Allgemeine Berichte | 25.02.2026, 16:05 Uhr

Die Waldbreitbacher Franziskanerinnen feierten den 200. Geburtstag ihrer Ordensgründerin der Seligen Mutter M. Rosa Flesch

"Lebensstark – ein Leben aus Gott in Schatten und Licht"

Die Ordensleitung mit Generaloberin Sr. M. Michaele Rohde (2. von rechts), Sr. M. Diane Tobossi (3. von rechts), Sr. Gerlinde-Maria Gard (3. von links) und Sr. Jutta Maria Musker (2. von links) zusammen mit Dr. Heinz-Jürgen Scheid, dem Vorstandsvorsitzenden der Marienhaus Stiftung, und Birgitta Lorke, der Vorsitzenden des Aufsichtsrats der Marienhaus GmbH, am Sarkophag der Seligen Mutter Rosa Flesch.  Foto: Joachim Gies
80

Waldbreitbach. Mit einem feierlichen Hochamt und einer Festveranstaltung feierten die Waldbreitbacher Franziskanerinnen mit rund 250 Gästen den 200. Geburtstag Mutter Rosa. Am 24. Februar 1826 erblickte die Gründerin der Ordensgemeinschaft als Margaretha Flesch in Schönstatt bei Vallendar das Licht der Welt. "Unter dem Leitsatz Lebensstark – ein Leben aus Gott in Schatten und Licht gedenken wir heute einer mutigen Frau, deren besondere Aufmerksamkeit den Nöten und Sorgen der Armen, Kranken und Waisen galt", begrüßte Generaloberin Schwester M. Michaele Rohde die Gäste. "Sie lebte ihr Leben aus tiefem Vertrauen in Gott, das war ihre Größe und das war ihre Stärke", so der Zelebrant Pater Dr. Hans Langendörfer in seiner Predigt. Lange Jahre habe die Ordensgründerin zurückgezogen, unsichtbar und an den Rand gedrängt in ihrer Gemeinschaft gelebt. Sie hatte keinen großen Bekanntheitsgrad und ist heute dennoch präsent in ihren Werken, in den zahlreichen Einrichtungen der Marienhaus-Gruppe.

Mutter Rosa sei eine mutige Frau mit Unternehmergeist gewesen, so Dr. Heinz-Jürgen Scheid, der Vorsitzende der Marienhaus Stiftung. Sie musste in ihrem Leben viel Gegenwind ertragen. Sie habe das im Vertrauen auf Gott ertragen. Daraus sei etwas Großes gewachsen. Durch ihr Tun habe sie die Wurzeln für die Marienhaus-Gruppe gelegt, einen der größten Arbeitgeber im Gesundheits- und Sozialwesen in Rheinland-Pfalz und dem Saarland. "Die Anforderungen der Zeit sind heute andere. Aber gerade im Gesundheitswesen leben wir heute auch mit Gegenwind", sagte Dr. Scheid. "Wir sehen es als Mutter Rosas Auftrag, nach wie vor die Nöte der Menschen im Blick zu behalten. Sorgen wir dafür, dass der Name Mutter Rosas auch in den kommenden 200 Jahren lebendig bleibt."

Ohne Mutter Rosa wäre das Wiedtal nicht das, was es heute ist, betonten die Bürgermeisterinnen von Hausen Carmen Boden und von Waldbreitbach Monika Kukla in ihrem Grußwort. Ihre Initiative, eine Gemeinschaft zu gründen, hätte die Region geprägt. Für den Ort Waldbreitbach sei das Erbe Mutter Rosas identitätsstiftend. "Denn was hier entstanden ist, ist kein bloßes institutionelles Gebilde. Es ist geistliches Erbe – konkrete Nächstenliebe, die Räume schafft, in denen Menschen getragen werden, wo sie Halt und menschliche Zuwendung erfahren", sagte Pierre Fischer, der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Rengsdorf-Waldbreitbach.

Margaretha Flesch war die älteste Tochter eines mittellosen Ölmüllers. Als sie sechs Jahre alt war, starb ihre Mutter, zehn Jahre später der Vater. Da lebte die Familie in der Keltermühle im Fockenbachtal bei Niederbreitbach im Wiedtal. Margaretha sorgte für ihren Unterhalt und den ihrer sechs jüngeren Geschwister. Ihre Kindheit und Jugend war von Armut und Not geprägt.

Menschen in Krankheit, Armut und Not vorbehaltlos zu helfen, verschrieb sie sich aus ihrer christlichen Verantwortung heraus schon als junge Frau. Im Herbst 1851 zog Margaretha mit ihrer epilepsiekranken Schwester Marianne in eine der leerstehenden, ärmlichen Klausen in der Kreuzkapelle nahe Waldbreitbach. Von hier aus betreute sie die Armen und Kranken der Gemeinde. Zusätzlich nahm sie Waisenkinder bei sich auf. Ihren Lebensunterhalt bestritt sie als Tagelöhnerin, mit Handarbeiten und dem Sammeln von Heilkräutern.

1856 gesellten sich die ersten gleichgesinnten Frauen zu Margaretha. 1861 begann sie mit dem Bau eines Hauses auf dem Waldbreitbacher Kapellenberg, das am 11. November 1861 bezugsfertig war. Margaretha war 37 Jahre alt, als sie am 13. März 1863 zusammen mit zwei Gefährtinnen die Gelübde ablegte. Sie nahm den Namen Schwester Maria Rosa an und wurde die erste Generaloberin. Die Gemeinschaft der Waldbreitbacher Franziskanerinnen entwickelte sich mit großer Dynamik. Die Zahl der Schwestern wuchs rasch. Die erste Filiale entstand bereits wenige Wochen nach der Gründung in Adenau, viele weitere folgten. Die Schwestern widmeten sich der ambulanten und stationären Kranken- und Altenpflege und begleiteten Kinder und Jugendliche.

1878, als die Amtszeit von Mutter Rosa als Generaloberin endet, sind in 22 Filialen bereits über 100 Schwestern tätig. – So wuchs aus dem Nichts im Vertrauen auf Gott ein beachtliches Werk: Margaretha, die keine besondere Schulbildung erfahren hatte und auch ohne geregelte Einkünfte auskommen musste, legte den Grundstein für eines der heute großen Unternehmen im Gesundheits- und Sozialbereich: die Marienhaus-Gruppe.

Im Jahr 1903 gründeten die Franziskanerinnen die Marienhaus GmbH. 2011 überführten die Schwestern die Einrichtungen in die Marienhaus-Stiftung und stellten damit die Weichen für die Zukunft der Werke neu und trugen gleichzeitig Sorge dafür, dass das Unternehmen sein unverwechselbares christliches Profil bewahrt.

Die Ordensleitung mit Generaloberin Sr. M. Michaele Rohde (2. von rechts), Sr. M. Diane Tobossi (3. von rechts), Sr. Gerlinde-Maria Gard (3. von links) und Sr. Jutta Maria Musker (2. von links) zusammen mit Dr. Heinz-Jürgen Scheid, dem Vorstandsvorsitzenden der Marienhaus Stiftung, und Birgitta Lorke, der Vorsitzenden des Aufsichtsrats der Marienhaus GmbH, am Sarkophag der Seligen Mutter Rosa Flesch. Foto: Joachim Gies Foto: JOACHIM GIES

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis – inkl. E-Paper
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Bildergalerien
Dauerauftrag
Kreishandwerkerschaft
Rund ums Haus Daueranzeige
Titel-Anzeige
Premium-Titel 1
04-Marktbericht 2026
Herbstbunt
Empfohlene Artikel
achtung baustelle
599

Meckenheim. In Meckenheim wird die Verkehrsführung auf der A565, zwischen den Anschlussstellen Meckenheim-Merl und Bonn-Hardtberg, im Rahmen der laufenden Fahrbahnsanierung angepasst. Ab dem heutigen Freitag, dem 16. Oktober, steht im Baustellenbereich in Fahrtrichtung Koblenz nur noch ein Fahrstreifen zur Verfügung. Diese Maßnahme wird voraussichtlich bis zum 13. November andauern.

Weiterlesen

Symbolbild.  Foto: ROB
87

Plaidt. Am 12.10.2026 gegen 16:10 Uhr ereignete sich ein Verkehrsunfall auf der Bundessstraße 9 in Fahrtrichtung Koblenz, im Bereich der Auffahrt von der B 256/Plaidt aus kommend. Ein derzeit nicht näher bekanntes Gespann, bestehend aus einem Zugfahrzeug und einem Anhänger, befuhr die besagte Auffahrt und verlor im Kurvenbereich Teile seiner unzureichend gesicherten Ladung in Form von zwei Betonblöcken.

Weiterlesen

Symbolbild.  Foto: ROB
48

Remagen. In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch, 13. auf 14. Oktober 2026, wurden in der Innenstadt von Sinzig mehrere geparkte Pkw durch bislang unbekannte Täter beschädigt. Betroffen waren unter anderem Bereiche der Barbarossastraße sowie der Parkplatz an der Harbach-/Ausdorferstraße.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Symbolbild. Foto: Adobe Stock.
2207

Großer Feuerwehreinsatz in der Nähe des ehemaligen Krankenhauses:

Brand in Remagen: Großer Feuerwehreinsatz mit Drehleiter

Remagen. Ein größerer Feuerwehreinsatz hat sich in der Straße Hinterhausen in Remagen im Bereich des ehemaligen Krankenhauses ereignet. Die Feuerwehr rückte mit mehreren Einsatzkräften und einer Drehleiter zu einem Mehrfamilienhaus aus. Nach ersten Informationen war Essen auf einem Herd angebrannt und hatte den Einsatz ausgelöst.

Weiterlesen