Rasante Komödie im Dierdorfer Gymnasium
Lebensweisheiten auf 15 Stationen
Theater AG führte „Wer versteht hier Bahnhof“ von Thorsten Böhmer auf
Dierdorf. „Ich versteh‘ nur Bahnhof!“ – der Satz war öfter zu hören im Theaterstück des Martin-Butzer-Gymnasiums, das am Wochenende an drei Abenden hintereinander aufgeführt wurde. Kein Wunder, der Handlungsort war schließlich der nach Dierdorf verlegte Hauptbahnhof. Auf seinen 15 Stationen (Akten) nahm der Zug schnell an Fahrt auf und die Handlungen und Schicksale der 35 Akteure (gespielt von 22 Schülerinnen und Schülern der Theater-AG des Gymnasium) verwoben sich zunehmend.
Oft geht es um Verständigungsprobleme, um Missverständnisse, und manchmal auch um grundlegende Meinungsverschiedenheiten. Wie gesagt, da versteht manch‘ einer eben nur noch Bahnhof. Die alleinerziehende Mutter will eigentlich nur jemanden, der sich freut, wenn sie abends nach Hause kommt. Darauf antworten die gelangweilt auf ihren Handys tippenden Töchter lapidar mit dem Satz: „Kauf dir doch ‚nen Hund!“ Das sind die komödiantischen Momente in dem Stück. Das aber auch seine dramatischen Elemente hat. Die weinende Braut, die ihren Bräutigam nicht findet, die Prostituierte, die keine Lust mehr auf ihre Arbeit hat, der Ehemann, der das Nörgeln seiner Frau nicht mehr aushält. Der Bahnsteig ist die Bühne. „Hier pulsiert das Leben!“, sagt zwischendrin mal der Stadtstreicher, der hier lebt. Das erleben die Zuschauer in konzentrierter Form in den 90 Minuten. Putzfrau, Politikerin, Möchtegernschauspielerin, Gigolo, Muttersöhnchen, eine Frau mit Helfersyndrom – die Rollen im Stück spiegeln die Vielfältigkeit der menschlichen Existenzen im Leben.
„Ihr seid zum Heiraten viel zu jung! Mach‘ nicht den gleichen Fehler wie ich damals mit deinem Vater!“, sagt die Mutter zur Braut. Häufig werden die gängigen Klischees von Mann und Frau bedient: sie nörgelt, er ist wehleidig. Einmal wird dem Publikum die Frage gestellt: „Wissen Sie, warum Frauen solche Sachen immer so persönlich nehmen müssen?“ Aha, so sind die Frauen also.
Aktuelle Popsongs
Immer wieder werden zum gerade behandelten Thema aktuelle Popsongs eingeblendet. An der Kasse sitzt die beflissene Stationsmitarbeiterin, die – multitaskingfähig – gleichzeitig Lebenskrisen heilt, Weltverständnisprobleme beseitigt und die renitenten Kinder zuhause per Telefon zur Ordnung ruft. Aus ihrer Sicht macht es auch keinen Unterschied, ob man nach Hamburg oder nach München fährt, wenn doch gerade das Ticket in südlicher Richtung im Sonderangebot zu kriegen ist. Der wortgewandten Bahnfrau gelingt es sogar, vier Fahrkarten zum Preis von fünf als Schnäppchen anzubieten. Und wem der alte Diercke-Weltatlas nicht gefällt, der bekommt einfach einen neuen gemalt.
Wie auf einem Karussell tauchen die unterschiedlichen Figuren in den späteren Szenen immer wieder auf. Damit entwickelt sich auch die Handlung. Zum Beispiel bei dem streitbaren Ehepaar. Zuerst legt er die erniedrigende Rolle als Kofferträger ab, dann kommt es sogar zum Bruch und er sucht sich eine besser zu ihm passende Lebensgefährtin. Der arrogante Gigolo bekommt am Ende von jeder Angesprochenen einen Korb. Die beiden Betrogenen verstehen sich auf Anhieb gut: „Das ist der Beginn einer wunderbaren Freundschaft!“
Die humorvolle, aber auch tiefsinnige Aufführung bekommt viel Applaus. Darüber freuen sich die vielen Beteiligten. In den Rollen waren zu sehen: Kristina Troß, Hannah Scholz, Marilen Zilian, Janina Beyer, Alina Korell, Sarah Oudinache, Jakob güttler, Romina Dasbach, Mareike Troß, Johanna Himmighofen, Daria Rycheky, Julia Wagner, Jolina Händler, Juliane Eisen, Paula Strüder, Philine Herder, Michelle Kulig, Jule Schönefeld, Ava Phung, Lina Marker, Mia Jüttner und Milena Handschuh. Szonja Horowitz (Souffleuse), unterstützte bei Texthängern, für Bühne, Licht und Ton waren zuständig: Johannes Peter, Justin Urban, Niklas Hoffmann, Justus Bendel, Tizian Bendel, Jonathan Alof und Phil Meyer. Für die richtigen Farben sorgten Hannah Scholz und Alina Korell, das Werbeplakat hatte Klaus Hagemann entworfen und die Regie führte Lehrer Wolf-Achim Hassel.
Sogar aus Goethes Faust wurde zitiert in dem turbulenten Stück mit vielen verschiedenen Rollen auf dem „Dierdorfer Hauptbahnhof“.
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