Lantershofener Weinbaus mit interessanten Exponaten sowie Laugengebäck (Althammer), Live-Musik der Musikfreunde Lantershofen und der Orchestervereinigung Calmbach mit Herzhaftem vom Grill (H. Schütz), „Lantershofen im Rennen“ und Infostand des „Weißen Ring“ (Fuchs/Auto Fuchs), „In der Kreativwerkstatt“ (Scholl) und ein großes Paella-Essen (R. Schütz). Im Hof der Eifel Destillerie von Peter-Josef Schütz waren die Junggesellen präsent – musikalisch durch das Tambourcorps sowie durch eine sehenswerte Ausstellung zur Geschichte der Schützen in Lantershofen. Als besonderes Highlight zeigten mit Stefan Rieck, Walter Dünker, Matthias Schopp, Martin Dünker und Markus Fabritius gleich vier ehemalige und der aktuelle Schwenkfähnrich ihr exzellentes Können. Flankiert von Snacks und Getränken rund um die Birne kam auch der Genussfaktor alles andere als zu kurz.

Ganz „nebenbei“ veranstaltete die Grafschafter SV noch den ersten Grafschafter Birnenlauf mit mehr als 200 Starterinnen und Startern. Den Fünf-Kilometer-Lauf hat Jo Körbs (Laufen im Rheinland) in 17 Minuten gewonnen, bei den Frauen Ella Heß (Triathlon TuS Ahrweiler) in 18 Minuten. Den Zehn-Kilometer-Lauf hat Lars Arzdorf (Team flott) in 41 Minuten gewonnen, Birgit Lennartz (LLG St. Augustin) siegte bei den Frauen in 50 Minuten. Auch der Förderverein der Kindertagesstätte „Katharinchen“ mischte beim Jubiläum mit: Bobby-Car-Parcours, Clown „Lefti“ und Kuchen sorgten nicht nur bei den „Pänz“ für ganz viel Spaß.

Dorfcharakter in der Boom-Region

Ein von Pastor Alexander Burg und Pfarrerin Elke Smidt-Kulla zelebrierter ökumenischer Gottesdienst in der St. Lambertuskirche läutete den Fest-Finaltag ein. Anschließend zogen alle gen Winzerverein, wo nach Frühschoppen und musikalischer Einlage der Musikfreunde der offizielle Jubiläumsempfang stattfand. In Form eines perfekt umgesetzten Kurzfilms von Laurin Beißel wurden die vielen Facetten von Lantershofen präsentiert. Zu den Ehrengästen gehörte auch Landrat Dr. Jürgen Pföhler, der den Charakter des Orts hervorhob: „Der Ortsbezirk Lantershofen ist Heimat und Lebensmittelpunkt von derzeit 1435 Menschen und damit einer der größten Ortsbezirke in der Gemeinde Grafschaft. Besonders hervorzuheben ist, dass Lantershofen innerhalb einer wirtschaftlich starken Boom-Region seinen Dorfcharakter bewahrt hat, seine Traditionen pflegt und den hier lebenden Menschen ein Heimatgefühl bietet. Gemeinschaftssinn und vor allem auch das Ehrenamt werden hier großgeschrieben. Auch im Rahmen der Dorferneuerung ist Lantershofen ein Vorzeigeort. So wurden der Erwerb, die Sanierung und die Erweiterung des Winzervereins als Dorfgemeinschaftshaus mit über einer halben Million Euro gefördert. Ich finde gerade dieses Vorhaben der Dorferneuerung, jener architektonisch sehr gelungene Um- und Anbau des Winzervereinsheims zu einem schicken Bürgerhaus, ist ein Prunkstück in Lantershofen. Hier ist es den Lantershofenern wieder einmal gelungen, Tradition und Moderne in vorbildlicher Weise zu verknüpfen. Entstanden ist ein gemeinsamer Treffpunkt, in dem die kulturelle Vielfalt des Ortes aktiv gelebt wird“, so Pföhler.

Es wird weitergefeiert…

Auch Bürgermeister Achim Juchem lobte das ganz besondere „Klima“ in Lantershofen: „Lantershofen feiert das Leben, nicht nur in diesem Jahr. Denn das entscheidende sind die Menschen, das Miteinander, auch mit Gemeinde, Lokalpolitik und Kirche. Dieses Miteinander ist selten in der Region zu finden. Eine Tatsache, die sich auch durch das rege Lantershofener Vereinsleben ausdrückt. So hat der Ort mehr Vereinsmitglieder als Einwohner.“ Horst-Peter Kujath vom Festausschuss „1000 Lantesche Jahre“ präsentierte dem voll besetzten Saal dann die bisherigen und noch kommenden Aktivitäten im Jubiläumsjahr – von Neujahrsempfang über Orgelkonzert, Weltraumvortrag, Familienwanderung, Frühlingskonzert, Spatenstich Bienenlehrpfad, Präsentation der neuen Dorfchronik, Hubertusmesse und dem großen Festwochenende. Kommende Veranstaltungen im Festjahr sind das „Regententreffen“ im Studienhaus St. Lambert (17./18. Juni), die Musik/Kulinarik-Veranstaltung „Lantesche für Lantesche“ im Winzerverein (28. September), die Einweihung des Bienenlehrpads „Bienenlant“ (Ende September), das Konzert der Chöre (27. Oktober) sowie der Große Zapfenstreich (17. November). Zur „Ruhe“ kommen wird Lantershofen also nicht und weiter das Leben feiern.

Landrat Dr. Jürgen Pföhler übergibt Ortsvorsteher Leo Mattuscheck die Jubiläumsurkunde des Kreises Ahrweiler.

Landrat Dr. Jürgen Pföhler übergibt Ortsvorsteher Leo Mattuscheck die Jubiläumsurkunde des Kreises Ahrweiler.

Im Hof der Familie Peter-Josef Schütz waren die Lantershofener Junggesellen-Schützen mit verschiedenen Aktionen präsent.

Im Hof der Familie Peter-Josef Schütz waren die Lantershofener Junggesellen-Schützen mit verschiedenen Aktionen präsent.

Nach der Heiligen Messe im Garten der „Burg“ (von links): Hauptmann Tim Ley, Ex-Schützen-König Robin Grießel, Schützenkönig Matthias Schopp, Ex-Schützen-König Benedikt Fabritius, Bischof Ludwig Schick (Bamberg), Regens Dr. Volker Malburg und Subregens Philip Peters.Fotos: DU

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