Allgemeine Berichte | 23.10.2017

Gemeinsamens Frühstück am Welt-Hospiztag in Dernbach

„Leben in Würde, Sterben in Würde“

Das stationäre Hospiz St. Thomas öffnete die Türen und zeigte, warum auch weiterhin Spendengelder benötigt werden

Frau Hebgen und zwei Pflegerinnen bei den Erntedankgaben.Fotos: -WR-

Dernbach. Das stationäre Hospiz St. Thomas und der Hospizverein Westerwald haben die Förderer, Freunde und Mitglieder zu einem zwanglosen Frühstück nach Dernbach eingeladen. Trotz der vormittäglichen Stunde füllten viele Besucher den Seminarraum im Hospiz, als Frau Hebgen, die Leiterin des Hospizes, die Besucher begrüßte. Sie ließ nochmals in wenigen Worten die Entstehung des Hospizes St. Thomas revue passieren und erläuterte den Grundgedanken, der hinter allem steht. „Leben in Würde, Sterben in Würde“, treffender kann die Arbeit im Hospiz nicht beschrieben werden. Das gemeinsame Frühstück am Welthospiztag sollte auch ein kleines Dankeschön an alle Unterstützer sein. Man solle die Zeit nutzen, um interessante Gespräche in lockerer Atmosphäre zu führen. Sie und Heinz-Peter Rüffin, der Vorsitzende des Hospizvereins Westerwald, würden zu allen Fragen, die im Raum stehen, gerne Stellung nehmen und diese beantworten.

Während des Frühstücks wurde sehr lebhaft an den liebevoll gedeckten Tischen diskutiert, es entstand ein heiteres, unterhaltsames Sprachgewirr. Die Küche des Dernbacher Krankenhauses hatte ein vorzügliches Frühstücks-Buffet hergerichtet. Sehr interessant verlief die anschließende Gesprächsrunde, an der Frau Hebgen, Frau Müller, die Koordinatorin im Hospiz, und Herr Rüffin sich den Fragen stellten.

Alle waren ob der Spendenbereitschaft im Westerwald begeistert, trotzdem würde natürlich immer Geld fehlen. Herr Rüffin verwendete den Begriff „Beton-Geld“, das heißt, solange noch gebaut wird und die baulichen Fortschritte erkennbar sind, wird etwas mehr gespendet. Nach der Fertigstellung lässt das Spendenaufkommen etwas nach. Der Hospizverein hat unter anderem die Kosten für die Ausbildung und Fortbildung der ehrenamtlichen Betreuer, Fahrtkosten, die Kosten für eine Bürokraft et cetera zu zahlen.

Frau Hebgen und Herr Rüffin schilderten unisono, dass sie das Gefühl haben, dass man im Hospiz „angekommen“ sei, obwohl immer noch einige Arbeiten, zum Beispiel in den Außenanlagen, durchgeführt werden müssen. Es sei ein total „offenes Haus“, es gibt keine Geheimniskrämerei, jeder könne jederzeit das Hospiz besuchen.

Im Mittelpunkt stehen natürlich die „Gäste“, so werden die schwerstkranken, im Sinne des Wortes sterbenskranken Patienten, im Hospiz bezeichnet. Das Hospiz ist nicht mit einer Kur oder einer Reha zu vergleichen, hier finden nur Gäste Aufnahme, die sich, medizinisch bestätigt, in einer akuten Sterbesituation befinden. Ihnen, aber auch ihren Angehörigen, stehen die Mitarbeiter im Hospiz und die ehrenamtlich Engagierten praktisch rund um die Uhr zur Verfügung.

Ehrenamtliche Mitarbeiter für das Hospiz gesucht

Frau Hebgen, Frau Müller und Herrn Rüffin lag ein ganz spezieller Wunsch am Herzen: Es werden noch dringend ehrenamtliche Mitarbeiter gesucht, die bereit sind, eine äußerst verantwortungsvolle Aufgabe zu übernehmen. Nach einer sehr gründlichen Ausbildung an mehreren Samstagen, sowie einem Praktikum, können Frauen oder Männer das Team der hauptamtlichen Mitarbeiter bei folgenden Tätigkeiten unterstützen: Sterbende ganzheitlich begleiten, Trauernden beizustehen und zu entlasten, Beratung zu Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung, und immer ein offenes Ohr für die Sorgen, Wünsche und Nöte der Betroffenen zu haben. Das ist kein leichtes Unterfangen, jedoch zeigt die Erfahrung, dass diejenigen, die diesen Weg eingeschlagen haben, ein großes Gefühl der Dankbarkeit und Zufriedenheit empfinden. Wer also Interesse an dieser sinnvollen Beschäftigung hat, der kann sich gerne im Hospiz, oder bei Herrn Rüffin, melden.

Ein sehr wichtiger Punkt ist die Tatsache, dass die Betreuung der Sterbenden im Hospiz von dem jeweiligen Hausarzt fortgeführt werden kann, zu dem die Menschen im Laufe der Zeit eine natürliche Vertrauensbasis aufgebaut haben. Im Hospiz sind die Zimmer der Gäste hell und lichtdurchflutet, mit eigenem Sanitärbereich und Balkon. Persönliche Gegenstände können selbstverständlich mitgebracht werden, die Gemeinschaftsräume, die überdachte Terrasse und die Wohnküche stehen den Gästen und deren Angehörigen und Freunden jederzeit zur Verfügung. Auch das Mitbringen von Kleintieren, wie Hund oder Katze bei Besuchen, ist nicht generell untersagt, haben doch viele Gäste zetlebens mit Tieren zusammengelebt. Frau Hebgen schilderte einen Fall, als zwei Hunde sich rechts und links neben einem Sterbenden legten und dieser noch Reaktionen auf die Tiere zeigte, kurze Zeit später verstarb er.

Das Hospiz ist auf acht Gäste ausgelegt und im Moment voll belegt. Die Verantwortlichen, oder Vertreter sind gerne bereit, in Schulen, Kindergärten, Firmen usw. über das Leben und Sterben im Hospiz zu berichten. Auch sind jederzeit, nach Anmeldung, Besucher aus diesen Gruppen im Hospiz willkommen. Ein Schild könnte man bedenkenlos im Hospiz aufstellen: „Lachen ist nicht verboten.“

Benefiz-Veranstaltungen zugunsten der Hospizarbeit

Es finden in nächster Zeit weitere Benefiz-Veranstaltungen zugunsten des Hospizes statt. Unter anderem werden Lesungen und Vorträge zu den Themen „Leben, Sterben und Trauer“ von Christine Westermann, David Roth, Prof. Dr. Gottschling und Pater Dr. Anselm Grün gehalten. Musikalisch wird das Hospiz durch Django Reinhardt Band, zusammen mit dem German Corner Orchestra unterstützt, die am 16. Dezember in der Stadthalle von Ransbach-Baumbach die geniale „Gipsy Christmas“ feiern. Ein weiterer Höhepunkt wird 2018 der Auftritt der „Mainzer Hofsänger“, ebenfalls in Ransbach-Baumbach sein. Auch das Wohltätigkeitskonzert der Verbandsgemeinde Ransbach-Baumbach am 9. Dezember unterstützt unter anderem den Hospizverein. Das Spendenkonto des Hospizvereins Westerwald lautet: Nassauische Sparkasse Montabaur, IBAN: DE70 5105 0015 0803 1766 63, BIC: NASSDE55XXX. Da der Verein als gemeinnützig anerkannt ist, werden natürlich Spendenbescheinigungen ausgestellt.

Frau Dederichs (links) undFrau Hebgen begrüßen die Besucher.

Frau Dederichs (links) und Frau Hebgen begrüßen die Besucher.

Der „Raum der Stille“, ein Platz zumAbschiednehmen und zum Trauern.

Der „Raum der Stille“, ein Platz zum Abschiednehmen und zum Trauern.

Schwester Levina unterstützt das Hospiz mit ganzer Kraft.

Schwester Levina unterstützt das Hospiz mit ganzer Kraft.

Herr Rüffin steht den Besuchern gern Rede und Antwort.

Herr Rüffin steht den Besuchern gern Rede und Antwort.

Frau Hebgen und zwei Pflegerinnen bei den Erntedankgaben. Fotos: -WR-

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