Kardener Stiftslesung: Sacha Gutzeit mit „Weihnachten mit Kommissar Engelmann“
Lieder, Lumpen und Lametta im Gepäck
Treis-Karden. Als Berufsbezeichnung wird Sascha Gutzeit im Internet als Musiker, Komponist, Schauspieler und Buchautor geführt. Wer den 47-Jährigen erlebt, könnte noch gleich mehrere Berufe hinzufügen: etwa Entertainer, Charmeur und Wortakrobat, denn der gebürtige Wuppertaler brannte im Rahmen der 19. Stiftslesung in Karden ein regelrechtes Feuerwerk an Unterhaltung und Schauspielkunst ab. Jürgen Claßen begrüßte im Auftrag der Doppelgemeinde den Gast, den viele der rund 80 Zuhörer noch aus seinen Treiser Zeiten kennen, denn der agile Künstler erwähnte gleich zu Beginn seiner Autorenlesung, dass er seine Jugend an der Mosel verbracht hat. Zu dem Genre Krimi kam Sascha Gutzeit durch eine Hörspielkassette, die er bei der Treiser Firma Elektro-Hoepp in den 70er Jahren von seinem Taschengeld erworben hatte. „Die drei Fragezeichen“ bannten Klein-Sascha derart, dass er später Krimis nur so in sich reinsog. „Immer bei Opa und Oma durfte ich Ende der 70er am Wochenende fernsehen, etwa Edgar Wallace, Jerry Cotton und Stahlnetz. Das inspirierte den jetzt in Hillesheim wohnenden Künstler später, eigene Hörspiele, Ein-Mann-Theaterstücke, ein Musical, Satire, eine Jugendbuchreihe und Theaterstücke sowie unter anderem Kriminalromane zu schreiben.
Kommissar Heinz Engelmann ist seine Hauptfigur, die in den Romanen einige Abenteuer zu bestehen hat. In Karden eröffnete Sascha Gutzeit mit Trenchcoat und Hut gekleidet, seine Lesung mit einem kleinen Weihnachtsbaum, den er schmückte, diversen Weihnachtsliedern und stets einem Schlückchen Glüh-Cognac, wobei geschickt Hörspielszenen, eigene Songs, Monologe und nicht zuletzt gleich mehrere Requisiten eingesetzt wurden. Auf der Gitarre begleitete sich der sympathische Künstler selbst, und als er auch noch mit der Mundharmonika loslegte, tobte das Publikum.
Zum Inhalt des Stückes sei so viel verraten, dass Kommissar Heinz Engelmann eigentlich ein ruhiges Weihnachtsfest verbringen will, dazu füllt er seine Weihnachtsgans von Zeit zu Zeit mit Cognac und schmückt sein Weihnachtsbäumchen. Aber plötzlich klingelt es an der Haustür und eine Leiche „schneit“ in Form von „Senta Klaus“, der dorfbekannten Prostituierten in seinen Hausflur. Nach dieser schönen Bescherung ist für Heinz Engelmann klar, es ist vorbei mit der Weihnachtsruhe: Er muss mit seiner Assistentin Liesel Webb einen Mörder jagen…
Bravourös meisterte Sascha Gutzeit seine Autorenlesung. Die raffinierte Technik im Wechsel mit seinem Vortrag, die passende Musik, Sprachwitz und das Spiel auf den verschiedenen Instrumenten hinterließ ein begeistertes Publikum, das nach zwei Stunden bester Unterhaltung zufrieden nach Hause ging. TT
Gespannt verfolgten zahlreiche Zuhörer das spannende Geschehen i Kardener Stiftsmuseum.
Musikalisch begleitete er sich selbst auf der Gitarre.
... und mit „Schießeisen“ auf Mörderjagd. Fotos: TT
