Traditionelles Bachemer Wein- und Winzerfest

Lena Knieps ist die neue Bachemer Weinkönigin

26.09.2019 - 18:00

Bachem. Am vorletzten Wochenende im September findet seit 59 Jahren das traditionelle Wein- und Winzerfest von Bachem mit dem Fokus auf dem Frühburgunder statt. Im letzten Jahr hatten sie in Bachem mit dem Wetter echtes Pech, war es doch das einzige Weinfest des Jahres, das total verregnet war. Dieses Mal hatten sie das Wetterglück auf ihrer Seite, in den Gässchen rund um den Festplatz warteten von Freitag bis Sonntag einladende Stände und Innenhöfe auf die Gäste. Das Weinfest, schon immer ein Anlaufpunkt für Freunde des Rebensafts, wurde in diesem Jahr erstmalig auch zu einem kleinen Musikfestival. Mit diesem geänderten Konzept wollte der Arbeitskreis versuchen, mehr Menschen jeden Alters zu gewinnen, was auch geglückt ist.



Eröffnung des Festes


Der bisherigen Tradition folgend, startete am Freitag die Eröffnung des Fests um 19:30 Uhr, gekonnt moderiert durch Melanie Giffels und Petra Münch. Die bisherige Weinkönigin Kim Dahlmeier, die gemeinsam mit ihren Weinprinzessinnen Leonie Weingärtner und Svenja Harzem, im ersten Teil der Proklamation im Mittelpunkt stand, verabschiedete sich von „ihrem Volk“ und bedankte sich bei all denen, die sie im Jahr ihrer Regentschaft unterstützt hatten. Sie erhielt Dank und Lob vom „Arbeitskreis Weinfest Bachem“ um Charly Schmitz für ihr engagiertes Jahr. Kim, Svenja und Leonie konnten ihr Jahr als Bachemer Wein-Repräsentantinnen mit der Teilnahme am Weinlesezug der 10.000 Lichter am Sonntag abschließen. Wie in jedem Jahr wurden im Rahmen der Proklamation der neuen Weinkönigin natürlich auch die Jubiläums-Repräsentantinnen geehrt. Die Goldjubilarin Liesel Persie, geb. Schneider war 1969 Weinkönigin von Bachem, sie ist leider bereits 2010 verstorben. Die Moderatorinnen haben mit ihrem persönlichen Weinspruch an sie erinnert: „Man kann, wenn wir es überlegen, Wein trinken fünf Ursachen wegen: Einmal um eines Festtages willen, sodann vorhandenen Durst stillen, in gleichem künftigen abzuwehren, ferner dem guten Wein zu Ehren und endlich um jeder Ursach´ willen.“ Vor 25 Jahren war „Queen Mum“ Bianca Jeub, geb. Rohs Weinkönigin von Bachem, sie wurde begleitet von ihren Weinprinzessinnen Nicole Schachler, geb. Orth und Silke Rosenthal. Die drei Jubilarinnen wurden am Weinlesezug der 10.000 Lichter am Sonntagabend in einem offenen Cabrio durch die Straßen gefahren.


Empfang der neuen Weinkönigin


Pünktlich um 20 Uhr wurde dann endlich das streng gehütete Geheimnis der neuen Bachemer Weinkönigin gelüftet. Zuschauer und Gäste schufen mit glitzernden Wunderkerzen eine anheimelnde Atmosphäre und empfingen mit großem Applaus ihre neue Weinkönigin Lena Knieps, die unter den Klängen der Ahrtaltramps mit ihren beiden Weinprinzessinnen, begleitet von Charly Schmitz, zur Bühne schritt, wo ihr Kim die Krone übergab. Es folgten Grußworte des Beigeordneten Hans-Jürgen Juchem in Vertretung von Bürgermeister Orthen, der Kim den Stadtring überreichte und Lena mit einem großen Strauß dunkelroter Rosen im neuen Amt empfing. Horst Gies, überreichte Kim in Vertretung des Landrats Dr. Pföhler eine Dankesurkunde des Kreises sowie einen Gutschein und er wünschte Lena und ihren Prinzessinnen viel Freude für die kommende Regentschaft. Nachdem der neue Ortsvorsteher Ulrich Stieber seine Ansprache beendet hatte, durfte auch Lena ihre ersten Worte an das Volk richten und das Weinfest offiziell eröffnen. Im Anschluss gab es Livemusik der Country-Band „Walkin´ Shoes“ und auf dem Festplatz gingen erst weit nach Mitternacht die Lichter aus.


Das Dreigestirn im Einzelnen


Lena Knieps , angehende Medizinische Fachangestellte ist die 21 Jahre alte Tochter von Bianca Jeub und Marcus Knieps. Seit ihrem dritten Lebensjahr tanzt sie in den verschiedensten Gruppierungen der KG Rot-Weiß Bachem. Aktuell im Funkencorps und auch als Vorstandsmitglied ist sie aktiv. Ihre Mutter Bianca Jeub amtierte vor 25 Jahren als Bachemer Weinkönigin und so war für sie klar, nach Möglichkeit in derem Jubiläumsjahr selbst Weinkönigin von Bachem zu sein. Bereits 2017/18 durfte Lena Weinpräsentations-Aufgaben als Weinprinzessin bei ihrer Cousine Annalena Doll erlernen. Ihr zur Seite stehen in diesem Jahr die beiden Weinprinzessinnen Christina Ismar und Janina Rosello-Tormo.

Janina ist 24 Jahre alt und Tochter von Silke Kronenberg und Victor Rosello-Tormo. Nach dem Besuch des Peter-Joerres Gymnasiums hat sich Janina ebenfalls wie Lena für eine Ausbildung zur medizinischen Fachangestellten entschieden. Lena und Janina sind Stiefschwestern und so war es für Janina eine Ehre, als Lena sie fragte, ob sie ihre Weinprinzessin werden möchte.

Prinzessin Christina Ismar ist 21 Jahre alt und hat sich nach dem Abitur am Gymnasium Calvarienberg für ein Lehramtsstudium entschieden. Christina sagte an einem gemütlichen Abend mit Wein auf der Terrasse einmal zu Lena „... wenn Du jemals Weinkönigin von Bachem wirst, dann werde ich Deine Prinzessin...“ und so wurde es jetzt in die Tat umgesetzt. Gemeinsam werden die drei jungen Damen, die alle gern den Bachemer Frühburgunder, aber auch Blanc de Noir trinken, das charmante Frühburgunder-Örtchen im Regentschaftsjahr 2018/19 vertreten.


Neues Konzept mit abwechslungsreichem Musikprogamm


Das neue Konzept des Arbeitskreises „Weinfest Bachem“ ist aufgegangen, das Wetter hat Bachem in diesem Jahr zudem mächtig in die Karten gespielt. Das Dorf wurde regelrecht eingenommen von Besuchern, und das eben nicht wie in den Vorjahren nur am Festplatz, sondern auch in den Straßen von Bachem, unterstützt durch die Idee, eine zweite Bühne aufzubauen, was auch den Wein- und Eßständen im Bereich dieser neuen Bühne mehr Zulauf brachte. Zur Finanzierung des Programms der zweiten Bühne hatte Petra Münch, die im Frühjahr anlässlich der Verleihung des „Social Award“ ihres Arbeitgebers, der Kreissparkasse Ahrweiler, mit einem Geldpreis geehrt wurde, 500 Euro an den „Arbeitskreis Weinfest Bachem“ übergeben. Die Gäste konnten am Samstag und Sonntag zwischen einem abwechslungsreichen musikalischen Angebot auf den Bühnen wählen. Am Samstagabend spielte „Mary’s Revival Band“; das Programm auf der Bühne vor dem Backes startete um 16:15 Uhr mit der Bonner Akustik-Rockerin Clara Clasen. Um 18 Uhr spielten rund 20 Instrumentalisten um Tom Kannmacher eine „Irish-Folk“-Session und ab 20:30 Uhr waren die sieben Musiker von „Soul7“ mit Soul, Funk, Pop-Stücken zu hören. Der Sonntag startete auf dem Festplatz traditionell mit einem Blasmusik-Frühschoppen zur Mittagszeit, am Backes war ab 15:45 Uhr der 15-jährige Bachemer Musiker Yonas Ley zu erleben, der seine Zuhörer mit Oldies und Popmusik begeisterte. Ab 16:30 Uhr startete der Kölner Sänger und Liedermacher Eduard Flemmer mit Klaviertönen und seiner einzigartigen Stimme sein Programm und ab 18 Uhr rockten die Musiker von „Acoustic Alley“, der Nachfolgeband der Oldie-Cover-Band „Siegfried Service“ bis zum Start des Weinlesezugs. Auf der Bühne 3 in der Königstraße spielte an beiden Tagen die heimische Coverband „Barlala“ Rock-Balladen und Pop. Am Samstag wurde die inzwischen schon zu einer kleinen „Institution“ gewordene historische Dorfführung, durch Bacchus Bernd Walther, von über 25 Personen sehr gut angenommen und auch das Sonntags-Event, die ab 15 Uhr laufende Weinbergsführung mit Reinhold Kurth mit 18 Teilnehmern lief deutlich besser als in den beiden Vorjahren, seitdem man diese Events anbietet.


Weinlesezug der 10.000 Lichter


Höhepunkt des Weinfestes in Bachem ist der Sonntagsabends durch die Dorfstraßen laufende Zug der 10.000 Lichter, der einzige Weinfestumzug Deutschlands bei Dunkelheit. Die Straßen von Bachem waren wieder mit unzähligen kleinen und großen Lichtern geschmückt. Melanie Giffels und Petra Münch vom Arbeitskreis begrüßten die teilnehmenden Ortsvereine und die Weinköniginnen der benachbarten Weinorte, die den Gästen von ihren Cabrios zuwinken konnten. Die beiden Damen des Arbeitskreises kommentierten die Zugfolge, der vom Sportverein Germania (SVG) angeführt wurde, auf dessen Festwagen war die Karlskopf-Schutzhütte zu sehen und die Fußgruppe, in funkelnde Sterne gehüllt, verteilte eifrig den Rotwein unter dem Motto „Guter Wein – das Traumschiff läuft in Bachem ein“, der Männerchor hatte auf seinem Motivwagen mit vielen Fässern und Sonnenblumen ein leicht abgewandeltes Weinlied zum Motto gemacht: „Unser Frühburgunder, von der Traube in die Tonne, von der Tonne in das Fass“. Der Winzerstammtisch hatte unter seinem Motto: „Die Kosaken tranken munter bei der Wache Frühburgunder“ Unterstützung aus Rußland mitgebracht, den Festwagen begleiteten Kosaken in ihren schmucken Uniformen. Die Theaterguppe Lätitia warb mit ihrem Motivwagen für ihr neues Stück „Der Winzer-Clan“, das in Kürze aufgeführt wird. Der Weinköniginnenstammtisch präsentierte seine Jubilarin Ingrid Gies, geb. Kurth, die vor 45 Jahren „Deutsche Weinkönigin“ war, gefolgt von der Bürgergemeinschaft mit ihrer neuen Vorsitzenden Doris Hein. Die KG Blau-Weiss Neuenahrer Schinnebröder kamen mit einer großen Fußgruppe, angeführt vom Oldtimer-Bus ihres Mitglieds Toni Giffels. Auch das Maskottchen der LaGa 2022, AHRVIN durfte nicht fehlen und wurde durch die geschmückten Straßen gefahren. Die KG Rot-Weiß Bachem präsentierte auf ihrem Festwagen mit dem Motto „Rund um den Rebstock“ ihre „Kinderprinzessin Isabel I.“. Der Bacchus thronte, wie es sich gehört, mit seinem großen Weinglas winkend auf seinem Weinfass. Eine riesige Fußgruppe der Familie und Freunde der Weinkönigin und ihrer Mutter (Siberjubilarin) führte den am aufwändigsten geschmückten Wagen im Festumzug an. Auf dem Festwagen stand in hellem Lichterschein Lena mit ihren beiden Prinzessinnen und grüßte die Festgäste. Es war wieder ein wunderschöner Umzug mit vielen bunten Fußgruppen, die natürlich wieder reichlich Wein an die Zuschauer ausgossen.

Artikel bewerten

rating rating rating rating rating
Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.
Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag erstellen zu können.
Weitere Berichte

Keine Kita Gebühren für Januar

Ausschuss plädiert für Neubau am Campus

Meckenheim. Turbulenzen gibt es häufig in Ausschuss- oder Ratssitzungen der meisten Städte. Auch in der Apfelstadt hörte man schon vielfältige Diskussionen zu verschiedenen Aspekten des gleichen Themas. In der letzten Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses hingegen herrschte parteiübergreifend große Einigkeit. Die Hauptthemen waren die Januar-Gebühren für die Kindertagesbetreuung, die Neubaupläne auf dem Schulcampus und ein geplanter Dorfplatz für Altendorf-Ersdorf. mehr...

Freie Wähler und LandtagskandidatReiner Friedsam fordern Umsetzung der Maßnahmen

Bahnlärm: Endlich Versprechungen in Taten umsetzen

Sinzig. Lärm macht krank und durch die Zunahme des Güterverkehrs auf der Rheinstrecke istdie Bevölkerung in unserer Region im besonderen Maße betroffen. Große Hoffnung hatten auch die Anwohner entlang der Strecke zwischen Brohl und Rolandseck auf den geplanten Westerwald-Taunus-Tunnel zwischen dem nordrhein-westfälischen Troisdorf und Bischofsheim in Hessen gesetzt. Doch der wird wohl nicht gebaut.... mehr...

Lesen Sie Jetzt:
Umfrage

Vorsätze für 2021: Was haben Sie sich fürs neue Jahr vorgenommen?

Gesünder ernähren
Mehr Sport treiben
Mehr Zeit mit Familie und Freunde verbringen
Umweltbewusster handeln
Weniger rauchen / ganz aufgeben
Ich habe keine Vorsätze fürs neue Jahr
Marketing-Tipp "Corona-Spezial": Lächeln
aktuelle Beilagen
Inhalt kann nicht geladen werden

 
Kommentare
Gabriele Friedrich:
Das ist Ansichtssache. Man kann nicht einerseits eine Partei ablehnen oder ausklammern und andererseits Spenden annehmen. Alles eine reine Charaktersache. [ Zitat ] Die Alternative für Deutschland (Kurzbezeichnung: AfD) ist eine rechtspopulistische, in Teilen rechtsextreme politische Partei in Deutschland....
Thomas S.:
Ob von der CDU, SPD, ... oder wie hier von der AfD. Das Geld ist bei unseren Kleinen immer ein gutes "Investment". ...
Gabriele Friedrich:
Ein Denunziant übt meist eine persönliche Rache aus. Das ist hier wohl nicht der Fall. [ Zitat ] Handelt es sich jedoch um die Anzeige einer Straftat oder schweren Verbrechens, so fällt dies nicht unter den Begriff der Denunziation, sondern wird gesellschaftlich zur ***Abwehr von Gefahren für die Allgemeinheit***...
Peter Busse:
Bildung tut nicht weh Herr Schmidt. Allgemein bekannt ist der Spruch „Der größte Lump im ganzen Land, das ist und bleibt der Denunziant“. Die Urheberschaft wird oft Hoffmann von Fallersleben zugeschrieben, seit dieser Vers in die Zitatensammlungen von Daniel Sanders (1906) und Richard Zoozmann (1911)...
S. Schmidt:
Dazu möchte ich August Heinrich Hoffmann von Fallersleben zitieren: „Der größte Lump im ganzen Land, das ist und bleibt der Denunziant“. ...
juergen mueller:
Jahrelang ausdiskutiert, wie das so in Koblenz üblich ist. Dann Toilettencontainer hingestellt - fertig. Alles andere regelt sich dann von selbst. Denkste. Ratlos - Tatenlos. Nicht zu Ende gedacht. Was woanders funktioniert - in Koblenz noch lange nicht. Nie daran gedacht, dass hunderte Zweibeiner...
Service
LESETIPPS
GelesenEmpfohlen