Allgemeine Berichte | 14.09.2021

Regionalverband Cochem-Zell des Rheinischen Vereins für Denkmalpflege und Landschaftsschutz

Liesenich

Die Gruppe des Rheinischen Vereins unterwegs in Liesenich. Foto: privat

Cochem.Der Regionalverband Cochem-Zell des Rheinischen Vereins für Denkmalpflege und Landschaftsschutz hatte zu einem Besuch des Hunsrückdorfes Liesenich eingeladen. Bei herrlichem Wetter hörten und sahen über dreißig Teilnehmer, was ein kleines Dorf mit nur rund dreihundert Einwohnern an Interessantem zu bieten hat. Referenten waren Bürgermeister Christian Fischer und der Vorsitzende- des Heimat- und Verkehrsvereins Liesenich, Heinz Gründer. Über die Geschichte des Strimmiger Bergs, zu dem neben Alt- und Mittelstrimmig und Forst-Hunsrück auch Liesenich gehört, berichtete Grischa Manderscheid.

Liesenich war einst ein von der Landwirtschaft geprägtes Dorf. Und wenn es heute in Liesenich nur noch wenige Landwirte gibt, ist das Umfeld des Dorfes sehr gepflegt und wird nach wie vor für Ackerbau und als Weideland genutzt.

Zur Geschichte von Liesenich gehört ein dunkler Tag, der 10. März 1945. Auf dem Rückzug der deutschen Wehrmacht waren deutlich mehr Soldaten im Ort als Liesenich Einwohner hatte. Sie wurden von zwei im Dorf aufgestellten Feldküchen versorgt. Die Flugzeuge der „Alliierten“ sahen das als „lohnendes“ Ziel für einen Angriff. Durch den Beschuss wurden mehrere Häuser ganz zerstört, andere beschädigt. Die „Wunden“ dieses Angriffs sind heute nicht mehr sichtbar, aber noch stark im Gedächtnis der älteren Generation verhaftet.

Der kleine Ort Liesenich war Schulstandort. Das Schulhaus wurde nach Plänen von Johann Claudius Lassault erbaut und später um einen Anbau für die Lehrerwohnung erweitert. Ein junges Paar ist derzeit dabei, das wertvolle Gebäude zu sanieren und zu renovieren.

Die Filialkirche „St. Katharina“ mit dem umliegenden Friedhof findet man mitten im Dorf. Die Kirche wurde 1482 erbaut, 1731 erweitert und in den Jahren 2002 bis 2004 umfassend renoviert. Ein Blickfang ist das ehemalige Pfarrhaus, erbaut um 1515, an der Abzweigung Richtung Mosel und Richtung „Strimmig“. Es war lange Jahre Wohnhaus des Pfarrers für die Gemeinden auf dem Strimmiger Berg, deren „Hauptkirche“ die Kirche in Mittelstrimmig ist. Das mächtige Gebäude wurde privatisiert nachdem auch in Mittelstrimmig ein Pfarrhaus gebaut wurde.

In der Dorfmitte, genau dort wo 1945 neun Gebäude niedergebrannt sind, wurde nach dem Krieg ein kleines aber feines Bürgerhaus gebaut.

Man sollte Liesenich nicht besuchen, ohne einen Besuch des „Dorfparks“. An der Straße Richtung Beilstein/Senheim wurde dieser gemütliche Platz vor Jahrzehnten eingerichtet mit Wassertretbecken, einem Spielplatz und einem Tennisplatz sowie einem Teich.

Die Gruppe des Rheinischen Vereins unterwegs in Liesenich. Foto: privat

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