Gemeinsam Wohnen in der Region Koblenz
Lesung von „Wohnopoly“
Koblenz. Die Buchautorin Caren Lay fand bei ihrer Lesung im DKR-Raum Koblenz eine bunte Runde von Interessierten vor. Partei-und generationenübergreifend ging es um „Wohnungspolitik‘“. Der Bedarf am Meinungs- und Erfahrungsaustausch war groß.
In einer ausführlichen Begrüßungsrede gab die Vorsitzende des Vereins „Gemeinsam Wohnen in der Region Koblenz“, Christine Holzing, Auskünfte zu Erfahrungen und darüber, dass aktuell in Koblenz die Quote für geförderte, renovierte Wohnungen reduziert wurde. Der Veranstalter des Abends hat als Dachverein neue Wohnformen zum Ziel und ist damit auch kommunalpolitisch aktiv. Als Ergebnis seiner Bemühungen mit der Koblenzer Wohnbau sind zwei Mietervereine zu nennen: „Miteinander und Füreinander“, Boelckestraße 25, sowie „Gemeinschaftliches Leben am Moselbogen“.
Caren Lay beweist in ihrem Buch „Monopoly“, dass nach dem 2. Weltkrieg Wohnungsbaugesetze die Wohnungsnot bis 1980 linderten. Danach wurden geldstarke Investoren begünstigt, die Gemeinnützigkeit abgeschafft und der soziale Wohnungsbau außer Acht gelassen. Die Autorin, besonders mit Berliner Verhältnisnissen vertraut, trug Diskussionsinhalte zum Mietendeckel und zur Enteignung vor, die bereits häufig zugunsten vom Straßenbau angewendet wird. Es wurde diskutiert, warum Kommunen nicht genug Geld für bezahlbaren Wohnraum haben, die BImA ein schwieriger Verhandlungspartner ist und Bund sowie Länder Wohnungen verkaufen, anstelle eigene zu bauen.
Caren Lay benennt in ihrem lesenswerten Buch ein Dutzend Aufgaben, die Lösungen ermöglichen und die von der Politik anzugehen sind. Weil die Wohnungswirtschaft den sozialen Wohnungsbau nicht zum Ziel hat und nur Legenden darüber zu hören sind, müssten viele wohnungspolitische Entscheidungen getroffen werden. Einer der Vorschläge: Verbot von Bargeldkauf bei Immobilien, um Geldwäsche vorzubeugen.
„Wohnolpoly“ ist allen Interessierten, die nicht an der Lesung und Diskussion teilnehmen konnten, sehr zu empfehlen.
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