Allgemeine Berichte | 30.03.2021, 10:36 Uhr

Earth Hour in der Gemeinde Wachtberg

Lichtverschmutzung ist ein Problem

Gemeinde Wachtberg. Die Earth Hour setzt jährlich ein Zeichnen für den Klimaschutz. So wurden auch in diesem Jahr wieder am letzten Samstag im März zwischen 20.30 und 21.30 lokaler Ortszeit für eine Stunde die Lichter ausgeschaltet. Aber welche Auswirkungen hat eigentlich die dauerhafte Beleuchtung auf unsere Umwelt? Hierbei stößt man seit einigen Jahrzehnten immer wieder auf den Begriff der Lichtverschmutzung. Er beschreibt die Verschmutzung durch die künstliche Beleuchtung, welche zur Erhellung der Nacht führt. Über diese Art von Verschmutzung und die damit verbundenen Auswirkungen auf die Tier- und Pflanzenwelt machen sich jedoch nur wenige Gedanken. Es wird eine neue Beleuchtung für den Garten gekauft. Diese soll meist hell und dekorativ sein. Jedoch spielt bereits hier die Wahl der Beleuchtung eine wichtige Rolle für unseren Garten. Beim Einschalten der Gartenbeleuchtung tauchen schon nach kurzer Zeit die ersten Insekten auf. Viele nachtaktive Insekten werden vom Licht angezogen. Hierbei verlieren sie häufig die Orientierung, werden durch die Beleuchtung verbrannt bzw. fallen erschöpft ihren Fressfeinden zum Opfer. Einige Spinnenarten, die das Licht nicht meiden, machen sich das sogar zu Nutze und bauen ihre Netze an den fest installierten Leuchten und haben dadurch leichte Beute.

Wichtig zu wissen ist, dass viele nachtaktive Insekten, wie z.B. verschiedene Schmetterlingsarten und Nachtfalter, zu den wichtigsten Bestäubern zählen. Als Folge der Lichtverschmutzung geht die Bestäuberleistung erheblich zurück, welche auch nicht durch die tagaktiven Insekten kompensiert werden kann. Einige Pflanzen, die nur nachts blühen, sind zudem auf nachtaktive Bestäuberinsekten angewiesen. Dies hat zur Folge, dass die beleuchteten Pflanzen seltener bestäubt werden und weniger Früchte ausbilden. Auch Vögel, welche zwischen den Ästen übernachten, können durch das anhaltende Licht in ihrem Nachtrhythmus gestört werden. Denn oft handelt es sich um Bodenstrahler, die die Büsche und Bäume im Garten und den Nachthimmel großflächig erhellen. Ebenso wie Insekten und Vögel können auch verschiedene Amphibien davon betroffen sein. Beispielsweise brauchen die Augen von Fröschen lange bis sie sich wieder an die Dunkelheit gewöhnt haben und werden so zur leichten Beute ihrer Fressfeinde.

Dies sind jedoch nur einige Beispiele, welche Auswirkungen die zunehmende Lichtverschmutzung auf unsere Umwelt haben kann. Jeder Einzelne kann schon mit der richtigen Beleuchtung im Garten oder am Haus helfen und etwas dagegen tun.

Einige Tipps für die richtige Beleuchtung eines nachtfreundlichen Gartens

Im Garten sollte darauf geachtet werden, dass Lichter mit Bewegungsmeldern installiert werden oder dass das Licht nur angeschaltet wird, wenn es auch wirklich notwendig ist. Es sollte geprüft werden, ob die Anzahl der Leuchtmittel minimiert werden kann. Die ausgewählten Leuchtmittel sollten eine geringere Lichtintensität aufweisen. Bevorzugt sollte daher auch Leuchtmittel mit warm-weißes Licht verwendet werden.

Ganz wichtig ist es, darauf zu achten, dass das Licht nach unten strahlt.

Die Lampen sollten ein geschlossenes Gehäuse besitzen, sodass sich die Insekten nicht verbrennen können.

Auf Bodenleuchten/ -strahler sollte nach Möglichkeit komplett verzichtet werden.

Bei weiteren Fragen wenden sich Interessierte bitte an Daniela Roth im Rathaus der Gemeinde Wachtberg unter daniela.roth@wachtberg.de oderTel. (02 28) 9 54 41 39. Pressemitteilung der

Gemeinde Wachtberg

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